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Frederic Funk Triathlon-Blog: 1. Bundesliga Münster

Nach dem Bundesligarennen in Düsseldorf flog ich nach Ungarn, um dort zu trainieren und beim Elite Welt Cup zuzuschauen. Gerne wäre ich dort selber gestartet, aber habe die Qualifikationskriterien für die Weltcupebene dieses Jahr nicht erfüllt. Dafür hätte ich bei einem Continental Cup in die TOP 8 kommen müssen, da ich aber nur zwei zu gut besetzte Europa Cups gestartet bin, hab ich dies mit meiner diesjährigen Form noch nicht geschafft. Nächstes Jahr soll es aber auf jeden Fall klappen und zur Not starte ich einfach einen nicht so gut besetzten Afrika Cup, wo die TOP 8 auf jeden Fall drin sein sollte.

Stattdessen hatte ich eine sehr umfangreiche und gute Laufwoche mit etwas weniger Schwimmen und Radfahren. Und der Wettkampf war selbst von außen wieder ein wahnsinns Erlebnis. Leider erwischte ich auf dem Rückflug nach Deutschland eine Erkältung, die sich fast eine ganze Woche hinzog und ich auch mal 2 Tage mit Fieber im Bett lag. Ich werde nicht sehr oft krank und wenn ich mal nicht trainieren kann, habe ich sofort Angst um meine ganze Form.

Gerade noch rechtzeitig vor dem nächsten Wettkampf stand ich wieder auf den Beinen und konnte in jeder Disziplin auch noch eine härtere Einheit abspulen, um dann wieder die Beine hochzulegen und zu regenerieren. Auch wenn ich einiges an Training verpasst habe, macht es nie Sinn irgendwas nachholen zu wollen und sich extra müde zu machen, besonders vor einem Wettkampf. Da hilf nur die Geduld. Ich will damit jetzt nicht sagen, dass ich ein geduldiger Mensch bin 😀

Am Samstag ging es dann nach Münster zur dritten Runde der 1. Triathlon Bundesliga. Ich übernachtete wieder bei meinem Team in Witten, da Münster nur eine Stunde mit dem Auto entfernt war und der Start auch erst am Sonntagnachmittag um 15:30Uhr sein sollte.

Unsere Aufstellung war leider nicht ganz so gut wie bei den ersten beiden Rennen und es mussten gleich zwei unserer „Ersatzmänner“ an den Start. Da an dem Wochenende auch die Sprint EM in Tartu (Estland) stattfand, waren die Lehmann Brüder und der Däne Niklas Rössner leider verhindert. Neben mir s tartete noch der Brite Liam Lloyd, der Ungar Laszlo Tarnai und Lukas Engelbert und Lars Klinkenberg aus Deutschland.

Da wir im Moment in der Gesamttabelle auf Rang 4 waren, hatten wir beim Line-Up wieder eine gute Auswahl. Die ersten drei Teams stellten sich ganz links hin, so wählten wir die rechte Seite, da man ganz am Rand schön frei schwimmen kann und am Start kein Geprügel hat.

Die Wassertemperatur betrug 24°C, also war der Neo verboten. Nachdem wir aufgerufen wurden, mussten wir leider noch gut 5 Minuten im Wasser auf den Start warten und ich begann allmählich schon zu frieren.

Dann fiel endlich der Startschuss. Wie erwartet kam ich relativ gut weg, konnte allerdings das Tempo der schnellsten Schwimmer links von uns nicht mitgehen, obwohl ich das Gefühl hatte voll zu sprinten. An den beiden Wendebojen nach 250m war ich dann leider außen und musste so ein paar Meter mehr schwimmen, hatte dafür kein Geprügel. Auf dem Rückweg wachte ich dann endlich auf bzw. wurde endlich warm und arbeitete mich auf der rechten Seite nach vorne. Kurz vor Ende der Schwimmstrecke schwamm ich sogar auf die Spitzengruppe auf und stieg als 27. aus dem Wasser mit nur 20 Sekunden Rückstand nach vorne. Nach einem guten Wechsel und sehr harten ersten zwei Kilometern auf dem Rad saß ich auch schon in der Spitzengruppe. Leider ist die Radstrecke in Münster die wahrscheinlich anspruchsloseste Radstrecke überhaupt. Auf einer flachen dreispurigen Straße geht es fünf mal hin und her. Da kann man auch gleich einen Swim and Run machen.

