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Frederic Funk Triathlon-Blog: Deutscher Meister!

Bis 10 Tage vor dem Rennen war überhaupt noch nicht klar, ob ich bei den Deutschen Meisterschaften über die Mitteldistanz in Ingolstadt überhaupt an den Start gehen werde. Grund dafür war der Europa Cup in Weert, welcher zugleich der Qualifikationswettkampf für die Elite EM in Glasgow Anfang August war. Auch dieser fand am 10. Juni statt und da es auch noch eine Olympische Distanz war hat es mich schon sehr gereizt dort zu starten. Zwar hatte ich mich etwas zu spät gemeldet und war erst auf der Warteliste, wäre aber mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit mit der letzten Aktualisierung sieben Tage vor dem Rennen noch auf die Startliste gerutscht und wenn man auf der Startliste ist, muss man starten, sonst gibt dies Sanktionen sowohl seitens der DTU, als auch der ITU. Letztendlich bin ich alles mal mit einem klaren Kopf durchgegangen und hab mich endgültig dazu entschieden in Ingolstadt an den Start zu gehen, was sich als die richtige Entscheidung herausstellen sollte. Kurz zu meinem Gedankengang: Sagen wir an einem sehr guten Tag könnte ich das EM Ticket in Weert lösen, zur EM fahren und dort an einem sehr guten Tag sagen wir Platz 15 erreichen (ist alles nur hypothetisch). Was hab ich nun von einem 15. Platz bei der EM? An demselben sehr guten Tag könnte ich in Ingolstadt Deutscher Meister werden und davon habe ich einfach deutlich mehr.

Nun aber zum Rennen. Am Mittwoch vorher wurde ich zu meiner ersten Pressekonferenz eingeladen, was eine super neue Erfahrung für mich war. Dort konnte man schon feststellen wie professionell die bereits neunte Austragung des Triathlons in Ingolstadt organisiert ist. Moderiert wurde das ganze von Sport1 Moderator Hartwig Thöne.

Der Wettkampf selber fand dann am Sonntag statt. Da die Anreise von Nürnberg nicht all zu weit ist, entschieden meine Freundin und ich erst am Wettkampftag selber anzureisen, auch wenn der Wecker bereits um 4 Uhr klingelte.

Vor Ort trafen wir uns mit meinen Eltern, die auch beide über die Mitteldistanz an den Start gingen und um die Deutschen Meistertitel der Altersklassen kämpften. Das ganze Vorstartprocedere vor einer Mitteldistanz ist wesentlich stressfreier als vor kürzeren Distanzen, da man sich nicht ganz so viel erwärmen muss.

Die Wassertemperatur betrug 24°C, also war der Neo für die Elite verboten. Da dies zu erwarten war, besorgte ich mir vorher noch einen Speedsuit von KIWAMI, eine Art zweite Schicht, vergleichbar mit den Schwimmanzügen der Schwimmer. Vielen Dank an dieser Stelle an KIWAMI für die schnelle Lieferung!

Pünktlich um 8 Uhr fiel der Startschuss für die Elite. Mein Plan für das Schwimen war so lange wie möglich an den Vorjahressieger Lukasz Woijt dranzubleiben. Dieser war Schwimmprofi und bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. Nun ja, gute 100m kam ich mit. Ab da wurde es ein einsames und gefühlt sehr langes Schwimmen, aber ich war gut unterwegs und stieg mit knapp 1:20min Rückstand und 40s Vorsprung auf Platz 3 aus dem Wasser. Das Wichtigste war nun Ruhe bewahren.

Die Ruhe konnte ich beim Radfahren mehr oder weniger bewahren, die ersten 20km fuhr ich deutlich über meiner Schwelle bis ich Woijt endlich wenigstens auf Sichtweite hatte. Dann konnte ich etwas konstanter und ruhiger fahren. Eins war klar: Beim Radfahren ging heute was! Den einzig längeren Berg bei der Hälfte der Radrunde genoss ich regelrecht, da die Strecke größtenteils flach war und man viel liegen musste, allerdings bin ich das Zeitfahrrad dafür noch nicht genug gewohnt und war froh über jeden auch nur kleinen Hügel bei dem ich mal im Wiegetritt hochfahren konnte.

Nach circa 35 Kilometern war ich dann hinter Woijt und hatte selbst bei 20m Abstand einige Ersparnisse. Gut fünf Kilometer ruhte ich mich etwas aus bevor ich ihn kurz vor dem Wendepunkt in die zweite Radrunde überholte. Ich versuchte vorne den Druck hochzuhalten, und meinen Vorsprung so schnell es geht auszubauen. So fuhr ich bis Mitte der zweiten Runde wieder ziemlich hart und war mir gar nicht sicher, ob Woijt mir vielleicht folgen konnte. Beim Wendepunkt an der Spitze des Berges sah ich dann, dass ich eine Lücke von fast 2min rausfahren konnte. Meine Beine ließen nicht nach und in der Führung macht es unglaublich Spaß. Beide meine Eltern kamen mir auf dem Rückweg in die Wechselzone nochmal entgegen und feuerten mich an, was mich zusätzlich motivierte.

2:01h brauchte ich für die 86,5km, also ziemlich genau ein 43er Schnitt. 315 Watt und 327 Watt Normalized. 4,4 Watt/kg. Knapp 3min Vorsprung vor Woijt und über 7min Vorsprung vor Patrick Reger auf Platz 3. Ursprünglich war Niclas Bock auf Platz 3, allerdings vergaß er in der zweiten Runde die kleine Extraschleife zu fahren. Sein Blog dazu hier. Sehr schade, da er auch super im Rennen lag. Viel Erfolg für Roth, Niclas!

Das Loslaufen gestaltet sich nach einem 90km Soloritt natürlich als besonders schwer und ich brauchte einige Kilometer bis ich meinen Rhythmus fand. Nach der ersten von vier Runden um den Baggersee ging es mir dann deutlich besser und ich hörte, dass ich meinen Vorsprung von drei auf fünf Minuten ausbauen konnte, allerdings machte mir mein Magen etwas
Probleme und da ich dies nicht ausreizen wollte, nahm ich das Tempo etwas raus und der Vorsprung wurde nicht wirklich kleiner. Auf Woijt baute ich aus, Reger lief dann auf Platz 2.

Man darf sich nie zu früh sicher sein, aber in der letzten Runde war mir klar, dass es reichen wird. Auch wenn es mental und bei der Hitze nicht ohne war, vier mal um den Baggersee zu laufen, haben mich vor allem die Zuschauer mega motiviert. Vielen Dank an alle, die mich angefeuert haben!

Dann war es soweit und ich konnte die letzten 100m im Zielkanal richtig genießen. Deutscher Meister über die Mitteldistanz! Nach meinem Juniorentitel 2016 mein zweiter Meistertitel und mein erster in der Elite.

