Erste harte Arbeitswoche

Nach einer Pause läufts bei mir immer erstmal gut. Ich gehe ausgeruht in jede Einheit und da sich der Umfang und die Intensität in der ersten Woche noch in Grenzen hält, reicht die Frische und das gute Gefühl noch für jede Einheit. Die zweite Woche fühlt sich dann meistens schon etwas härter an. Die Muskulatur wird müde und mein Körper erholt sich zwischen den Einheiten nicht wieder komplett. In der dritten Woche wird’s dann meistens richtig zäh!

Hier ist genau der Punkt erreicht, an dem ich die Tage ohne Training merke und muskulär ziemlich im Eimer bin. Dann fühlt sich jede Einheit nach Arbeit an und ich habe öfter an die letzten Rennen dieses Jahr gedacht um die Einheit durchzuziehen und mich zu motivieren. Letzte Woche war dann auch noch das Wetter so schlecht, dass ich fast ausschließlich auf der Rolle gefahren bin und ich mich schon wie im Winter gefühlt habe! Aber genug gejammert, ich habe die Woche gut durchgezogen und liege gerade auf der Couch und genieße den ersten lockeren Tag. Hier ein paar Insights was ich genau letzte Woche trainiert habe:

Schwimmen

  • Umfang: 25km/ 7:30h/ fünf Einheiten
  • Härteste Einheit: Freitag morgen/ 5,2km/ 1:30h mit folgender Hauptserie
    • 2x (8x25m submaximal (Abgang 30sek) + 300m Übergang + 400m locker)
    • 2x (4x75m submaximal (Abgang 1:10min) +300m Übergang + 400m locker)

Rad

  • Umfang: 440km/ 14:00h/ fünf Einheiten
  • Härteste Einheit: Samstag Nachmittag/ 85km/ 2:30h
    • 40min einfahren
    • 15min 330W
    • 30min (1min 400-415W/ 1min 220-230W)
    • 15min 330W
    • direkt Koppellauf im Anschluss (12km/ 45min)
    • 40min ausfahren
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Quelle: Tom Meyer

Lauf

  • Umfang: 52km/ 3:45h/ vier Einheiten
  • Härteste Einheit: Mittwoch morgen/ 16km/ 1:10h
    • 15min einlaufen
    • 2x (7x300m (53sek)/ 100m locker (30sek) + 2km (7:00min))
    • 15min auslaufen
Quelle: Tom Meyer

Kraft

  • Umfang: 2:15h/ zwei Einheiten
  • Kraft- und Athletiktraining zählt definitiv nicht zu meinen Lieblingseinheiten, aber ich bin der Meinung, dass man davon enorm profitiert – vor allem für die Verletzungsprophylaxe im Laufen und fürs Schwimmen.

Die aktuelle Woche steht auf jeden Fall im Zeichen der Regeneration. Natürlich bleibe ich im Rhythmus und habe jeden Tag zwei Einheiten auf dem Plan, aber die Intensität hält sich in Grenzen und auch der Gesamtumfang ist eher eher um die 20 Stunden. (letzte Woche 27:30h)

Am Sonntag geht es dann in die Sonne nach Mallorca! Das letzte Trainingslager mit der DTU hat echt Bock gemacht und ich hoffe dann wieder richtig in Form zu kommen und ein paar gute Einheiten mit den Jungs abzureißen 😉

Nacht des Sports in Nürnberg

Die letzte Woche stand ganz klar im Zeichen des Training – zurück zur Routine und wieder in den Rhythmus kommen. Das Highlight war aber ganz klar der Freitag Abend, bzw. Freitag Nacht 😉 Der goldene Ring hat ein ziemlich cooles Event auf die Beine gestellt und zur ersten “Nacht des Sports” in Nürnberg geladen.