Nach zwei Runden merkte ich auch, dass jegliche Attacken sinnlos sind. Es schlossen noch zwei weitere Gruppen von hinten auf, so waren wir ein 60 Mann großes Hauptfeld. Der Franzose Anthony Pujades, der das Rennen in Kraichgau gewonnen hatte und für Buschhütten startet, konnte mit Hilfe des Kameramotorrads von der Gruppe wegfahren und fuhr immer circa 200m vor uns her. Das Motorrad fuhr wirklich direkt vor ihm, was mich in dem Moment aber nur amüsiert hat. Niemand hatte Interesse den Ausreißer zu stellen, da er als guter Läufer so oder so vorne gewesen wäre. Später stieg er allerdings verletzungsbedingt aus.

Kaum machte das Hauptfeld in der letzten Radrunde mal ein bisschen Druck, hatten wir Pujades auch schon wieder und geschlossen ging es zum zweiten Wechsel. Beim Radfahren versuchte ich mich so gut es ging für das Laufen zu schonen, was eigentlich nicht meine Art ist, aber alles andere erschien mir sinnlos. Ich wusste, dass es bei solch einer Radstrecke ein sehr schnelles Laufen werden sollte und ich wollte mein Bestes dazu beitragen.

Die Wechselzone war nur circa 3m breit und das ist mit 60 Athleten einfach zu eng. Es gab pures Chaos, aber ich hatte glücklicherweise meinen Wechselplatz relativ am Anfang und hatte mein Rad schnell wieder los ehe es auf die Laufstrecke ging. Im vorderen Mittelfeld der Gruppe lief ich dann raus. Meine Beine waren alles andere als gut und mir rannten viele Athleten erstmal davon. Den ersten Kilometer muss ich auf jeden Fall lernen schneller zu laufen, denn da verliere ich immer am meisten Zeit auf die Spitze, während ich den Rest fast genauso schnell laufe.

Ab der zweiten der fünf Laufrunden wachten meine Beine so langsam auf und das Überholen ging los. Ich konnte von circa Platz 25 auf Platz 16 vorlaufen und auf den letzten 200m holte ich mir in einem starkem Endspurt noch Platz 14. Mein bestes Bundesligaergebnis aus Düsseldorf also um einen Platz verbessert! Das hätte ich bei so einer Rennkonstellation niemals für möglich gehalten, schon gar nicht nach meiner Krankheit. Aber wahrscheinlich war ich dadurch einfach mehr ausgeruht. Liam wurde 12ter, Laszlo erwischte leider keinen guten Tag und wurde 42ter, Lukas 62ter und Lars 73ter. Im Teamergebnis bedeutete das Platz 7, aber wir sind immer noch mit 4 Punkten Vorsprung vierter in der Gesamttabelle und für die letzten beiden Rennen sind wir auch wieder besser aufgestellt. Ergebnisse aus Münster gibt es hier.

Wenn man die Radstrecke noch ändern würde, wäre es echt ein richtig cooles Rennen, da es sehr zuschauerfreundlich ist.

Für mich geht es nun für 2 Wochen nach Hause zur Familie zum trainieren und entspannen bevor es über die Olympische Distanz beim Frankfurt City Triathlon am 5. August wieder weiter geht. Auf diesen Wettkampf freue ich mich besonders, da es einer meiner Lieblingswettkämpfe ist. 2015 wurde ich dort dritter, 2017 zweiter und es ist nun leicht zu erraten, was wohl mein Ziel für 2018 ist 😉

Bis dahin
Frederic

 

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Michelle Braun Triathlon-Blog: Bundesliga Münster – Es geht aufwärts!

Letzten Sonntag ging es wieder los. Ab ins Münsterland, nach Münster, dem Tätigkeitsfeld der Tatortermittler Prof. Boerne und Kriminalhauptkommissar Thiel und dem dritten Stopp der 1. Triathlonbundesliga. Ich reiste an, mit dem Willen endlich wieder zeigen zu können, dass mit mir zu rechnen ist. Nachdem ich meine Fehler aus Düsseldorf analysiert habe, war klar, die dürfen nicht wieder passieren. So versuchte ich locker zu bleiben, um gespannt und konzentiert an der Startlinie zu stehen.

