Woche 0: Alles auf Anfang

Zurück auf dem Weg nach Hause, zusammen mit vielen vielen Trainingsstunden und dem ersten Rennen der Saison im Gepäck. Hier ein kurzer Rückblick…

No 1: Las Playitas – Fuerteventura

Los ging’s zusammen mit der Nationalmannschaft in Fuerte. Hier hatte ich kaum eine Einheit die mir schwer gefallen ist. Ich bin immer besser in den Rhythmus gekommen und würde die Zeit als das perfekte Trainingslager bezeichnen. Drei Wochen sehr hochqualitatives Training, gute Laune, gutes Wetter und einige Fotoshootings;) 

Am Ende der Zeit war ich natürlich – wie es sich für ein ordentliches Trainingslager auch gehört – ordentlich müde und habe mich schon auf den Ortswechsel gefreut.

No 2: Colonia de Sant Jordi – Mallorca

Weiter ging’s zusammen mit dem Nachwuchs des Bayerischen Triathlon Verbandes. Nach drei ruhigeren Tagen, habe ich hier noch einmal eine Woche intensiv trainiert, bevor ich zusammen mit Michelle für eine „Urlaubswoche“ nach Port de Soller gefahren bin. Rückblickend, hätte mir nach Fuerte eine komplette Entlastungswoche besser getan, aber das war in diesem Fall zeitlich einfach nicht drin. Dazu kam auch einfach noch der Stress vor Ort mit einigen Coronainfektionen und der Ungewissheit, ob ich mich selbst nicht doch auch angesteckt haben könnte. Am Ende bin ich hier zum Glück noch einmal davon gekommen, aber es hat mich trotzdem ziemlich belastet. 

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No 3: Port de Soller – Mallorca

Die sieben Tage hier waren wirklich sehr erholsam! Durch die langen Saisons, vielen Wettkämpfe und Ausbildungen bei der Bundeswehr, war ich seit über zwei Jahren in keinem gemeinsamen Urlaub mehr mit Michelle. Daher war es definitiv mal wieder Zeit dafür und Port de Soller war genau der richtige Ort dafür. Ein bisschen Wandern, Radfahren, Laufen und Schwimmen… alles ohne viel auf den Tacho oder die Uhr zu kucken, aber um das Gefühl nicht ganz zu verlieren und einfach Spaß an der Bewegung zu haben. 

4: Girona – spanisches Festland

Last but not least, zwei Wochen in Girona zusammen mit meiner Trainingsgruppe aus Nürnberg. Hier hat uns dann das Glück mit dem Wetter verlassen und das Tief über Südeuropa voll erwischt! Viel Regen, wenig Sonne und 13-15 Grad sind nicht optimal. Hätten wir das vorher gewusst, hätte man sich den Aufwand natürlich sparen können, denn in Deutschland regierte das Hoch. Hätte hätte… Am Ende haben wir uns irgendwie arrangiert und trotzdem gut durchgezogen, aber es macht einfach nur halb so viel Spaß (oder manchmal auch gar keinen)

No 5: Saisoneröffnung Quarteira – Portugal

Um für das Ganze einen würdigen Abschluss zu finden, habe ich schon relativ früh beschlossen, den Europacup in Quarteira zu starten. Mir persönlich hilft auch ein unmittelbares Ziel auf das ich hinarbeiten kann immer sehr gut. Auch wenn ich wusste, dass ich noch nicht bereit war 100% abzuliefern und wir den Fokus in den letzten Wochen eher noch auf Grundlageneinheiten hatten. Ich hatte einfach Lust ein Rennen zu starten und zu sehen, wo ich gerade im Vergleich zur Konkurrenz stehe. 

Meine Erwartungen im Vorfeld waren also nicht sonderlich hoch und ich war ganz schön nervös, als ich am Samstag Nachmittag an der Startlinie stand. Das Feld war sehr gut besetzt und auch einige Top Athleten aus Japan und den USA waren mit dabei. Dementsprechend ging’s dann beim Schwimmen gleich zur Sache und auch wenn ich mich noch nicht so fit fühle, habe ich doch auf einen besseren Tag gehofft. 