Kurzer Nachtrag für alle die hier noch nicht im Bilde sind: der goldene Ring ist ein gemeinnütziger Verein in Nürnberg, der Athleten mit Olympia- und auch Paralympicsperspektive fördert. Ich lebe ja inzwischen schon seit acht Jahren in Nürnberg und werde seit gut zwei Jahren gefördert. Ab 50€ pro Jahr kann hier übrigens jeder Fördermitglied werden, falls also Interesse besteht pack ich mal den Link hier mit rein 😉

Das Ziel des Events am Freitag war, ein tolles Event auf die Beine zu stellen im gleichen Zuge Geld für unsere Förderung zu sammeln. Ich denke mal, dass das definitiv gelungen ist! Livemusik, gutes Essen, Getränke, eine Tombola und Talks mit uns Athleten… es war eigentlich alles geboten und mir hat der Abend sehr viel Spaß gemacht. Es war schön zu sehen, wie viele Menschen im Zeichen des Sports zusammen kommen und dass auch neben dem Fußball, Platz für andere Sportarten in Nürnberg ist. Gerne also mehr davon nächstes Jahr!

Hier noch ein paar Eindrücke des Abends:

Danke an dieser Stelle auch an Volker und ipp, die seit Jahren ebenfalls Förderer des goldenen Rings sind und hier einen wichtigen Teil zur Unterstützung lokaler Sportler leisten!

Bis nächste Woche

Der Anfang vom Ende

Auch wenn die Saison schon ziemlich fortgeschritten ist, gibt es für mich noch einmal einen Neustart. Nach vier Wochen Laufpause, einer Woche Offseason und der letzten Woche in Italien, fühle ich mich sowohl körperlich als auch mental wieder bereit für einen letzten Trainingsblock. Ein großes Rennen gibt es dieses Jahr (hoffentlich) noch!

Den Block hier möchte ich nutzen, um mit den letzten Wochen aufzuräumen und um euch von Anfang an, im Aufbau für das letzte Rennen der Saison, mitzunehmen. Zuerst aber mal zu den letzten Wochen…

Der letzte Blog ist schon etwas her und in der Zwischenzeit ist viel passiert. Leider musste ich nach den tollen Erlebnissen und Erfolgen in Nürnberg und München, eine Laufpause einzulegen und somit auch die Weltcups in Valencia und Karlsbad absagen. Die genaue Ursache für die Schmerzen in meinem rechten Unterschenkel sind leider immer noch nicht ganz klar, aber so wie es Meistens ist, kamen hier vermutlich mehrere Faktoren zum Tragen. Angefangen hat das Ganze mit einem Ziehen in der tiefen Wadenmuskulatur nach dem Weltcup in Pontevedra. Der Laufkurs war mit einigen Höhenmetern und viel Kopfsteinpflaster, orthopädisch sehr fordernd und da ich mich an diesem Tag maximal ausbelasten konnte, mussten die Beine hier auch einfach viel einstecken. Dazu kam, dass ich meine Sitzposition leicht verändert habe (Sattel ca. 0,5cm erhöht) und dadurch mehr Zug auf die Wade eingewirkt hat. Aufgrund meiner Verletzungshistorie habe ich auch ein MRT machen lassen und zum Glück waren keine knöchernen Überlastungserscheinungen erkennbar. Da ich bis jetzt noch nie eine muskuläre Verletzung hatte, die mich länger beeinträchtigt hatte, war ich auch gleich optimistisch und beschloss in Absprache mit Trainer und Ärzten, das Lauftraining schmerzadaptiert fortzusetzen. Ich wärmte mich immer sehr ausführlich auf und im anschließenden Lauf spürte ich die Wade zwar, aber es war kein Schmerz. So beschlossen wir auch die Wettkämpfe in Nürnberg und München noch zu starten und danach weiter zu entscheiden.