In diesem Fall zu schwimmen, da es mit einem Wasserstart auf die 750 m lange Schwimmstrecke im Hafenbecken von Münster ging. Ich konnte mich gleich zu Beginn an schnelle Füße heften und kam gut positioniert an die erste Boje. Allerdings ging es dort wie immer ziemlich hart her, sodass ich mehrmals zurückgezogen und runtergedrückt wurde. Zum Glück gab es nur zwei Boje und ich konnte auf dem langen Rückweg wieder ordentlich Plätze gut machen und stieg als hervorragende 13. aus dem Wasser. Damit bin ich sehr zufrieden, da viele starke internationale Schwimmerinnen am Start waren. Leider setzte dann mein Kopf aus und ich rannte in der Wechselzone weit an meinem Rad vorbei. Dieser Anfängerfehler kostete mir wertvolle Sekunden und die erste Radgruppe. Die ersten drei der fünf Radrunden arbeite ich hart mit meiner bayerischen Kollegin Anabel Knoll zusammen, um auf die erste Gruppe aufzufahren. Doch nach einer Attacke in dieser, konnten einige daraus dem Tempo nicht mehr folgen. So splittete sich die Führungsgruppe auf und wir schafften es einen Teil davon einzuholen. Nachdem einer meiner Betreuer mir mitteilte, dass sich nur laufstarke Athletinnen in der Spitze befanden, schonte ich mich etwas für die kommende Disziplin. Trotzdem wollten wir das Tempo hoch halten, damit die schwächeren Radfahrerinnen wertvolle Kraft verloren, die ihnen dann beim Laufen fehlte. Nach einem sehr guten zweiten Wechsel, ging ich als erste meiner Gruppe auf die Laufstrecke, musste dann aber doch noch einige Athletinnen ziehen lassen. Die Beine fühlten sich gut an und ich bin sehr zufrieden mit meiner Laufleistung. Leider bekam ich auf den vierten und fünften Runde Probleme mit meinem Fuß, was mich etwas bremste. Doch ich hatte immer noch die 15. Laufzeit und wurde gesamt 14te. Bei diesem stark besetztem Rennen war ich mit dem erreichten Ergebnis sehr zufrieden. Ich wurde 6te Deutsche und mit dem Team ebenfalls 6ter, und unsere Leistung schob uns auf den 5ten Platz der Gesamtwertung.

Mein nächstes größeres Rennen ist dann der Europacup in Malmö am 4. August.

 

 

 

 

 

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Frederic Funk Triathlon-Blog: Triathlon Bundesliga Runde 2

Ein Wochenende Rennpause war nach meinen Wettkampfblock schon wieder mehr als genug, so ging es weiter nach Düsseldorf zur zweiten Runde der 1. Triathlon-Bundesliga. Düsseldorf war eigentlich schon immer ein ganz gutes Pflaster für mich, wahrscheinlich wegen der technisch anspruchsvolleren Radstrecke, so freute ich mich sehr auf das Rennen. Dieses Jahr sollte dort auch wieder die Deutsche Meisterschaft der U23/Elite über die Sprintdistanz stattfinden, jedoch ist es für mich persönlich einfach keine Deutsche Meisterschaft, wenn dort internationale Athleten an den Start gehen, die das Rennen „verzerren“. So ging ich auch nicht so vorbereitet in den Wettkampf wie vielleicht manch anderer deutscher Athlet und für mich persönlich war die Bundesligaplatzierung und vor allem die Teamplatzierung deutlich wichtiger.

Da ich zwei Tage vor dem Rennen noch beim Abiball meiner Schwester war, flog ich am nächsten Tag von München nach Düsseldorf, so war die Reise deutlich entspannter als es eine 7 stündige Autofahrt gewesen wäre.

Wieder hatten wir ein starkes Team an der Startlinie: Laszlo Tarnai und Bence Lehmann, beide aus Ungarn, Niklas Rössner aus Dänemark und Marius Güths und ich hielten die deutsche Quote hoch. Viele andere Teams waren geschwächt, da am selben Wochenende die Deutschen Meisterschaften der Jugend/Junioren in Grimma stattfanden und das Rennen in Düsseldorf somit ohne die meisten Junioren stattfand. Dennoch gab es auch einige, die sich einen Doppelstart zumuteten.

Die Wassertemperatur im Hafenbecken betrug knapp 22°C, also war der Neo verboten, was ich in Düsseldorf eindeutig bevorzuge, da der Weg von Schwimmausstieg zur Wechselzone sehr lange ist und im Vergleich zu den anderen Athleten kann ich sowas ohne einfach deutlich schneller laufen und mit Neo verliere ich Zeit.