Im Ziel nahm ich dann das drei Liter Bierglas entgegen und nach einem großen Schluck schüttete ich, koordinativ am Ende, den Rest, statt über mich, eher hinter mich. Das muss ich noch üben 😉

Patrick Reger lief auf Platz 2 ins Ziel und Lukasz Woijt konnte den dritten Platz noch knapp vor Dominik Sowieja ins Ziel retten. Meine Mutter wurde zweite in ihrer AK, mein Vater dritter und meine Freundin gewann ihre AK über die Sprintdistanz!

Alle Ergebnisse findet ihr hier.

Nochmal vielen Dank an alle für die Unterstützung, vor allem an meine Sponsoren und meine Eltern für das geliehene Material 😀 Und ein großes Dank an Gerhard Budy und sein Team, die mal wieder eine top Veranstaltung auf die Beine gestellt haben. Nun habe ich es endlich mal als Athlet selber miterlebt. Ich kann den Triathlon in Ingolstadt nur jedem empfehlen, nicht jede Mitteldistanz muss Challenge oder Ironman sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich bin super zufrieden mit meinem Rennen und wenn sich das Radfahren noch weiter so entwickelt bin ich sehr zuversichtlich. Nun freue ich mich auf den Rothsee Triathlon am kommenden Sonntag, wo das Ziel ist den Titel vom letzten Jahr zu verteidigen!

Bis dahin
Frederic

Hier noch mein Zielinterview mit Tri2b.com

(Bilder: 1. Melanie Schoch/inxmedia.de
2, 4, 5, 6, 7. Harald Eggebrecht/ Tri2b.com
3. Ingo Kutsche)

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Frederic Funk Triathlon-Blog: 1. Bundesliga Kraichgau

Die Deutsche Triathlon Bundesliga überrascht mich jedes Jahr wieder aus Neue. Mir ist zwar bewusst, dass es dort sehr schnell zur Sache geht und selbst Welt- und Europa Cups teilweise leichter sind, aber trotzdem habe ich das alles immer noch unterschätzt.

Mein Heimatteam aus Grassau hat sich wegen Starter- und Geldproblemen Ende letzten Jahres endgültig aufgelöst und ist nun nur noch in der Regionalliga am Start. So hieß es für mich ein neues Team zu finden. Nach zahlreichen Anfragen habe ich mich letztendlich für Witten entschieden, da dort auch die Lehmann Brüder und zahlreiche andere Ungarn sind, ist es für mich ja schon fast wie ein Heimteam 😉

Der erste Wettkampf stand vergangenes Wochenende wie jedes Jahr in Bad Schönborn in Kraichgau an. Das Besondere an diesem Wettkampf ist, dass der Start erst um 20Uhr Abend stattfindet, was ich alles andere als cool finde. Man ist den ganzen Tag nur angespannt und im Stress und nach dem Wettkampf ist der Tag dann auch schon vorbei, noch dazu ist der Körper auch nicht wirklich drauf eingestellt um 20 Uhr nochmal Vollgas zu geben.

Nun zum Wettkampf: Wir hatten eine ziemlich gute Startaufstellung mit Csongor Lehmann und Laszlo Tarnai, beide aus Ungarn, Niklas Rössner aus Dänemark und Lukas Eisenberger und mir aus Deutschland. Das Wasser hatte 24°C, also war der Neo verboten. Ich hätte mich sogar drüber gefreut, nur habe ich vom Team einen Anzug in der Größe M bekommen, der mir leider viel zu groß war und schon beim Einschwimmen merkte ich wie durch alle Öffnungen Wasser durchströmte.

Dann war es soweit, die Bundesliga Musik ertönte und wenig später fiel der Startschuss für die 16 Teams mit je 5 Athleten. Wir hatten uns ganz links aufgestellt, da man dort etwas weiter reinlaufen konnte, jedoch war der Weg zur ersten Boje dafür etwas länger. Zuerst kam ich richtig gut weg und hing mich gleich in den Wasserschatten von Csongor, von dem ich weiß, dass er sehr gut schwimmt. Dann drängte mich ein Athlet des Teams, welches rechts von uns gestartet war, komplett nach links. Ich dachte zuerst er will nur den Wasserschatten wegnehmen, doch er hörte gar nicht mehr auf nach links zu schwimmen, so wurde ich erstmal sehr weit abgedrängt bis ich die Gelegenheit hatte Seite zu wechseln. Da war der Zug aber schon abgefahren und ich kam sehr weit hinten an die erste Boje, wo ich leider dann auch weit außenrum schwimmen musste.

Auf der zweiten Hälfte gab ich nochmal alles, um nach vorne zu kommen, kam aber trotz guter Arme nicht wirklich vorwärts, vielleicht auch wegen des Anzugs, will ich jetzt aber nicht als Ausrede verwenden.

Als ich aus dem Wasser stieg wurde klar, dass es eine harte Aufholjagd auf dem Rad wurde. Meine Radbeine fühlten sich gut an und ich fuhr mit 500 Watt an die nächste Gruppe ran. Nachdem ich dort dann erstmal meine Schuhe angezogen hatte, ging es gleich weiter und die nächste Gruppe wurde anvisiert. Leider ist die Strecke in Kraichgau komplett anspruchslos und jeder konnte so mein Hinterrrad halten und dabei wahrscheinlich 100 Watt weniger treten.

Nach 1,5 Runden waren wir dann eine große Verfolgergruppe. Vorne gab es allerdings eine Ausreißergruppe mit den besten Schwimmern, wo mein Teamkollege Csongor drin war und auch mein Trainingspartner Fabian Kraft, der für Darmstadt an den Start geht und für den es sein erstes Bundesligarennen war. Zuerst war ich mir sicher, dass wir die Gruppe auch noch stellen können, aber diese arbeiteten zu gut zusammen und wir viel zu schlecht, sodass von hinten sogar noch eine Gruppe auf uns aufschließen konnte.

Manche Athleten denken ja es ist sinnvoller vor jedem Wendepunkt mit 1000 Watt an die Spitze zu sprinten und die Gruppendynamik zu zerstören anstatt beim Kreiseln zu helfen… Das hat mich im Rennen ziemlich aggressiv gemacht, aber so ist es nun mal in solch riesigen Gruppen und noch dazu auf so einer unehrlichen Strecke.

Über die gesamte Radstrecke hatte ich einen 46er Schnitt mit knapp 360 Watt Normalized Power. Der zweite Wechsel war dann natürlich reinstes Chaos und schon beim loslaufen merkte ich die Aufholjagd auf dem Rad. Es fiel nicht so leicht wie beim Europa Cup die Woche davor, trotzdem konnte ich ein hohes Tempo laufen. Die Laufstrecke dort ist nur extrem eng, so war die erste Runde ein reines Gestolpere bis sich alle so langsam einggegliedert haben. Es war eine lange Schnur von Athleten. Nie gab es mal eine größere Lücke. So blieb es dann auch bis zum Ziel. Mit einem für das harte Radfahren soliden Lauf kam ich als 28ter über die Ziellinie. Dennoch meine ich, dass ich schneller laufen kann.