Von Anfang an konnte ich einfach keinen Druck aufbauen und bin irgendwo im Mittelfeld vor mich dahingeschwommen. Obwohl ich immer wieder versuchte meine Frequenz zu erhöhen und mich nach vorne zu arbeiten, war es einfach nur höllisch anstrengend. Meine Arme waren schwer und ich war nur damit beschäftigt genug Luft zu bekommen und an den Bojen nicht zu arg in Bedrängnis zu geraten. Das Ganze setzte sich dann auch beim Radfahren und Laufen fort. Auf dem Rad konnte ich mich zumindest noch mit einigem Kraftaufwand in die zweite Gruppe vorarbeiten, aber beim Laufen war mein Körper nach ein paar Kilometern einfach am Limit. Mit Atemproblemen und Krämpfen in den Beinen musste ich dann das Tempo rausnehmen und hab mich erst am Ende wieder etwas erholt und konnte mit einer halbwegs passablen Zeit (32:43min) an 37er Position ins Ziel laufen. Wer noch ein paar Details wissen will, kann sich gerne den Podcast von gestern anhören. Die Tonqualität wird wahrscheinlich nicht überragend sein, denn wir haben am Flughafen kurz vor Abflug aufgenommen…

Nicht gerade das, für was ich angereist war, aber für mehr hat es am Samstag einfach nicht gereicht. Schon ziemlich frustrierend wenn man ein paar Monate zuvor, beim gleichen Rennen noch auf dem Podest gestanden hat und jetzt nicht mal eine Minute in der Übertragung zu sehen war… aber gut, abhaken und weiter machen. Ich habe mich eigentlich auch relativ schnell wieder motiviert und das Rennen verarbeitet. Es ist noch sehr früh in einer sehr langen Saison und die Grundlage ist gelegt. Das erste Rennen ist nie einfach und ist hiermit abgehakt!

Fazit

Würde ich das Ganze wieder machen? Eher nicht. Nach einem sehr langen Winter in Nürnberg letztes Jahr, hatte ich dieses Jahr einfach Lust auf so einen Trip und durch den Kurzurlaub auf Mallorca hat sich das Ganze einfach so ergeben. Jetzt freue ich mich aber sehr wieder in Nürnberg zu sein und hier zum normalen Leben zurückzukehren. Ich bin schon eher ein Typ der auf Routine steht und mag es auch einfach sehr in Nürnberg zu sein. Nächsten Winter also dann eher zwei dreiwöchige Trainingslager und keinen zu frühen Saisoneinstieg;)

Woche 7: Regen im Paradies

Letzte Woche gab schon wieder einen Ortswechsel und so langsam neigt sich mein Spanien Trip dem Ende entgegen. Seit Donnerstag letzter Woche bin ich im Heiligen Land der Triathleten und Radfahrer – in Girona. Das Wetter spielt leider noch nicht so mit, aber Regen tut zur Abwechslung ja auch mal ganz gut. Bis jetzt haben wir das Training auch ohne große Einschränkungen durchziehen können und vor allem der Tag gestern hatte es in sich. Alle Details und Werte der gestrigen Einheit hier im Blog.

Normalerweise steht der klassische Montag immer im Zeichen der Erholung. Da wir aber gerade erst am Anfang des Trainingslagers hier stehen, hat es sich im Trainingsrythmus so ergeben, dass der gestrige Monat ziemlich vollgepackt und intensiv war.