Die Wettkämpfe machten es natürlich nicht besser und am Ende hilft Ruhe einfach immer am Besten. So musste ich die Laufschuhe leider in der Ecke lassen und mich mit Radfahren und Schwimmen beschäftigen. Gleichzeitig habe ich auf social media ja auch angedeutet, dass über die sportlichen Probleme hinaus, noch viel belastendere Sachen in dieser Zeit entdeckt wurden und mir meine eigenen sportlichen Probleme dadurch plötzlich eher gering erschienen. So war es auch ganz gut, dass ich mehr Zeit hatte und mich etwas um meine bessere Hälfte kümmern konnte. Inzwischen ist Michelle zum Glück wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden, die benötigte OP ist gut verlaufen und auch die Ergebnisse waren sehr positiv.

Um hier wieder einen klaren Kopf zu bekommen, beschlossen wir dann letzte Woche noch mit dem VW Bus meiner Eltern nach Italien zu fahren. Die Woche tat richtig gut und neben viel gutem Essen und schönen Städtetrips, hatte ich auch genug Zeit um wieder ins Training einzusteigen und eine solide erste Woche im Warmen abzuschließen. Wer hier noch ein bisschen mehr sehen will, kann gerne mal meine Reels auf Instagram checken. Ich habe von jedem Tag ein kurzes Video geschnitten und gepostet.

So viel zu den letzten Wochen! Wie bereits angedeutet steht noch ein wichtiges Rennen dieses Jahr an und das motiviert mich noch einmal richtig im Training anzugreifen und wieder in Bestform zu kommen. Mein Start steht zwar noch nicht final fest, aber ich bin mal optimistisch und sage das wird was. Wo und wann genau es zur Sache geht, habe ich im aktuellen Podcast schon mit Julian diskutiert und wir haben auch auf einen deutlich besseren Sound upgegraded… wer die neue Episode also noch nicht gehört hat sollte das schnellstmöglich nachholen;)

Der Fahrplan bis zum letzten Highlight steht noch nicht ganz fest, aber es geht definitiv noch einmal in den Süden. Außerdem muss ich natürlich wieder langsam im Laufen aufbauen und hier wieder fit werden. Mich reizt es aktuell aber enorm, alles auf ein Rennen auszurichten und auf einen klaren Punkt hinzutrainieren!

So viel von mir, ab jetzt gibt es wieder wöchentliche Updates!

Bis nächste Woche

Zwei Wochen Oberbayern

Zwei Wochen “Sommerpause” in meiner alten Heimat Steingaden sind vorbei und ich bin wieder in Nürnberg angekommen. Zusammen mit einer paar Kumpels hab ich auf das Haus meiner Eltern aufgepasst und natürlich auch gut trainiert. Ein kurzer Rückblick auf die letzten Wochen…

Es ist wahrscheinlich schon ein paar Jahre her, dass ich so lange am Stück in Steingaden war, aber die ruhige Lage im Alpenvorland tat auf jeden Fall gut. Nach den Wettkämpfen in Nürnberg und München war ganz schön viel los und nach den ganzen Nachrichten und Glückwünschen tat ein bisschen Abstand und Ruhe auf dem Dorf sehr gut. Den Jungs hat es auch gut gefallen, auch wenn wir alle mal ein paar Tage außer Gefecht waren und nicht ganz so trainieren konnten wie wir uns das vorgestellt hatten… naja die Diener Brüder haben jetzt wenigstens endgültig geklärt wer der bessere Tischtennisspieler ist 😉

Auf dem Trainingsplan stand zu meiner Freude auch ziemlich viel Radfahren und so konnte ich mal komplett neue Runden und Wege erkunden. Ohne Strava wäre ich “zuhause” auf jeden Fall ziemlich aufgeschmissen gewesen. Als ich 2014 nach Nürnberg gezogen bin, waren meine langen Trainingseinheiten grade mal zwei Stunden und Intervalle bin ich da auch irgendwie noch nicht so richtig gefahren. Ich musste also feststellen, dass ich mich zuhause eigentlich gar nicht auskenne und alles komplett neu entdecken konnte. Was auch ziemlich verwirrend war, dass ich mir die Distanzen in meinem Kopf immer viel länger vorstellte, als Sie dann in Wirklichkeit waren… Für 30 Kilometer brauchte ich früher einfach auch deutlich länger als heute.