Ich hatte mit einer Gesamtzeit von 50:20min nur genau eine Minute Rückstand auf Platz 1. Nur, um mal zu verdeutlichen wie eng es in der Bundesliga zugeht und hinter mir war es nicht anders. Jeder Fehler wird gleich mit ein paar Plätzen bestraft. Mit Csongor Lehmann, der zweiter wurde, Laszlo Tarnai auf Platz 13, Niklas Rössner auf 20 und mir auf 28 konnten wir einen 4. Platz mit dem Team erreichen, nur eine Platzziffer hinter dem Podium und auch nur eine Platzziffer vor Rang 5. Also selbst da ist es super knapp, aber wir sind sehr zufrieden mit dem vierten Platz. Nun werden wir beim nächsten Bundesligarennen in Düsseldorf auch eine noch bessere Startposition auswählen können.

Fazit über mein Rennen: Es war sehr hart, ich bin weder zufrieden noch unzufrieden. Hatte ziemlich viel trainiert in der Rennwoche, also kann ich mich kaum beschweren. Undich habe eine sehr gute Teamauswahl getroffen 🙂

Der Grund weshalb ich so viel trainiert hatte ist, dass ich diesen Sonntag meine zweite Mitteldistanz machen werde: Die Deutschen Meisterschaften beim Triathlon in Ingolstadt. Ich höre nur Gutes von dem Rennen dort und freue mich darauf!

Bis dahin
Frederic

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Frederic Funk Triathlon-Blog: Sprint, Sprint und nochmal Sprint

Man muss ja bekanntlich an seinen Schwächen arbeiten. Ich würde jetzt nicht direkt behaupten, dass die Sprintdistanz meine Schwäche ist, aber je länger die Distanz, desto besser ist es für mich. Vielleicht ist es ja auch nur Einbildung oder alle anderen sind einfach besser je kürzer es ist. Wahrscheinlich ein bisschen von Allem 😉

Jedenfalls startete ich meinen Mai/Juni Wettkampfblock mit drei Sprintdistanzen in 8 Tagen. Klingt nach viel, aber ist immer noch weniger als eine Mitteldistanz 😉

Der erste der drei Wettkämpfe war die Ungarische Meisterschaft im Team. Schon zum dritten mal trat ich dort mit dem Verein aus Tiszaújváros an und das Ziel war die Titelverteidigung. Ich bin ein riesen Fan dieses Rennens, bzw. des Formats, denn zu viert muss man den Wettkampf komplett gemeinsam bestreiten. Das Team bestand aus Bence Lehmann, Csongor Lehmann, David Hanko und mir.

Geschwommen wurden 750m in 50m Außenpool. Mit einer Zeit von 8:50min konnten wir in Führung liegend auf die Radstrecke. Dieses Jahr hatte ich sogar die Ehre die letzten 250m vorne zu schwimmen, damit Bence, der der beste Schwimmer im Team ist, sich etwas fürs Radfahren „ausruhen“ konnte. Wie ich auch selber die ersten 500m gemerkt hatte, spart man im Wasserschatten schon einiges an Kraft.

Das Radfahren war dann für mich als besten Radfahrer im Team relativ entspannt und wir kreiselten fast einen 44er Schnitt über die windigen 20km und durch schlechte Straßen auch nicht wirklich schnelle Strecke.

Mit 40s Vorsprung ging es dann für uns auf die abschließenden 5 Laufkilometer. Wir liefen zügig los, um sicher zu gehen, dass der Vorsprung bleibt bzw. wächst, so hatten wir nach der Hälfte schon 1:10min Vorsprung und konnten „gemütlich“ auslaufen.

Für mich ist es nun schon der dritte Ungarische Team-Meistertitel in Folge. Ich würde mir ein Rennen eines solchen Formats wieder für die Bundesliga wünschen, da es einerseits mal eine schöne Abwechslung ist, denn im Triathlon kämpft man sonst immer nur für sich selber, und andererseits auch für die Zuschauer attraktiv. Hat es ja schonmal gegeben.

Ich war ziemlich zufrieden mit dem Teamrennen, denn wir waren superschnell unterwegs, aber haben so gut zusammen gearbeitet, dass keiner von uns alles geben musste, so war noch genügend Kraft für den nächsten Tag übrig: Selbe Strecke, Selbe Distanz, nur dieses mal alleine als ganz normalen Triathlon.

In den beiden Jahren davor hatte ich jeweils richtig schlechte Einzelrennen, aber alle guten Dinge sind ja bekanntlich drei und ich hoffte endlich meinen Frieden mit diesem Rennen zu schließen.

Das Schwimmen lief schon mal sehr gut und ich konnte 10s schneller als im Vorjahr schwimmen und war nach einem Kilometer auf dem Rad in der sechs köpfigen Spitzengruppe. Es war noch windiger als am Vortag, aber wir arbeiteten gut zusammen. Ich hätte es so schon länger aushalten können, aber mir war klar, dass ich sicher nicht gewinnen würde, wenn ich mit den anderen fünf vom Rad steige, denn Csongor Lehmann hat sich extrem entwickelt und läuft derzeit alles in Grund und Boden. Auch wusste ich nicht wie Bence Lehman derzeit im Triathlon laufen würde. Also ging ich volles Risiko: Die erste Attacke war allerdings ziemlich dumm von mir, da es bei vollem Gegenwind war und ich somit nicht genügend Geschwindigkeit aufbauen konnte, um wegzukommen. Danach wartete ich wieder gute zwei Kilometer in der Gruppe, damit sich meine Konkurrenten wieder sicher fühlten und attakierte dieses mal bei starkem Rückenwind aus dritter Reihe. Mit 60kmh konnte ich eine Lücke reißen und diese auch schnell ausbauen. Nun waren noch 12km übrig, die ich alleine fahren wollte und so viel Vorsprung wie möglich auf die Gruppe rausfahren. Dies war leichter gesagt als getan, da solch ein flacher windiger Kurs nicht wirklich für solche Aktionen gut ist. Mit einem Durchschnittspuls von 185 (interessehalber trug ich bei beiden Rennen einen Pulsmesser) und einem Schnitt von 44km/h kam ich mit einer guten Minute Vorsprung zum zweiten Wechsel. Ich war sogar 20s schneller unterwegs als am Tag davor mit dem Team, allerdings musste ich dafür auch wesentlich mehr investieren (am Vortag war mein Puls 11 Schläge im Schnitt niedriger).

Mit sehr müden Beinen ging es dann auf die Laufstrecke. Nach so einer Radaktion gestaltet sich vor allem das Loslaufen besonders schwer. Nach 1,25km hatten Bence und Csongor Lehmann bereits 20s wieder gut gemacht, dann kam ich allerdings so langsam in meinen Rhythmus und fühlte mich immer besser, zwar wurde ich nicht schneller, aber auch nicht langsamer im Gegensatz zu meinen Verfolgern. Bence musste dann auch von Csongor abreißen lassen, der ein höllisches Tempo rannte und nach der Hälfte nur noch gute 20s hinter mir war. Ich begann schon um den Sieg zu bangen, wollte aber nichts mehr als den Sieg und setzte nochmal alles in die letzte Runde.

