Sportblog Simon Henseleit: Grundausbildung Bundeswehr

a ich gehe zur Bundeswehr und habe mir das alles auch gründlich überlegt!

Ja ich gehe zur Bundeswehr und habe mir das alles auch gründlich überlegt! Wer jetzt bei der Bundeswehr an Auslandeinsätze, schießen und Soldatendasein in Kasernen denkt, liegt völlig falsch;) Ich bin zwar aktuell in Hannover in der Kaserne. Allerdings läuft das bei uns Sportlern etwas anders, als bei normalen Rekruten.

Erst einmal gibt es bei der Bundeswehr ein Kontingent für Leistungssportler. Mit der Perspektive auf Olympiamedaillen, oder Weltmeistertitel. Also grob gesagt für Nationalkaderathleten. Die einzelnen Dachverbände entscheiden dann, welche Kaderathleten diese Plätze bekommen. Hier ein großes Dankeschön an die Deutsche Triathlon Union, die mir das ermöglicht! Dementsprechend sind in meinem Zug nur Leistungssportler aus den verschiedensten Sportarten. Unser Auftrag ist einfach gesagt, möglichst gut in unserem Sport zu werden! Dafür ist auch die Grundausbildung von drei Monaten auf vier Wochen gekürzt. Wir lernen wirklich nur das Nötigste – dazu gleich mehr. Außerdem sind die Ausbilder nur für Sportler zuständig. Sie beenden den Tag meistens so, dass noch Zeit bleibt eine kleine Einheit zu trainieren. Zum Glück haben meine Kameraden auch alle Bock die Grundausbildung durchzuziehen. Also, dass sie immer mit arbeiten, so dass wir auch keinen Stress mit den Ausbildern haben!

Bis jetzt stand viel Formaldienst auf dem Programm. D.h. viel im Gleichschritt marschieren, die wichtigsten Befehle kennen lernen und auch ausführen zu können. Das war den Ausbildern so wichtig, da wir letzte Woche Dienstag – im Rahmen des öffentlichen Gelöbnisses vor dem Reichstag in Berlin – unseren Eid abgelegt haben. Wer da die Nachrichten gekuckt hat, hat mich ja vielleicht gesehen;). Es war auf jeden Fall ziemlich kalt und das lange Stehen hat es nicht gerade besser gemacht… Aber eine coole Erfahrung und tolle Kulisse mit rund 450 Rekruten vor dem Reichstag zu stehen!

Außerdem haben wir gerade eine Sanitätsausbildung. Hier wird die Theorie auch mit der Praxis verbunden. Es ist auch immer ganz lustig, uns gegenseitig aus LKW´s zu retten oder auf Tragen abzutransportieren. Der Verwundete ist dann komischerweise immer der gleiche Typ: ein 120kg schwerer Ringer! Warum auch immer?!

Es ist auch sehr interessant mal andere Sportarten genauer kennen zu lernen. Die verschiedensten Anforderungen, sei es im Training oder Wettkampf, zu erfahren. Als Zusammenfassung lässt sich sagen, dass Triathlon nicht gerade die bequemste Sportart ist. Sie ist definitiv mit einem sehr hohen Trainingsaufwand verbunden. Trotzdem würde ich mit keinem Sportler tauschen wollen. Ich finde nach wie vor, dass Triathlon einem enorm viel zurück gibt. Und einen selbst, durch immer wieder neue Herausforderungen, nicht nur als Sportler, sondern auch als Person im Leben weiterbringt. (Kleiner philosophischer Ausbruch meinerseits)

Die Grundausbildung dauert jetzt noch zwei Wochen und danach geht es direkt ins erste Trainingslager der Saison nach Fuerteventura.

Bis dahin werde ich erstmal, wie es in der Bundeswehr so schön heißt:

“wegtreten und befohlene Maßnahmen ausführen!”

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