Was das Schwimmen betrifft, ist das immer so eine Sache in Steingaden. Es gibt wunderschöne Seen, die perfekt zum Freiwasserschwimmen geeignet sind (z.B. Illasbergsee. mündet in den Forggensee), aber kaum Schwimmbäder. Der nächste 50m Indoor Pool ist wahrscheinlich das Olympiabad in München und das nächste Freibad ist zwar “nur” zehn Kilometer entfernt, aber ungeheizt und mit grade mal zwei wackeligen Leinen und Bodenmarkierungen. Man schwimmt also in einem Becken, das komplett mit blauer Folie ausgekleidet ist (auch die Wände) und es einem unmöglich macht, komplett geradeaus zu schwimmen. Also war meistens See angesagt, was für zwei Wochen schonmal in Ordnung ging und auch echt Bock gemacht hat!

besagtes “blaues” Becken in Trauchgau

Im Laufen kämpfe ich jetzt schon seit ein paar Wochen mit einer Verletzung an der Wade und hab hier mal komplett Ruhe gegeben. So langsam wird es auch wieder besser und ich kann die Belastung Stück für Stück erhöhen.

Sicher keine optimale Vorbereitung für den Sprint Weltcup nächste Woche in Valencia aber manchmal liegt auch die Kraft in der Ruhe… oder so ähnlich.

Schönes Wochenende euch da draußen!

Ein Highlight jagt das nächste

Kaum ist das erste Highlight in Nürnberg vorbei, gehts schon zum nächsten Großereignis in München. Ich starte zwar nicht im Einzelrennen, dafür freue ich mich aber mindestens genauso über die Staffelnominierung! Hier noch ein paar coole Bilder von letztem Sonntag und eine Vorschau auf das Wochenende.

Zum Bundesligarennen in Nürnberg will ich gar nicht allzu viel schreiben, ist ja auch schon ein paar Tage her und wer Details zum Rennen wissen will kann sich gerne den neuesten Podcast anhören:

Es war auf jeden Fall ein Traum Rennen von Vorne bis Hinten und den Tag werde ich noch lange in Erinnerung behalten! Vielen Dank auch für all die Glückwünsche und ich hoffe es hat auch als Zuschauer Spaß gemacht. Im gleichen Zuge gehen aber auch noch Genesungswünsche an all diejenigen raus, die es nach dem Rennen erwischt hat und durch was auch immer ?? ausgenockt wurden. Meiner Info nach waren fast die Hälfte aller Bundesligaathleten, aber auch viele Hobbyathleten betroffen. Anfangs dachte ich nämlich, dass es einfach ein super ansteckender Magen-Darm-Virus sein könnte, aber dadurch dass sich dann auch einige Hobbyathleten gemeldet haben, die ja wenig bis gar keinen Kontakt zur Liga hatten, könnte natürlich auch etwas im Wasser gewesen sein. Die Messwerte waren anscheinend im grünen Bereich und es ist natürlich super schade, dass eine so coole und gelungene Veranstaltung, dadurch im Nachgang nur noch negativ in Erinnerung behalten wird. Ich hoffe die Ursache wird noch geklärt und wir können nächstes Jahr wieder ohne Bedenken den Triathlon in Nürnberg zelebrieren!

Her auf jeden Fall noch ein paar sehr coole Bilder von den begabten Fotografen Marcel Hilger, Tom Meyer und Theo Bettin:

Aktuell bin ich schon in München und bereite mich auf das Staffelrennen am Sonntagabend vor. Die Strecken sind gecheckt, Medientermine mit ARD und Co. sind erledigt und jetzt kann ich entspannt den Sonntag kommen lassen. Ich werde zusammen mit Vale Wernz, Nina Eim und Laura Lindemann an den Start gehen, die Reihenfolge ist noch nicht final geklärt, aber ich gehe stark davon aus, dass Vale das Rennen eröffnen wird, dann Nina an mich übergeben wird und Laura das Ding nach Hause bringt 😉