Tatsächlich konnte ich den ersten Platz noch ins Ziel retten und Csongor wurde zweiter mit nicht mal 10s Rückstand. Bence musste für das hohe Angangstempo büßen und kam mit über einer Minute Rückstand als dritter ins Ziel.

Es gibt nicht besseres als ein Sieg für den man volles Risiko gegangen ist und am Ende dafür belohnt wurde. Es hat mir auch extrem viel Selbstbewusstsein für die laufende Saison gegeben, auch wenn es kein „großes“ Rennen war.

Mit diesem Selbstbewusstsein ging es eine Woche später zur nächsten Sprintdistanz: Dem Elite Europa Cup in Olsztyn (Polen).

Dies war mein erster Elite Europacup über eine Sprintdistanz und ich war sehr gespannt auf das Rennen. Das Feld war mit über 70 Athleten sehr stark besetzt, in der Spitze nur leider nicht gut genug, sprich es waren sehr viele gute Athleten am Start, aber leider zu wenig sehr gute, so hatte das Rennen keinen hohen „Performance Indikator“ und für eine Weltcup Quali müsste ich statt in die TOP 15 in die TOP 8. Manchmal nervt es extrem Deutscher zu sein… aber das ist ein anderes Thema.

Am Renntag wurde schnell klar, dass es das erste Regenrennen der Saison sein würde. Das Wasser hatte aber 18 °C, also durften wir mit Neo schwimmen, was bei solch einem Wetter auf jeden Fall ein großer Vorteil ist.

Der Start erfolgte von einem knapp 2m hohem Steg, was schon etwas ungewohnt hoch war. Normalerweise springt man von 0,5-1m Höhe. Mit meiner Startnummer 45 hatte ich beim Line Up keine große Platzauswahl, so stand ich in der rechten Mitte des Feldes. Leider stellte dies sich als ziemlich schlechte Position heraus, denn die rechts von mir schwammen nach links und die links von mir schwammen nach rechts. Ich hatte noch nie solch ein Geprügel direkt nach dem Start. So kam ich einfach nicht vorwärts und entschied mich am Ende des Feldes auf die rechte Seite zu schwimmen, wodurch ich natürlich ziemlich viel Zeit verlor und an der ersten Boje nach knapp 250m einer der letzten war. Auch da schwamm ich erstmal einige Sekunden an derselben Stelle bis ich es endlich rumschaffte. Die Spitze des Feldes war schon weit weg. Auf dem Rückweg konnte ich nochmal einiges gut machen, was bewies, dass es nicht unbedingt an meiner Schwimmform lag. Mit 30s Rückstand stieg ich aus dem Wasser.

Auf dem Rad befand ich mich erstmal in der zweiten Verfolgergruppe, konnte aber problemlos alleine wegfahren und nach der ersten der vier Runden erreichte ich die Verfolgergrupper, welche im selben Moment auf die Spitzengruppe auffuhr. Da das Tempo an der Spitze von den Norwegern sehr hoch gehalten wurde, waren wir eine lange Schlange von über 40 Athleten.

Direkt vor der Durchfahrt der Wechselzone ging es innerhalb von 500m um zwei Wendepunkte und fünf 90 Grad Kurven. Da war eine riesige Gruppe waren, zerteilte sich dort das Feld in jeder Runde. In der ersten Runde war ich ganz hinten, da ich die Gruppe gerade erst erreicht hatte, so hatte ich am Beginn dieses technischen Parts, der durch den Regen nicht leichter wurde, vielleicht fünf Sekunden zur Spitze und nach diesen 500m wahrscheinlich fast 30 Sekunden, da man am Ende der Gruppe viel warten muss, bis man selber erst um die Wendepunkte und Kurven kann. Zwar war der Rest der Strecke technisch nicht anspruchsvoll, aber da musste man diese 30s erstmal wieder auf die 5s verkürzen und bis man das geschafft hatte, ging das alles auch schon wieder von vorne los. Somit hatte ich keine Chance irgendwie in den vorderen Teil der Gruppe zu kommen, was ich mit einer besseren Schwimmleistung geschafft hätte. Jede Runde platzten viele Athleten weg, die nach dem technischen Part keine Kraft mehr hatten wieder an die Gruppe ranzufahren. So stieg ich zwar in der Führungsgruppe vom Rad, aber da die Wechselzone am Ende dieses Parts war, hatte ich trotzdem gut 20 Sekunden Rückstand auf die Spitze.

Dann ging es auf die Laufstrecke und meine Beine überraschten mich. Trotz des harten Radfahrens konnte ich ein sehr schnelles Tempo loslaufen und wenn ich schnell loslaufen kann, dann weiß ich auch ganz genau, dass ich nicht viel langsamer werden sollte. So war es auch und ich konnte Platz für Platz gut machen. Die fünf Kilomter waren nur leider viel zu schnell vorbei.

Csongor Lehmann konnte tatsächlich gewinnen, obwohl er sogar noch Junior ist. Dem Jungen gehört die Zukunft im Kurzdistanztriathlon. Innerhalb der nächsten Minute kamen über 25 Athleten über die Ziellinie. So viel zur Leistungsdichte bei den Männern.

Ich wurde 14ter und bin im großen und ganzem recht zufrieden, obwohl natürlich einiges besser hätte laufen können, aber so ist es nun mal auf diesen kurzen Distanzen und ich bin ja immer noch einer der jüngsten Starter im Feld. Sogar mein bestes Eliteresultat bisher auf der kurzen Distanz.

Da ich nun gar nicht mehr genug von der Sprintdistanz bekommen kann, geht es am Samstag gleich weiter: Das erste Rennen der 1. Triathlon Bundesliga in Kraichgau steht an, wo ich dieses Jahr für Triathlon Witten an den Start gehe. Ich freue mich sehr auf den Wettkampf und auf mein neues Team.

Bis dahin
Frederic

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Frederic Funk Triathlon-Blog: Meine erste Mitteldistanz

Bereits am Mittwoch der Rennwoche reiste ich mit meinem Trainingspartner und Freund Julian Erhardt mit dem Auto an die Adria, nach Riccione. Am Tag darauf wurden wir erstmal mit sehr schlechtem Wetter begrüst, so besichtigten wir die Strecken gleich unter harten Bedingungen. Die Wettervorhersage für den Renntag war Gott sei Dank sehr gut, denn die Abfahrten wären bei Nässe mit dem Rad kein Spaß geworden.

In den letzten Tagen vor meiner ersten Mitteldistanz hieß es aber hauptsächlich ausruhen, Beine hochlegen und Nudeln essen. Aus Angst im Wettkampf leer zu gehen, aß ich schon hier und da mal den einen Teller mehr 😉

Dann war es endlich so weit und der Wettkampftag stand an. Der Start war „erst“ um 10 Uhr und das Check In direkt davor. Bei den vielen Mitteldistanzen ist der Start noch früher und man stellt sein Rad bereits am Abend davor in die Wechselzone, da es meistens sehr viele Teilnehmer sind und es am Rennmorgen sich nur überlaufen würde.