Da wir in der Tabelle nach erst einem Rennen auf Rang 4 waren, wurden wir auch schon als vierter aufs Pontoon gerufen und stellten uns auf die linke Seite zu den ersten drei Teams aus Buschhütten, Saarbrücken und Potsdam. Nachdem alle Teams und die zusätzlichen DM Starter bereit standen, waren es immer noch 4min bis zum Start. Gott sei Dank waren es fast 30°C Außentemperatur, so frierte man wenigstens nicht.

Dann ging es endlich los. Ich kam erst richtig gut weg, hatte kaum Körperkontakt und fand gleich einen schnellen Wasserschatten. Leider blieb dies nur bis zur ersten Boje so, denn da ich nicht schnell genug war, konnte ich nicht vor den von rechts kommenden Athleten um die 90° Richtungsboje schwimmen und wurde nach außen gedrängt. Auch wenn man außen entspannt schwimmen kann, muss man halt leider einen weiteren Weg zurücklegen und verliert Plätze. So war es bei allen vier Bojen. Ich verstehe allerdings nicht wieso man noch 90° Richtungswechsel beim Schwimmen einbaut. Das macht vielleicht bei Lang- und Mitteldistanz Sinn oder allgemein bei Wettkämpfen, wo die Leistungsdichte nicht so hoch ist, aber in der Bundesliga?? Selbst bei der World Triathlon Series findet man so etwas nicht mehr und es ist auch ganz einfach zu lösen, man braucht nur mehr Bojen, die man als Kurve aufreiht. Das ist deutlich leichter zu schwimmen, es gibt weniger Geprügel und es ist einfach fairer. Aber die Bundesliga braucht ja auch noch Entwicklungsspielraum 😉 Auch wenn im French Grand Prix vielleicht mehr Geld fließt und bessere Athleten unterwegs sind, sind die Rennen der deutschen Triathlon-Bundesliga deutlich besser organisiert.

Nun zurück zum Wettkampf. Kurz vor dem Schwimmausstieg sah ich einen Namen die steile Treppe hochflitzen: Murray. Ich wusste, dass ich da hin muss, wenn ich auf dem Rad ganz nach vorne will. Das Laufen in die Wechselzone lief richtig gut und ich konnte auch da schon einige Plätze gutmachen. Die Spitze war circa 40s vorweg. Zusammen mit dem Niederländer und späteren Sieger Jorik van Egdom sprang ich aufs Rad und sofort wurde losgepresst. Die Lücke zur Radgruppe um Richard Murray war relativ schnell geschlossen, allerdings gingen auf dem Weg dorthin schon einige Athleten verloren, die das Tempo auf dem Rad nicht mitgehen konnten.

Es gab keine Zeit, um sich mal im Windschatten auszuruhen, denn als wir die Gruppe erreichten wurde gleich weiter ordentlich Druck gemacht, um die Spitzengruppe einzuholen. Die Strecke war technisch sehr anspruchsvoll und ich hatte viele Spitzen von über 1000 Watt und nach zwei der vier Radrunden über 400 Watt Normalized Power. Das war selbst für ein Windschattenrennen extrem viel und ich spürte es auch. Ohne meine Radstärke wäre ich wie viele andere Athleten auch einfach weggeplatzt. Nach zwei Runden holten wir dann auch die Spitze ein und nun waren wir circa 20-25 Athleten und hatten eine gute Minute auf die Verfolgergruppe. Laut dem Bericht der Deutschen Triathlon Union und dem Zielinterview von Lasse Lührs waren wir ja ein großes Hauptfeld vorne. Meiner Meinung nach sind 20 Athleten kein großes Hauptfeld, aber ja 😉 Ich muss zugeben, dass es das härteste Radfahren war, dass ich bis jetzt hatte und selbst Richard Murray hat dies später in seinem Instagram Post geschrieben und der war auch schon bei vielen WTS Rennen unter anderem in Leeds, wo er sogar gewonnen hat.

In der Spitzengruppe stieg ich dann vom Rad. Von meinem Team war noch Bence in der Gruppe. Niklas und Laszlo in der Verfolgergruppe. Ich war gespannt, was beim Laufen jetzt noch übrig war. Wie gewöhnlich nach einem harten Radfahren ging der erste Kilometer gar nicht, noch dazu war es sehr heiß und auch der Wind erschwerte die Laufbedingungen. Dann kam ich aber langsam in Tritt und begann Plätze gutzumachen. Das Tempo ganz vorne war natürlich sehr hoch. Da kann ich selbst mit frischen Beinen (noch) nicht mitlaufen. Leider gab es nur eine Verpflegungsstation auf der 2,5km Runde. Ich hätte mir gerne noch mindestens eine weitere gewünscht.