Vor allem die Radstrecke hat es ganz schön in sich und wir fahren zwei Mal den Olympiaberg hoch, gefolgt von einer technisch anspruchsvollen Abfahrt. Sollte mir eigentlich entgegenkommen, aber wird definitiv eine Herausforderung! Auch die anderen Nationen werden stark besetzt sein und ich denke vor allem Frankreich wird schwer zu schlagen sein. Mit Cassandre Beaugrande, Leonie Periault, Leo Berger und Dorian Coninx haben sie fast die gesamte Gold Staffel der letzten olympischen Spiele am Start. Da muss bei uns schon alles passen, aber ich denke wir sind konkurrenzfähig Vorne mitzuspielen!

Der Startschuss fällt am Sonntag um 18Uhr und das Rennen gibt es bei der ARD oder ZDF zu sehen. Ihr solltet aber auch auf keinen Fall die Einzelrennen heute und morgen verpassen (Frauen heute 17:10, Männer morgen ab 15:55)!

Drückt Team Deutschland die Daumen!

Heimrennen Bundesliga Nürnberg

Es ist wieder so weit! Vielleicht nicht das wichtigste – aber definitiv eines der coolsten Rennen dieses Jahr steht am Wochenende an: 1. Triathlon Bundesliga in Nürnberg. Alles zum Format, den Strecken und dem Zeitplan gibt es hier im Blog.

Letztes Jahr hat die Bundesliga hier ihre Premiere gefeiert und da es – meiner Info nach – hauptsächlich positives Feedback gab, kehrt die Bundesliga dieses Jahr wieder zurück. Anders als letztes Jahr ist das Format allerdings kein herkömmlicher Sprint, sondern ein Prolog mit anschließender Einzelverfolgung.

Quelle: Triathlon Bundesliga

Der Prolog wird als “Time Trial” ausgetragen. D.h. alle 30 Sekunden geht ein Athlet*in ins Rennen. Dadurch gilt natürlich Windschattenverbot und jeder Athlet*in kämpft für sich. Am Nachmittag wird dann in der Reihenfolge und den Abständen aus dem Prolog die Einzelverfolgung gestartet, schnellster Athlet*in startet dabei als Erstes und all weiteren dahinter. So wie man es vom Biathlon kennt 😉

Letztes Jahr in Nürnberg auf der Radstrecke

Nachdem man beim ersten Format als Zuschauer kaum einen Überblick haben wird, wer gerade am Schnellsten unterwegs ist, wird es am Nachmittag bestimmt ein sehr spannendes Rennen geben. Der oder die Erste im Ziel ist somit auch der/ die Sieger*in des Tages!

Start für den Prolog ist um 13 Uhr (Frauen) und um 14 Uhr für die Männer. Der Verfolger folgt dann um 15:10 Uhr (Frauen) bzw. 16:15 Uhr (Männer). Die Strecken sind auch ähnlich wie letztes Jahr und das Ziel wird wieder mitten in der Stadt am Hauptmarkt sein. Für alle die beim Rennen zuschauen wollen hier mal eine geschätzte Marschtabelle von mir:

  • 16:15 Uhr: Start Whörder See (Norikusbucht)
  • 16:21 Uhr: Erste Athleten aus dem Wasser
  • 16:22-16:40 Uhr: 4 Runden auf dem Rad (immer vom Parkplatz Norikus, Richtung Norden, Wendepunkt vor B14 und zurück)
  • 16:41-16:50 Uhr: Lauf zur Innenstadt (anschließend noch eine Runde in der Stadt)
  • 16:53 Uhr: Erster Athlet im Ziel am Hauptmarkt

Wenn man sich das Schwimmen anschauen will hat man also noch eine knappe halbe Stunde um in die Stadt zum Hauptmarkt zu kommen, ca. 2km also machbar 😉

Wir sehen uns am Sonntag!

Weltcup Pontevedra Platz 11!