Dadurch, dass Riccione ein Rennen der Marke Challenge war, waren es auch hier fast 1000 Teilnehmer und davon knapp 50 Profitriathleten. Durch einige Nachmeldungen war das Rennen dann noch stärker besetzt als ich gedacht hatte, dennoch machte ich mir keinerlei Druck und wollte nur konstant und ohne Pannen durchkommen.

Der Rennmorgen war relativ stressfrei, da man sich auch nicht all zu viel erwärmen muss, da der Wettkampf ohnehin vier Stunden dauern sollte. Das Meer war sehr wellig und die Temperatur betrug 18°C, also durfte, wie erwartet, mit Neopren geschwommen werden.

Und dann stand ich schon an der Startlinie und wartete darauf mit 1000 anderen Athleten ins Rennen geschickt zu werden, allerdings nicht alle gleichzeitig. Die Profis bekamen ihre eigenen Startwellen fünf Minuten vor dem Rest.

Ich stand auf der linken Seite des Feldes, während die Favoriten sich alle rechts hingestellt hatten. Dann fiel der Startschuss. Das Reinlaufen und ein paar Delfinsprünge bekam ich sehr gut hin und so führte ich das Feld auf meiner Seite an. Allerdings merkte ich nach der ersten Boje, dass es nicht wirklich rund lief und ich mit dem sehr welligen Wasser auch nicht ganz klar kam und keinen Rhythmus fand. So gab ich mein Bestes in der Führungsgruppe zu bleiben, von der sich am Ende aber drei Athleten absetzen konnten, wo ich gerne mitgeschwommen wäre, aber ich wollte auch nicht all meine Körner beim Schwimmen schon verschießen.

Die 1,9km kamen mir ewig vor und ich war froh als es endlich vorbei war. Laut den Schwimmuhren der Athleten waren es sogar 2,1km. Der Laufweg in die Wechselzone war auch sehr lang und da man noch den Neo halb anhatte, war dies auch kein Spaß.

Mit einigen anderen Athleten sprang ich dann aufs Rad. Die ersten Kilometer aus der Stadt raus waren sehr stressfrei. Da bin ich ganz anderes gewohnt. So führte ich erstmal eine lange Gruppe von Athleten an, einige mit fairen Abstand, einige nicht. Ich halte teilweise sogar zu viel Abstand und so kommt es, dass mich andere Athleten überholen und vor mir einscheren, das kann ganz schön nervig sein, da man zu diesem Athleten dann wieder erstmal den Abstand herstellen muss. Laut Reglement hat man dafür fünf Sekunden Zeit, sprich man muss das treten kurz aufhören.

Nach 15km kam die erste Steigung, welche zwar kurz und sehr steil war. Zu diesem Zeitpunkt befand ich mich im hinteren Teil dieser Gruppe und fuhr die Steigung auch nicht all zu hart hoch. Vorne konnte sich allerdings der Österreicher Thomas Steger von der Gruppe absetzen und eine Lücke von wahrscheinlich 300m herstellen. Oben gab es dann eine Verpflegungsstation, was für mich beim Radfahren auch neu war. Ich konnte mir eine Wasserflasche greifen und mein Trinksystem vorne wieder auffüllen, auch wenn dies noch nicht leer war. Bei den Verpflegungsstationen kann man, denke ich, froh sein, wenn man überhaupt irgendwas bekommt.

Danach entschied ich mich zu Thomas Steger aufzuschließen und trat das erste mal im Wettkampf ernsthafter in die Pedale. An der Gruppe vorbei und für die nächsten knapp 3km trat ich gut 360 Watt und es fühlte sich aber sehr kontrolliert an. Keiner der Gruppe folgte mir und so waren wir dann erstmal zu zweit, als es in die erste bergab Passage ging. Diese war nur sehr kurz und dann ging es für 15km leicht bergauf, wo man aber gut in Aeroposition fahren konnte. Ein paar Athleten konnten von hinten dann wieder aufschließen, aber dann wurde es ernst und ein langer steiler Berg stand an.

Ich wusste, dass Thomas Steger sehr gut bergauf fährt, also nahm ich mir vor an ihm dranzubleiben. Das war leichter gesagt als getan, für acht Minuten trat ich fast 400 Watt und fuhr den Berg mehr oder weniger voll hoch. Zwar blieb ich an Steger dran, aber ob dies eine clevere Idee war, wusste ich nicht. Beim Wendepunkt an der Spitze des Berges hatte ich für die bereits 45km 325 Normalized Power und dann ging es erstmal länger bergab, also gut zum „ausruhen“.

Zu zweit konnten wir knapp zwei Minuten Vorsprung auf den nächsten Athleten rausfahren. Vorne weg war seit Beginn Gulio Molinari und noch ein anderer Italiener, welche beim Wendepunkt circa 3 Minuten Vorsprung hatten.

Auf dem Rückweg wechselten Steger und ich mich gut ab. Wir waren schnell unterwegs, aber ich denke da haben wir einiges an Zeit liegen lassen, denn wir fuhren knapp 300 Watt oder weniger und es fühlte sich für mich relativ locker an, allerdings hatte ich nicht den Mut mehr zu treten. Bei der Verpflegungsstation auf dem Rückweg, 15km vor dem Radziel, konnten der Slowene Jaroslav Kovacic und der Österreicher Christoph Birngruber von hinten aufschließen und wir sammelten den Italiener von vorne ein, so waren wir eine Gruppe von 5 Athleten, die bis zur Wechselzone auch so blieb.

Beim Wechsel vergaß ich erstmal, dass ich Startnummer 19 habe und stellte mein Fahrrad an den Platz der Nummer 18. Nach kurzem Zögern bemerkte ich es und stellte mein Rad nochmal um. Außerdem musste ich nach dem Schuhe anziehen meinen Rücken kurz andehnen, da dieser extrem verspannt war und schmerzte. Ich ließ viel Zeit beim Wechsel und lief als letzter der Gruppe raus. Und auch das Loslaufen ging gar nicht, ich fand keinen Rhythmus und merkte wie heiß es eigentlich war. Den Italiener konnte ich relativ schnell einholen, doch die anderen drei liefen dasselbe Tempo wie ich, bzw. Thomas Steger noch schneller.

Am Wendepunkt der ersten von drei Runden á 7km holte ich dann Birngruber ein und war dann auf Position vier. Molinari hatte nach dem Radfahren über sechs Minuten Vorsprung. Kovacic war circa 100m vor mir.

In der ersten Runde gab es bei den hinteren Verpflegungsstationen auch nur Schwämme, so hatte ich ziemlich Durst und legte nach der ersten Runde erstmal eine Gehpause an der Verpflegungsstation ein, um so viel Wasser wie möglich über mich zu schütten und zu trinken.