In der zweiten Runde wachten meine Beine erst so richtig auf und ich konnte die Lücke zu Bence und dem Italiener Steinwandter schließen. Gemeinsam mit den beiden und einen weiteren Italiener (Bader) ging es auf die letzten paar hundert Meter. Steinwandter erhöhte das Tempo, aber ich konnte mitgehen, Bader auch, Bence nicht. Auf der Zielgeraden holte ich nochmal alles aus mir raus, musste mich aber Steinwandter sehr knapp geschlagen geben (das Photo Finish würde ich gerne mal sehen). Platz 15. Mein bisher bestes Bundesligaergebnis, so kann es weitergehen. Ergebnisse hier.

Bence kam auf Platz 17 ins Ziel, Niklas und Laszlo konnten auf die Plätze 20 und 22 vorlaufen, somit wurden wir im Team erneut vierter! Das ist ein super Ergebnis, da die ersten drei Teams schon deutlich überlegen waren.

In der Wertung der Deutschen Meisterschaften wurde ich 9ter in der Elite und 6ter in der U23.

Insgesamt bin ich mit meinem Rennen sehr zufrieden, vor allem da ich wirklich alles aus mir rausgeholt habe, dennoch gibt es noch die ein oder andere Stellschraube zu drehen.

Nun ist mal eine etwas längere Wettkampfpause von 3 Wochen bevor es in Münster, der dritten Runde der Bundesliga, wieder zur Sache geht.

Bis dahin
Frederic

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Frederic Funk Triathlon-Blog: 1. Bundesliga Kraichgau

Die Deutsche Triathlon Bundesliga überrascht mich jedes Jahr wieder aus Neue. Mir ist zwar bewusst, dass es dort sehr schnell zur Sache geht und selbst Welt- und Europa Cups teilweise leichter sind, aber trotzdem habe ich das alles immer noch unterschätzt.

Mein Heimatteam aus Grassau hat sich wegen Starter- und Geldproblemen Ende letzten Jahres endgültig aufgelöst und ist nun nur noch in der Regionalliga am Start. So hieß es für mich ein neues Team zu finden. Nach zahlreichen Anfragen habe ich mich letztendlich für Witten entschieden, da dort auch die Lehmann Brüder und zahlreiche andere Ungarn sind, ist es für mich ja schon fast wie ein Heimteam 😉

Der erste Wettkampf stand vergangenes Wochenende wie jedes Jahr in Bad Schönborn in Kraichgau an. Das Besondere an diesem Wettkampf ist, dass der Start erst um 20Uhr Abend stattfindet, was ich alles andere als cool finde. Man ist den ganzen Tag nur angespannt und im Stress und nach dem Wettkampf ist der Tag dann auch schon vorbei, noch dazu ist der Körper auch nicht wirklich drauf eingestellt um 20 Uhr nochmal Vollgas zu geben.

Nun zum Wettkampf: Wir hatten eine ziemlich gute Startaufstellung mit Csongor Lehmann und Laszlo Tarnai, beide aus Ungarn, Niklas Rössner aus Dänemark und Lukas Eisenberger und mir aus Deutschland. Das Wasser hatte 24°C, also war der Neo verboten. Ich hätte mich sogar drüber gefreut, nur habe ich vom Team einen Anzug in der Größe M bekommen, der mir leider viel zu groß war und schon beim Einschwimmen merkte ich wie durch alle Öffnungen Wasser durchströmte.

Dann war es soweit, die Bundesliga Musik ertönte und wenig später fiel der Startschuss für die 16 Teams mit je 5 Athleten. Wir hatten uns ganz links aufgestellt, da man dort etwas weiter reinlaufen konnte, jedoch war der Weg zur ersten Boje dafür etwas länger. Zuerst kam ich richtig gut weg und hing mich gleich in den Wasserschatten von Csongor, von dem ich weiß, dass er sehr gut schwimmt. Dann drängte mich ein Athlet des Teams, welches rechts von uns gestartet war, komplett nach links. Ich dachte zuerst er will nur den Wasserschatten wegnehmen, doch er hörte gar nicht mehr auf nach links zu schwimmen, so wurde ich erstmal sehr weit abgedrängt bis ich die Gelegenheit hatte Seite zu wechseln. Da war der Zug aber schon abgefahren und ich kam sehr weit hinten an die erste Boje, wo ich leider dann auch weit außenrum schwimmen musste.

