Life happens.

Planen kann man Vieles, doch ob es dann auch immer so funktioniert, ist die andere Frage. Damit beschäftigt man sich als Leistungssportler sehr viel, sei es nach einem schlechten Wettkampf oder während einer Verletzungspause. Doch eben auch als Student, was ich dieses Semester leider feststellen musste. Nachdem ich mit dem Phantom Kurs zwei den praktischen Teil der Vorklinik im September abgeschlossen hatte, lagen zwei Semester theoretische Fächer vor mir. Unter anderem Biochemie und Physiologie. Beides relativ schwere Fächer, die vor allem durch Auswendiglernen geprägt sind. Das allein ist für mich schon Herausforderung genug, da ich eher durch praktisches Arbeiten und gute Erklärungen lerne.

Herausforderung Lernen

Ich würde mich selbst als emotionalen Lerntyp beschreiben, da es mir sehr leicht fällt mir Dinge zu merken die mit Emotionen verbunden sind. Finde ich etwas interessant bleibt es sofort „hängen“, auch Zusammenhänge verstehen klappt gut. Sehr schwer fällt mir allerdings, große Mengen an Information stur auswendig zu lernen. Doch in Biochemie ist das mehr als alles andere gefragt. Ist etwas auf den Vorlesungsfolien größer als Schriftgröße acht, ist es fürs Verständnis essenziell, für die Klausur aber komplett irrelevant. Die Fragen sind dann eher vom Typ: wenden sie an was auf Vorlesungsfolie 187 unten links kleingedruckt stand und bei dem wir gesagt haben das müssen sie nicht ins Detail wissen. Doch alles Jammern hilft nichts, denn so ist dieses Fach nun mal und ändern kann man daran eh nichts. Also werde ich für die Klausuren im nächsten Semester noch härter arbeiten müssen und hoffen das es dann reicht. Leider hatte ich während der Prüfungsphase auch noch zwei persönliche Schicksalsschläge zu verarbeiten. Zusammengefasst waren die letzten Monate keine besonders Schönen. Aber im Leben geht es eben nicht immer nur bergauf, sondern es gibt auch schwierige Zeiten, in denen man alles in Frage stellt und es einem so vorkommt, als passiere alles Schlimme auf einmal. Man denkt nichts läuft wie geplant und es geht nur noch bergab. Doch grade in diesen Zeiten hilft es mir, eine Familie und Freunde zu haben, die mich unterstützen und mir helfen das Positive zu sehen, weiter zu machen und den Mut nicht zu verlieren. Dafür bin ich mehr als dankbar, denn sonst würde ich nur immer weiter im Selbstmitleid versinken.

Sport hilft immer

Auch hilft mir in schlechteren Phasen der Sport. Den Kopf frei bekommen, an nichts denken, einfach mit sich selbst sein und Laufen. Höchstleistungen und neue Bestzeiten sind in solchen Phasen natürlich auch schwer zu erzielen, da der Kopf nie wirklich richtig frei ist. Trotzdem hatte ich beim Silvesterlauf in Nürnberg ein zufriedenstellendes Rennen und konnte über die 5km meinen alt bewährten 2ten Platz verteidigen. Auch bei den bayrischen Crosslaufmeisterschaften erzielten wir mit dem LAC Fürth einen tollen ersten Platz als Frauenteam.

Urlaub Trainingslager

Nach all dem Stress in den letzten Wochen ist jetzt aber erstmal Urlaub angesagt, auch wenn ich mich manchmal so fühle, als hätte ich es mir wegen den schlechten Prüfungsergebnissen gar nicht verdient. Doch ich hoffe in den kommenden 10 Tagen mit dem BTV im Trainingslager auf Mallorca den Kopf frei zu bekommen, um wieder frisch in die nächste Lernphase zu starten. Denn im April steht meine Wiederholungsklausur in Physiologie an. Bis dahin aber erstmal wieder mehr Sport und etwas Zeit für die schönen Dinge im Leben.