Wie als ob ein Schalter bei mir umgelegt wurde, begann ich mich richtig gut zu fühlen und fand meinen Rhythmus. Ich kam immer näher an Kovacic und konnte ihn bei der Hälfte der Laufstrecke stellen. Mit einer Tempoverschärfung ging ich vorbei, so dass er keine Chance hatte dranzubleiben. Nun lief ich tatsächlich an dritter Position.

Es fing an wieder richtig Spaß zu machen und schon waren es auch nur noch 7 Kilometer. Natürlich tat alles weh und ich konnte kaum erwarten, dass es vorbei ist. Der Halbmarathon ging viel schneller rum, als ich vorher gedacht hatte.

Auf den letzten 500m fing ich schon an zu genießen und mich zu freuen. Auf der Zielgeraden bekam ich regelrecht Gänsehaut und lief als dritter hinter Molinari und Steger über die Ziellinie.

Ich war mega glücklich und zufrieden mit dem dritten Platz bei meiner allerersten Mitteldistanz. So kann es weiter gehen! Ergebnisse hier. Julian erwischte leider keinen guten Tag und kam als 25. über die Ziellinie.

Natürlich habe ich jetzt Blut geleckt und freue mich jetzt schon wieder auf meine nächste Mitteldistanz, aber dennoch werde ich noch etwas mehr wert auf Sprint und Olympisch geben, da ich erst 20 Jahre alt bin und erstmal meinen Speed maximieren sollte, bevor es dann komplett auf Mittel und später dann Lang gehen soll.

Danke an alle für die Glückwünsche und ein besonderer Dank gilt meinem Hauptsponsor: Meine Eltern. Einerseits natürlich für die finanzielle Unterstützung und andererseits für den allgemeinen Support in allem, was ich tue 🙂

In 1,5 Wochen starte ich in Ungarn auch schon meine erste Sprintdistanz für diese Saison und hoffe dort wieder frisch an der Startlinie zu stehen.

Bis dahin
Frederic

Pressemeldungen:

tri-mag.de

tri2b.com

dtu-info.de

 

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Frederic Funk Triathlon-Blog: Meine erste Mitteldistanz (Vorbericht)

Um mich selber auch wieder ein bisschen in den Rennmodus zu bringen, schreibe ich mal hier ein kurzes Update bzw. einen kleinen Vorbericht zu meiner ersten Mitteldistanz am kommen Sonntag.

Die letzten 2,5 Wochen seit dem Europa Cup in Melilla waren nahezu perfekte Trainingswochen. Weder mein gesundheitliches Befinden noch das Wetter machten mir bei irgendeiner Trainingseinheit einen Strich durch die Rechnung. Dazu war ich nie so müde und oder demotiviert, dass ich mal eine Einheit freiwillig weggelassen habe. Außerdem konnte ich bei einem 5000m Laufwettkampf komplett aus dem Training eine neue persönliche Bestzeit von 15:17min aufstellen. Ganz zufrieden war ich damit nicht mal, aber beschweren kann ich mich sicher nicht, hätte davor ja auch weniger trainieren können 😉

Ich bin sehr glücklich über diese zwei harten, aber dennoch nicht zu harten Trainingswochen und auch meine Trainingsergebnisse zeigen, dass die Form immer besser wird. Ich würde jetzt nicht sagen, dass ich bereit bin für meine erste Mitteldistanz, aber das ist wohl eher dem Respekt vor der Länge geschuldet. Die 1,9km Schwimmen im Mittelmeer werden für mich sicher keine Probleme darstellen, die 90km werde ich hoffentlich auch noch in einer respektablen Leistung hinbekommen, aber danach noch einen Halbmarathon? Ins Ziel bringen? Ja, gar kein Problem! Schnell ins Ziel bringen? Genau das ist die Frage. Wie schnell kann ich wohl noch laufen nachdem ich 90km auf dem Rad hart gearbeitet habe? Zu dem allen kommt auch noch die Ernährung, was bei meinen bisherigen Distanzen von unter zwei Stunden Rennzeit noch nie eine große Rolle gespielt hat. Da bin ich allerdings ganz zuversichtlich und denke mit meinem Unterstützer Muscle Milk Protein bzw. Cytosport eine gute Lösung gefunden zu haben, die ich auch schon in harten Trainingseinheiten erfolgreich getestet habe.

Das Feld bei der Challenge Riccione ist sicher auch kein schlechtes und es sind einige Athleten am Start, die ich selbst sehr bewundere und nun habe ich die Gelegenheit mich mit ihnen zu messen. Ich freue mich auf jeden Fall sehr auf das Rennen und war noch nie selber so gespannt auf mein Endergebnis. Drückt mir die Daumen!

Bis dahin
Frederic

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Frederic Funk Triathlon-Blog: Europa Cup Melilla

Der erste Triathlon der Saison 2018 ist schon wieder Geschichte, aber leider ist dieser nicht so gelaufen wie erhofft.

Am Freitag flog ich bereits mit meinem Vater von München über Madrid nach Melilla, eine kleine spanische Enklave an der Küste Marokkos. Unser zweiter Flieger war allerdings ein sehr Kleiner mit Propellern statt Triebwerken, jedoch waren wir nicht die einzigen Triathleten mit Fahrradtasche, die nach Melilla wollten. Mit uns waren circa 20 Triathleten in diesem Flieger und alle Fahrräder mitzunehmen war unmöglich. Schon beim Wegrollen konnte ich meine Fahrradtasche von weitem erkennen und hoffte es wenigstens am nächsten Tag nachgeschickt zu bekommen.

Der Wettkampf sollte erst Sonntag um 18 Uhr abends stattfinden, also war der Samstag zum Streckencheck, Wettkampfbesprechung, Speicher füllen, aber hauptsächlich zur Erholung da. Das Fahrrad bekam ich dann Gott sei Dank mittags und hatte noch genügend Zeit es nach dem Zusammenbauen auszuprobieren.

Nun aber zum Wettkampf selbst: Mit einer relativ hohen Startnummer von 56 (von knapp 70 Startern) hatte ich beim Line-Up leider keine große Auswahl mehr, dennoch war relativ weit links noch ein Platz frei und da ich lieber außen starte als in der Mitte, stellte ich mich dort hin. Die sehr guten Schwimmer hatten sich alle rechts aufgereiht. Bei einer Wassertemperatur von 16°C durfte mit Neopren geschwommen werden, so konnte ich den neuen Sailfish Ultimate IPS gleich unter Wettkampfbedingungen ausprobieren.

Dann hieß es „On your marks“ und das Startsignal ertönte. Beim Start kam ich erstmal richtig gut weg, da die Athleten neben mir sehr früh zum Schwimmen anfingen, obwohl das Wasser noch nicht zu tief war und Delfinsprünge möglich waren. Als das Wasser dann tiefer wurde und ich auch das Kraulen anfing hängte ich mich gleich in den Wasserschatten eines schnelleren Schwimmers. Ich wusste, das ich das hohe Anfangstempo niemals durchwimmen konnte, aber ich wollte bei der ersten Richtungsboje so weit wie möglich vorne platziert sein. Zuerst dachte ich, ich würde nur kurz hinter der Spitze schwimmen, aber als wir uns der Boje näherten, kamen die Athleten, die rechts gestartet waren hinzu und das war eine ziemlich große Gruppe. Um die Boje kam ich dann leider nicht ganz so gut rum, da ich ganz außen war und verlor dort wertvolle Sekunden.