Was für ein Rennen gestern in Pontevedra! Ich hatte ziemlich Respekt vor meinem ersten Weltcupstart und das gleich mal über die olympische Distanz. Gleichzeitig freute ich mich aber auch schon die gesamte Woche auf den Wettkampf und das gute Gefühl hat mich nicht getäuscht!

Es war wirklich krass zu beobachten, wie anders diese Woche im Vergleich zur Woche vor Tiszaujvaros ablief. Nach dem schlechten Rennen in Ungarn, beschlossen Roland und ich nur locker und entspannt zu trainieren, damit ich mich vollständig erholen und wieder frisch werden konnte. Bereits am Dienstag fühlte ich mich aber deutlich besser als die gesamte Woche zuvor und im Gegensatz zu Tiszy, hatte ich dieses Mal auch richtig Bock auf das Rennen. 

Vielleicht war es ein kleiner Infekt, vielleicht auch einfach etwas zu viel Training in der Vorbereitung. Auf jeden Fall habe ich nochmal die Kurve bekommen und stand gestern top fit an der Startlinie und konnte alles aus meinem Körper herausholen!

Quelle: World Triathlon

Schon im Schwimmen konnte ich kontinuierlich Druck aufbauen und die gesamten 1500 Meter in Kontakt mit der Rennspitze bleiben. In der zweiten Schwimmrunde gelang es mir sogar noch ein paar Positionen gutzumachen und als 15ter aufs Rad zu steigen.

Quelle: World Triathlon

Leider waren alle anderen Jungs aber auch aufmerksam und es ging kaum eine Lücke auf. Das bedeutete, dass nach einer schnellen Anfangsphase mit 15 Mann in der Spitzengruppe, noch eine 20-köpfige Gruppe zu uns aufschloss und das Tempo dadurch ziemlich langsam wurde. Auf dem technisch anspruchsvollen Kurs war es mit so einer großen Gruppe fast unmöglich das Tempo hochzuhalten und die dritte Radgruppe – mit starken Läufern wie Max Studer und Sergio Baxter – fuhr ebenfalls zu uns auf. 

Quelle: World Triathlon

Danach hielt ich mich weiterhin vorne auf, um das Sturzrisiko so gering wie möglich zu halten, aber investierte auch nicht allzu viel in der Führung. Gerade als meine Konzentration etwas nachließ und ich mich mal etwas zu weit nach hinten fallen ließ, stürzte vor mir einer der Favoriten – Jawad Abdelmoula – und nahm gleich auch noch Jonas Schomburg mit! Ich konnte gerade noch ausweichen und fuhr direkt wieder ganz nach Vorne, um mich aus dem Getümmel und weiteren Stürzen herauszuhalten. Schombi der Routinier, sprang aber direkt wieder aufs Rad und schaffte es am Ende der vorletzten Runde sogar wieder in die Gruppe! Chapeau Junge;) An der Stelle sei ihm auch verziehen, dass er mich die gesamte achte Runde an Position eins versauern ließ und auch Aufforderungen meinerseits, mal die Führung zu übernehmen, gekonnt ignorierte;)

Quelle World Triathlon

Aber alles halb so wild! Ich hatte top Beine, stieg vorne vom Rad und ging nach einem guten Wechsel als Vierter auf die abschließenden zehn Kilometer. Die ersten Kilometer waren auch brutal schnell, aber ich riskierte und beschloss das hohe Tempo mitzugehen. Nach der ersten Runde befand ich mich daraufhin in einer starken Gruppe mit sechs anderen Jungs (Platz 5-12). Wir wechselten und mit der Führung ab, aber es war nicht ganz einfach, einen guten Rhythmus auf der kurvigen und hügeligen Laufstrecke, durch die Altstadt Pontevedras aufzubauen. 