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Lange gab es nichts von mir zu hören doch jetzt melde ich mich mit guten Nachrichten zurück. Das dritte Semester ist für mich erfolgreich zu Ende gegangen und alle Prüfungen sind bestanden. Zudem habe ich seit April mein erstes Staatsexamen in der Tasche, das Vorphysikum, zugegeben auch das leichteste. Trotzdem hatte ich sehr viel zu lernen und viele Stunden Uni. Das dritte Semester ist eines mit dem meisten Uni Pflichtstunden (um die 37h) plus ca. alle 4 Wochen eine Prüfung. Das bedeutet jede freie Minute muss zum Lernen genutzt werden. Der Fokus lag in diesem Semster auf dem Präperierkurs und damit der topographischen Anatomie sowie dem Phantom 1 Kurs, einem zahntechnischen Kurs. Die Arbeiten im Kurs umfassten diesmal eine Brücke mit Kunststoffverblendung, mehrere Provisorien und das Präparieren von Kunststoffzähnen als Vorbereitung für Kronen oder Brücken. Zum ersten Mal ging es dafür in voller zahnmedizinischer Montour in die Klinik. Das “Opfer” unserer ersten Versuche wurde “Herbert”- unser Phantomplastikkopf. Er war ein sehr dankbarer Patient, hielt immer brav den Mund offen und verzieh großzügig die Anfängerfehler. Nach einigen Zähnen hatte man dann den Dreh raus und es fing an Spaß zu machen. Vor der abschließenden praktischen Prüfung hatte ich dann allerdings doch ganz schön Bammel, doch dank meiner guten Assistentin Kathi, die mich immer überzeugte, dass ich eine ordentliche Leistung ablieferte, ging alles glatt und ich konnte einen weiteren Haken setzten. Im Studium arbeitet man meist in zweier Teams, ein Student arbeitet und einer assistiert. Auf dem Foto sind also Kathi und ich bei einer von Herberts vielen Behandlungen zu sehen.

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Doch nicht nur das dritte Semester ging im Frühjahr wieder los, auch die Bundesligasaison 2019. Da ich mein Training auf Grund des Studiums stark zurück fahren musste (von ca. 23h auf 9h), musste ich auch meine Erwartungen an meine Leistungsfähigkeit anpassen. Es ist nicht leicht zu akzeptieren das man nun nicht mehr so gut sein wird, wie man es unter normalen Trainingsbedingungen wäre und man muss sich selbst immer daran erinnern, das man diese Entscheidung bewusst getroffen hat. Doch ich wollte trotz meiner Umstände mein Team, TuS Neukölln Berlin, dieses Jahr in der ersten Bundesliga unterstützen und so gehe ich alle vier Rennen an den Start. Drei sind bereits Geschichte, Kraichgau, Düsseldorf und Tübingen. Bei allen drei Reannen konnte ich solide Leistungen bringen, mit denen ich, den Umständen entsprechend, zufrieden bin. In Kraichgau wurde es für mich Platz 20, da hatte ich noch gute Trainingsreserven, weil das Semester noch nicht so weit fortgeschritten war. Mit zunehmendem Prüfungsstress, hieß es für mich sogar auch am Wettkampftag für die Uni zu lernen. Das hilft zumindest gegen die Vorstartnervosität, jedoch nicht umbedingt für konzentrierte Stoffaufnahme. Das spiegelte sich auch in meinen Leistungen wieder, Platz 22 und 25, mit denen ich immernoch sehr zufrieden bin. Das letzte Rennen der Bundesligasaison findet dieses Jahr im Rahmen der “Finals” in Berlin statt. Ein Wochenende ganz im Zeichen des Deutschen Spitzensports, mit Deutschen Meisterschaften in 10 Sportarten. Mit dabei sind Leichtathletik, Schwimmen und neben Triathlon noch viele weitere spannende Sportarten. Das Rennen wird am Samstag den 03.08 um 10:15 live in der ARD übertragen. Ich freue mich, Teil dieses Großereignisses zu sein und hoffe eine möglichst gute Leistung zeigen zu können, denn für meinen Verein ist das schließlich das Heimrennen. Ich würde mich freuen wenn einige zusehen und nach der Nummer 18 Ausschau halten werden.

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Suche nach Konzentration trotz Prüfungsstress in Düsseldorf, Foto: Joerg Schueler

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Letztes Jahr um diese Zeit musste ich mich ordentlich reinhängen um die zeitliche Doppelbelastung Triathlon und Abitur zu meistern. Genau ein Jahr später gehts für mich jetzt wieder los mit dem lernen und dem knappen Zeitplan. Nachdem ich im Herbst noch beschlossen hatte, mich ein Jahr nur auf den Sport zu fokussieren, mir aber leider meine Krankheit einen Strich durch die Rechnung machte, beschloss ich mich schon jetzt meinem zweitem Traum, dem Zahnmedizinstudium zu widmen. Am 9.April startete ich in Erlangen in mein erstes Semester. Im Gegensatz zu anderen Studiengängen hat man in Zahnmedizin fast nur Pflichtvorlesungen und viele Stunden Uni. Zudem gibt es kaum Möglichkeiten, dass auf Leistungssportler Rücksicht genommen wird. Das ist für mich sehr schade, denn in fast allen anderen Studiengängen ist dies möglich. Im medizinischen Bereich gibt es definitiv noch Nachholbedarf um eine duale Karriere möglich zu machen. Ich werde jedoch solange wie möglich versuchen beides unter einen Hut zu bringen, denn ich bin noch nicht bereit die Triathlonschuhe an den Nagel zu hängen. Der Wille ist da und hoffentlich auch ein Weg.

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