Auf dem Rückweg der ersten Runde reihte ich mich dann in dem Wasserschatten der größeren Spitzengruppe ein und so wurde das Tempo auch deutlich angenehmer. In der zweiten Runde der 1500m kam ich deutlich besser um die Bojen und konnte dort einige Plätze gut machen.

Während des Wettkampfes war ich mir nicht sicher wie weit die vorderen Schwimmer sich gelöst hatten und ob ich jetzt gut geschwommen bin oder nicht. Erst als ich nach dem Wettkampf die Ergebnislisten sah und nur 19s Rückstand auf die Topschwimmer hatte, wusste ich, dass ich im Schwimmen auf dem richtigen Weg bin und endlich die vielen fehlenden Kilometer, verursacht durch meinen Schlüsselbeinbruch, aufgeholt habe. So viel schon mal dazu.

Als ich aus dem Wasser stieg, merkte ich, dass das Schwimmen mich sehr viel Energie gekostet hat. Aus dem Neo kam ich relativ schnell, doch plötzlich bemerkte ich, dass mein Helm und meine Sonnenbrille nicht an meinem Rad waren. Dank der aufmerksamen spanischen Zuschauer fand ich meinen Helm dann ein paar Meter weiter auf den Boden liegend und auch meine teure Sonnenbrille konnte ich noch retten. Leider verlor ich durch das hin und herlaufen gut 10-15s.

Dann ging meine Paradedisziplin los. Schon beim Losfahren merkte ich, dass meine Beine nach dem hartem Schwimmen nicht die Allerbesten sind, dennoch drückte ich alles was geht, um das Hauptfeld zu erreichen, dass ich bei meinem Wechsel verloren hatte.

Die Strecke war technisch extrem anspruchsvoll und es gab kaum mal eine Gerade, die länger ging als 200m, so musste man durchgehend antreten. Wir mussten 8 Runden mit je 4.5km fahren.

Nach gut zwei Runden „alles, was geht“ erreichte ich endlich das Hauptfeld, doch mit Ausruhen war auf der Strecke nichts. Natürlich war ich in der großen Gruppe erstmal ganz hinten und dort ist es definitiv am härtesten auf so einem technischem Kurs. Leider waren die Straßen zu eng für solch eine große Radgruppe und es war fast unmöglich in den vorderen Teil der Gruppe zu kommen. Außerdem muss man sich durchgehend aufmerksam sein, um potentiellen Stürzen auszuweichen.

Nach der Hälfte der Radstrecke hatte ich es dann endlich nach vorne geschafft und dann auch bemerkt, dass in der Gruppe niemand das Ziel hatte die Ausreißer von 5 Athleten zu stellen, sondern es war ein reiner Kampf um die Plätze im vorderen Teil der Gruppe. So verloren wir bis zum Ende der Radstrecke fast zwei Minuten auf die Ausreißergruppe. Gegen Ende der 36km langen Radstrecke war ich nicht aufmerksam genug und außerdem schon völlig am Ende, da meine Beine während des Radfahrens trotz Energieverpflegung leider nicht besser wurden, so verlor ich wieder einige Plätze und fuhr im hinteren Teil zum zweiten Wechsel.

An dieser Stelle muss ich mich einmal selbst loben: Zwar habe ich keinen Weltklasse zweiten Wechsel hingelegt, aber zum ersten mal seit Jahren konnte ich sehr schnell und flüssig wechseln und sogar einige Plätze gut machen. Hoffentlich klappt dies nun öfter so!

Das Loslaufen ging dann erstmal gar nicht, neben den schweren Beinen war mein Rücken von den ganzen Antritten etc. extrem verspannt und ich habe schon überlegt kurz stehen zu bleiben, um diesen zu dehnen. Nachdem ich in der ersten der 4 Runden extrem viel verloren habe, besserte sich mein Rücken so langsam und ich wurde etwas schneller. Leider ging an diesem Tag auch im Laufen einfach gar nichts und ich kämpfte nur gegen mich selber. Auf Platz 32 lief ich dann über die Ziellinie und war damit alles andere als zufrieden. Ergebnislisten findet ihr hier.

Wie jedes Jahr ist das erste Rennen der Saison ziemlich hart, aber unter meinen Trainingsleistungen. Ich denke mir fehlt einfach noch die Wettkampfhärte und -routine, um nach hartem Schwimmen hart radzufahren und nach hartem Radfahren, hart zu laufen. Wahrscheinlich wäre eine Sprintdistanz als Einstieg einfacher gewesen.

Nun eine Woche später bin ich vollständig vom Wettkampf regeneriert und das Training ist wieder voll im Gange. In genau zwei Wochen starte ich meine erste Mitteldistanz in Riccione (Italien), d.h. die Radkilometer werden jetzt auf dem Zeitfahrrad abgespult, um mich optimal an die aerodynamische Position zu gewöhnen.

Als kleinen Trainingswettkampf starte ich nächste Woche bei einem 5000m Bahnwettkampf und hoffe dort eine neue Bestzeit aufstellen zu können.

Bis dahin
Frederic

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Frederic Funk Triathlon-Blog: T minus eine Woche bis zum ersten Triathlon

Vor knapp 3 Wochen fand der nationale Leistungstest in Saarbrücken statt. Da ich weder darauf hintrainiert, noch das Training in der Woche davor reduziert hatte, erwartete ich nicht wirklich viel und war mehr gespannt auf meine nationale Konkurrenz. Trotzdem wäre ich beim Schwimmen gerne schneller gewesen. Das Laufen war den Bedingungen entsprechend dafür umso besser und ich hatte sogar die viertschnellste Laufzeit der Elite/U23.


Insgesamt erreichte ich somit den 10. Platz und 6. Platz in der U23. Mit gemischten Gefühlen, aber einem soliden Trainingswettkampf in den Beinen und Armen, ging es dann wieder nach Hause (mit einem kleinen McDonalds Stopp, da es zwei McMenüs zum Preis von einem gab!!).

Nur eine Woche später rief dann schon wieder das nächste Trainingslager: Mit dem Bayerischen Triathlon Kader geht es jedes Jahr zwei Wochen über Ostern nach Piompino in die Toskana. Dort konnte ich fleißig mit meinen Trainingskollegen Kilometer sammeln und auch schon einige intensive Einheiten trainieren. Nun bin ich auf der Rückreise und freue mich auf meinen ersten ernsthaften Wettkampf nächste Woche, wo ich beim Elite Europa Cup im spanischen Melilla die Qualifikation für die Welt Cup Ebene schaffen möchte. Die Form wird von Tag zu Tag besser und ich hoffe ich werde nicht mehr zu müde von dem anstrengendem Trainingslager sein, deswegen heißt es jetzt hauptsächlich: Beine hochlegen!