In der letzten Woche habe ich insgesamt eher weniger und ruhige Einheiten trainiert, um mich nach dem intensiven und umfangreichen Februar wieder gut zu erholen. In den sieben Tagen in Soller war ich nur zweimal im Pool und so war ich gestern zwar ausgeruht, hatte aber nicht das beste Wassergefühl. Im Radfahren und Laufen tut mir persönlich so eine Entlastungswoche immer ganz gut, aber im Schwimmen brauche ich immer wieder ein Tage, um das Wassergefühl wieder zu finden. Zum Glück stand daher gestern ein VO2max Set auf dem Plan, denn 50er gehen immer 😉

  • 1,5km einschwimmen mit Technik, Wassergefühlsübungen & kurzen Sprints zur Aktivierung
  • Hauptprogramm:
    • 400m GA1 (5:19min) + 4x50m (30-31sek) Abgang: 1min
    • 500m GA1 (6:40min) + 5x50m (29-30sek) Abgang: 1:15min
    • 600m GA1 Arme mit PB (7:10min) + 6x50m (28-29sek) Abgang: 1:30min
  • 2x500m locker ausschwimmen

Für die nächste Einheit ging’s dann um 13 Uhr aufs Rad. Hier hatten wir die Aufgabe insgesamt eine Stunde lang knapp unterhalb der “Laktat drei Schwelle” bergauf zu fahren. Zitat von meinem Trainer: “schön kontrolliert fahren, Laktat haben wir heute im Schwimmen schon genug gebildet.” Diese Art von Training gehört auch definitiv zu meinen Lieblingseinheiten! Man kann sich in diesem Anstrengungs-Bereich sehr lange aufhalten und somit entweder lange schnell oder ziemlich weit den Berg hochfahren. Das finde ich eigentlich beides gleichermaßen cool 😉

Natürlich ein altes Bild von Fuerte. Kurz kurz geht hier leider nicht, aber dafür war ich nicht alleine, sondern in der Gruppe unterwegs

Für das Radset sind wir an den berühmten Als Angels Anstieg hier gleich um die Ecke gefahren. Eigentlich sollten wir 4x15min fahren, aus Erfolgserlebnis-Gründen haben wir dann aber spontan beschlossen, drei Mal den gesamten Berg hochzufahren und in der vierten Wiederholung nur noch die fehlende Belastungszeit zur vollen Stunde abzuarbeiten.

  • 1. DG: 17:10min: 57rpm/ 136bpm/ 353W
  • 2. DG: 17:00min: 66rpm/ 135bpm/ 345W
  • 3. DG: 17:16min: 76rpm/ 138bpm/ 353W
  • 4. DG: 9:00min 83rpm/ 140bpm/ 359W

Zusatzaufgabe war (wie man erkennen kann) eine Trittfrequenzsteigerung vom Kraftausdauerbereich (55-65rpm) bis hin zu 80-90 Umdrehungen.

Die letzte Einheit des Tages war ein Koppellauf, unmittelbar im Anschluss an das Radprogramm. Hier hatten wir die Vorgabe uns in die Aufgabe hineinzuarbeiten und das Tempo mit abnehmender Belastungszeit zu steigern.

Programm: 6-5-4-3-2-1min Belastung, Pause = halbe Belastungszeit locker joggen (3-2,5-2-1,5-1min) Für die Wattwerte verwende ich den STRYD Power Sensor, ist relativ genau und interessant, da hier im Gegensatz zur reinen Geschwindigkeit, die Windverhältnisse und Steigung mitberücksichtigen werden:

  • 6min: 418W/ 3:28min/km / 145bpm
  • 5min: 430W/ 3:21min/km / 156bpm
  • 4min: 439W/ 3:13min/km / 163bpm
  • 3min: 454W/ 3:07min/km / 168bpm
  • 2min: 468W/ 2:56min/km / 173bpm
  • 1min: 486W/ 2:48min/km / 172bpm

Der Koppellauf war der erste schnellere Koppellauf in dieser Saison und ich bin sehr zufrieden mit dem aktuellen Gefühl im Training. Für den Rest der Woche steht dann wieder vermehrt ruhigeres und längeres training auf dem Plan und der Freitag wird noch einmal intensiv. Außerdem hoffe ich, dass ich endlich mal wieder eine Podcastaufnahme hinbekomme. Das war in den letzten Wochen leider zeitlich nicht drin, aber Julian und ich sind dran einen gemeinsamen Zeitslot zu finden;)

Ansonsten bis nächste Woche und ich hoffe euch haben die Trainingseinblicke gefallen!