Auf der zweiten Hälfte gab ich nochmal alles, um nach vorne zu kommen, kam aber trotz guter Arme nicht wirklich vorwärts, vielleicht auch wegen des Anzugs, will ich jetzt aber nicht als Ausrede verwenden.

Als ich aus dem Wasser stieg wurde klar, dass es eine harte Aufholjagd auf dem Rad wurde. Meine Radbeine fühlten sich gut an und ich fuhr mit 500 Watt an die nächste Gruppe ran. Nachdem ich dort dann erstmal meine Schuhe angezogen hatte, ging es gleich weiter und die nächste Gruppe wurde anvisiert. Leider ist die Strecke in Kraichgau komplett anspruchslos und jeder konnte so mein Hinterrrad halten und dabei wahrscheinlich 100 Watt weniger treten.

Nach 1,5 Runden waren wir dann eine große Verfolgergruppe. Vorne gab es allerdings eine Ausreißergruppe mit den besten Schwimmern, wo mein Teamkollege Csongor drin war und auch mein Trainingspartner Fabian Kraft, der für Darmstadt an den Start geht und für den es sein erstes Bundesligarennen war. Zuerst war ich mir sicher, dass wir die Gruppe auch noch stellen können, aber diese arbeiteten zu gut zusammen und wir viel zu schlecht, sodass von hinten sogar noch eine Gruppe auf uns aufschließen konnte.

Manche Athleten denken ja es ist sinnvoller vor jedem Wendepunkt mit 1000 Watt an die Spitze zu sprinten und die Gruppendynamik zu zerstören anstatt beim Kreiseln zu helfen… Das hat mich im Rennen ziemlich aggressiv gemacht, aber so ist es nun mal in solch riesigen Gruppen und noch dazu auf so einer unehrlichen Strecke.

Über die gesamte Radstrecke hatte ich einen 46er Schnitt mit knapp 360 Watt Normalized Power. Der zweite Wechsel war dann natürlich reinstes Chaos und schon beim loslaufen merkte ich die Aufholjagd auf dem Rad. Es fiel nicht so leicht wie beim Europa Cup die Woche davor, trotzdem konnte ich ein hohes Tempo laufen. Die Laufstrecke dort ist nur extrem eng, so war die erste Runde ein reines Gestolpere bis sich alle so langsam einggegliedert haben. Es war eine lange Schnur von Athleten. Nie gab es mal eine größere Lücke. So blieb es dann auch bis zum Ziel. Mit einem für das harte Radfahren soliden Lauf kam ich als 28ter über die Ziellinie. Dennoch meine ich, dass ich schneller laufen kann.

Ich hatte mit einer Gesamtzeit von 50:20min nur genau eine Minute Rückstand auf Platz 1. Nur, um mal zu verdeutlichen wie eng es in der Bundesliga zugeht und hinter mir war es nicht anders. Jeder Fehler wird gleich mit ein paar Plätzen bestraft. Mit Csongor Lehmann, der zweiter wurde, Laszlo Tarnai auf Platz 13, Niklas Rössner auf 20 und mir auf 28 konnten wir einen 4. Platz mit dem Team erreichen, nur eine Platzziffer hinter dem Podium und auch nur eine Platzziffer vor Rang 5. Also selbst da ist es super knapp, aber wir sind sehr zufrieden mit dem vierten Platz. Nun werden wir beim nächsten Bundesligarennen in Düsseldorf auch eine noch bessere Startposition auswählen können.

Fazit über mein Rennen: Es war sehr hart, ich bin weder zufrieden noch unzufrieden. Hatte ziemlich viel trainiert in der Rennwoche, also kann ich mich kaum beschweren. Undich habe eine sehr gute Teamauswahl getroffen 🙂

Der Grund weshalb ich so viel trainiert hatte ist, dass ich diesen Sonntag meine zweite Mitteldistanz machen werde: Die Deutschen Meisterschaften beim Triathlon in Ingolstadt. Ich höre nur Gutes von dem Rennen dort und freue mich darauf!

Bis dahin
Frederic

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