Bis dahin
Frederic

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Frederic Funk Triathlon-Blog: Deutsche Meisterschaften Crosslauf

Am vergangenen Wochenende verschlug es mich mit ein paar meiner Kader- und Trainingskollegen nach Thüringen, genauer gesagt nach Ohrdruf, zu den Deutschen Meisterschaften im Crosslauf. Während dies für 99% der Starter ein sehr wichtiger Wettkampf ist, ist es für uns Triathleten nur eine weitere harte „Trainingseinheit“ in der Vorbereitung auf die anstehende Saison.

Dementsprechend müde Beine hatten wir vom Training in den Tagen davor, aber machten uns auch keinen Druck, denn wir mussten keine spezielle Platzierung erreichen, sondern wollten unser bester geben und dann schauen, was dabei gegen die Laufspezialisten raus kommt.

Dieses mal durfte ich gegen die besten U23 Läufer Deutschlands antreten, nachdem ich bei den Bayerischen Meisterschaften in der Elite startete.

Wenige Sekunden nach dem Startschuss zur 7,6km langen Strecke war ich erstmal am Ende des Feldes, wobei ich nicht genau weiß, ob es an meinen langsamen Start oder an dem sehr schnellen Start der anderen lag. Wahrscheinlich ein bisschen was von beiden.

Das Gute daran: Nach der 1,8km langen Einführungsrunde schienen manche regelrecht zu stehen, da sie zu schnell losgelaufen waren und ich konnte schön „entspannt“ überholen. Konstanz war auf der harten Strecke wahrscheinlich auch der Schlüssel zum Erfolg, denn ich konnte auf den folgenden fünf Runden einen nach dem anderen überholen, was mich immer weiter motivierte, so dass ich in der letzten Runde sogar nochmal schneller wurde.

Auf Platz 17 der knapp 50 Starter lief ich dann über die Ziellinie. Zufrieden mit der Anstrengung und der somit harten Trainingseinheit, nicht ganz zufrieden mit der Platzierung. Auch wenn ich das unter den Laufspezialisten schwer einschätzen kann, denke ich, dass ohne die Krankheit in der Woche davor eventuell noch ein paar Platzierungen besser gegangen wären.

Am Samstag geht es nach Saarbrücken zur nationalen Leistungsüberprüfung, bei der wir 800m Schwimmen und 5000m Laufen dürfen. Ich bin gespannt, was ich im Vergleich zur Triathlonspitze Deutschland leisten kann, auch wenn meine Paradedisziplin Radfahren nicht dabei ist 😉

Bis dahin

Frederic

(Da ich leider kein Bild von der Deutschen habe, ist dies von der Bayerischen)

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Frederic Funk Triathlon-Blog: Die Saison kommt in Fahrt

Nachdem ich mir letzten Oktober mein Schlüsselbein gebrochen hatte und die Saison frühzeitig beenden musste, war der Fokus den Winter über die verlorene Grundlage wieder aufzubauen, um eine erfolgreiche Basis für die nun anstehende Saison zu schaffen. Dies ist mir bis jetzt sehr gut gelungen und die ersten Trainingslager und Laufwettkämpfe sind bereits hinter mir.

Gemeinsam mit dem Bayerischen Triathlon Kader konnte ich im Februar in Colonia St. Jordi auf der spanischen Insel Mallorca einige wichtige Kilometer sammeln. Nur eine Woche später fanden in Ruhstorf an der Rott die Bayerischen Meisterschaften im Crosslauf statt.

Als jüngster Starter in der Elite erreichte ich das Ziel der 5km langen Strecke auf dem vierten Platz.

Leider musste ich das Training kurz darauf krankheitsbedingt eine Woche pausieren. Seit zwei Tagen trainiere ich nun wieder und morgen finden bereits die Deutschen Meisterschaften im Crosslauf in Ohrdruf (Thüringen) statt, wo ich in der U23 an den Start gehen werde. Da man als Triathlet meistens sowieso schlecht gegen die besten Laufspezialisten aussieht, geht es für mich hauptsächlich um ein gutes Teamergebnis mit LAC Quelle Fürth.

Hoffentlich bringt mich dieser Wettkampf dann auch endlich in den Wettkampfmodus, denn nächste Woche messen sich die besten Triathleten Deutschlands über 800m Schwimmen im Becken und 5000m Laufen auf der Bahn. Zwar hat dies meiner Meinung nach wenig mit Triathlon zu tun, da es einerseits ganz anders ist im Freiwasser zu schwimmen und neben dem Radfahren einfach auch die Dreifachbelastung fehlt, die diesen Sport zu der Ausdauersportart macht, die sie ist. Trotzdem ist es manchmal gut zu wissen, wo man in Vergleich zu den Anderen steht.

Kurz darauf geht es dann auch schon in das nächste Trainingslager mit dem Bayerischen Triathlon Kader. Neben weiteren „Kilometer schrubben“ kommen in der Toskana dann auch schon intensivere Einheiten wie Koppeltraining mit ins Spiel, was für mich besonders wichtig sein wird, denn Mitte April steht der erste Triathlon an: Beim Elite Europa Cup im spanischen Mellila über die Olympische Distanz will ich in die TOP 10, um mir eine Startberechtigung für Welt Cups zu sichern, welches eins der Hauptziele für diese Saison ist.

Anfang Mai starte ich dann im italienischen Riccione meine erste Mitteldistanz, worauf ich schon sehr gespannt bin, da ich denke, dass mein Talent auf den längeren Distanzen liegt.

Welche weiteren Wettkämpfe ich diese Saison geplant habe, könnt ihr in meiner Jahresplanung nachsehen.

Nun bin erstmal froh meine Verletzung zu 99% auskuriert zu haben (Die Platte kommt erst nach der Saison raus) und ich freue mich auf die anstehenden Trainingseinheiten und Wettkämpfe.

Bis dahin

Frederic

 

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Frederic Funk – Porträt

Name: Frederic Funk

Geburtsdatum: 09.08.1997

Sportart: Triathlon

Disziplin:

Kader: D-Kader

Hobbys: Skilanglauf, Reisen, Netflix

Was ich besonders mag: Gutes Wetter, Zeit mit Freunde, Familie und Freundin, Training 😉

Was ich gar nicht mag: Schlechtes Wetter, Hupende Autofahrer beim Radfahren 😉

Lieblings-Essen: Süßkartoffeln

Getränk: Kaffee

Band: Placebo

Schulfach: Mathe

Serie: Game of Thrones

Film: Interstellar

Schauspielerin/Schauspieler: Christoph Waltz

Buch: The Circle

Sportlerin/Sportler: Lionel Sanders

Was ich noch sagen will: 

Sportliche Erfolge:

  • Deutscher Meister Junioren 2016
  • Platz 8, 6, 4 Junioren Europa Cups 2016
  • 25. Platz Junioren WM 2016
  • Sieg + Streckenrekord Rothsee Triathlon & Erlanger Triathlon 2017
  • 6. Platz Junioren EM Duathlon 2016

 

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