Ab Kilometer fünf fing es langsam an wehzutun, aber ich hielt mich weiter gut in der Gruppe um Platz fünf! Als es auf die letzten 1,5km ging, erhöhten die Jungs um mich das Tempo noch einmal und ich merkte, wie mir auch langsam die Energie ausging. Ich hielt so lange wie möglich dagegen, aber im Bergabstück ging dann letztendlich doch eine kleine Lücke auf, die langsam aber stetig größer wurde. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich mich das letzte Mal so übers Limit gepusht habe, aber nach meiner Performance letzte Woche im Europacup, wollte ich unbedingt um jede Position kämpfen!

Quelle: Tom Productions

Nach hinten hatte ich außerdem auch nicht viel Luft und so musste ich bis zum Zielstrich kämpfen! Am Ende reichte es für Platz 11 womit ich super zufrieden bin und vor allem mit der Laufzeit (30:45min) habe ich mich definitiv selbst überrascht. Es hat auch einfach mega Bock gemacht die gesamte Zeit in der Gruppe um Platz fünf mitlaufen zu können und auch wenn sich die Top 10 natürlich besser anhören würden, kann ich mir nichts vorwerfen.

Im Ziel übergab ich mich auch erstmal ordentlich und verbrachte die nächste Stunde im Sanizelt damit, wieder genug zu Essen und zu Trinken. Für die nächste olympische Distanz nehme ich auch definitiv ein Gel mehr zu mir, da mein Blutzuckerspiegel am Ende des Rennens viel zu niedrig war! Wieder was gelernt… 

Die nächsten Tage werden auf jeden Fall erst einmal ruhiger und wenn ich mich wieder fit fühle, startet auch direkt die Vorbereitung für die restliche Saison. Nächster Wettkampf: Heimrennen bei der Bundesliga in Nürnberg!

Arbeitstag in Tiszaujvaros

Aller guten Dinge sind wohl nicht immer drei… Nach zwei guten Ergebnissen hier in den letzten Jahren, hatte ich am Samstag einen ziemlich gebrauchten Tag und fand einfach nicht ins Rennen hinein.

Am Montag fühlte ich mich relativ müde vom Training der letzten Woche. Ich war aber zuversichtlich, dass ich mich durch das lockere Training und ein paar Vorbelastungen, gut bis zum Wochenende erholen würde. Der Reisetag am Mittwoch machte die ganze Sache leider nicht besser und irgendwie kam ich einfach nicht in Rennstimmung. Auch die kurzen lockeren Einheiten am Donnerstag und Freitag fühlten sich immer nach Arbeit und Überwindung an.

Ich versuchte einfach positiv zu bleiben und eher die untere Grenze an Training zu absolvieren, um für den Samstag wieder frisch zu werden. Tatsächlich wachte ich hier auch mit einem bessern Gefühl auf und auch wenn meine Erholungs- und Ruhepulswerte ziemlich mies waren, hoffte ich immer noch auf einen guten Wettkampf!

Lass das Rennen beginnen

Das Schwimmen war wie erwartet ziemlich stressig und nach ziemlich rauen ersten Metern konnte ich mich frei schwimmen und noch eine Lücke nach vorne schließen. Leider ging dann irgendwo vor mir erneut eine Lücke auf und ich schaffte es nicht mehr, den Anschluss an die vorderen acht Athleten herzustellen. 

Nach einem schnellen Wechsel, befand ich mich zusammen mit weiteren acht Athleten in der Verfolgergruppe und konnte nach den ersten 8km, die Lücke nach vorne schließen. Der Rest des Radfahrens war ziemlich entspannt und keiner wollte mehr wirklich die Führung übernehmen. Die Strecke im Halbfinale ist auch so flach und ohne technische Schwierigkeiten, dass man deutlich vom Windschatten profitiert und in der Führung wenig Druck auf den Rest der Athleten ausüben kann.  Da ich mich auch nicht besonders stark fühlte, beschloss ich ebenfalls auf meine Laufbeine zu vertrauen.

Dranbleiben 

Am Ende machten Henry und ich noch etwas Druck und wechselten als Erstes auf die Laufstrecke. Hier war das Tempo von Anfang an höher als erwartet und nach gut einem Kilometer bildete sich eine acht Mann starke Spitzengruppe. Ideal eigentlich, da sich die ersten neun Athleten für das Finale qualifizierten. Obwohl ich mich gut in der Gruppe positionierte und im Windschatten lief, wurde es immer härter dranzubleiben. Ich fand einfach keinen lockeren Schritt und merkte wie mein Puls immer höher ging und meine Beine langsam dicht machten. So richtig definieren kann ich es immer noch nicht, aber auch meine Atmung wurde immer schwerer und ich konnte nicht mehr ordentlich Luft holen. 

 

Quelle: Triatlon Klub Tiszaujvaros

Nach ca drei von fünf Kilometern musste ich die Gruppe ziehen und abreißen lassen. In diesem Moment wusste ich auch eigentlich schon, dass das Finale damit gelaufen war. Mein Körper war wie abgeriegelt und ich konnte mich einfach nicht mehr ausbelasten und um die Top10 kämpfen. Am Ende lief ich super enttäuscht auf Rang 13 ins Ziel. Vor allem war ich enttäuscht, dass ich nicht alles geben konnte und auch wenn ich es versucht habe, nicht mehr kämpfen konnte…

Kraft tanken und weiter machen

Auch wenn das Rennen ein ganz schöner Dämpfer war, versuche ich mich jetzt schnellstmöglich vollständig zu erholen. Diesen Sonntag steht schon der nächste Wettkampf an: Weltcup in Pontevedra über die olympische Distanz. Wenn ich mich hier genauso fühle wie am Samstag, dann wird das ein ganz schön langer Tag! Daher stehen jetzt auch nur ruhige Kilometer und viel Schlaf auf dem Programm und ich hoffe einfach, dass ich mir keinen Infekt oder Sonstiges eingefangen habe. 

Also einfach Haken an das Wochenende und Selbstvertrauen im nächsten Rennen zurückholen!

Ganz normaler Samstag

Endlich mal eine Woche ohne Rennen für mich. So gern ich auch bei Wettkämpfen an den Start gehe, dieses Wochenende war einfach mal wieder entspannt ohne Reise und Rennfeeling. Kein Wettkampf bedeutet gleichzeitig auch harte Einheiten und vor allem der Samstag hat richtig Bock gemacht. Hier mal ein kleiner Einblick in die Session:

Am Samstag stand kein Schwimmen auf dem Plan. Das allein fühlt sich schon fast nach einem Ruhetag an, da man durch eine Schwimmeinheit einfach immer enorm viel Zeit “verliert”. Da unter der Woche jeder Tag mit Schwimmen beginnt, genoss ich es am Samstag einfach mal auszuschlafen, entspannt zu frühstücken und mich dann langsam für die einzige Einheit des Tages fertigzumachen.

Die einzige Einheit des Tages, aber dafür eine ziemlich Lange… Zuerst Radfahren mit 4x15min am Berg und anschließend ein Koppellauf mit 30min Tempowechsel – zuerst aber zum Radfahren. Rund um Nürnberg gibt es zwar viele kurze Anstiege, aber kaum einen Berg, den man länger als 10min hochfährt. Daher gibt es für die Einheit eigentlich nur eine Möglichkeit: den Anstieg von Oberrüsselbach (für alle Nürnberger: beginnend in Unterrüsselbach in der Nähe von Gräfenberg). Am Anfang und Ende ist es zwar eher flach als bergig, aber man muss mit dem arbeiten was man hat 😉 vor allem weil ich im Sommer überhaupt keine Lust auf Indoor Rolle fahren habe.

Dabei war die Vorgabe die erste und dritte Wiederholung im Kraftausdauerbereich zu fahren, d.h. niedrige Trittfrequenz ca. 60rpm und knapp unterhalb der Schwelle (ca. 360-380W). Da ich aktuell nicht exakt weiß, bei welchem Wattwert meine Schwelle liegt, nehme ich auch immer meine Herzfrequenz zum Vergleich her. Wenn sich die während des Intervalls einpendelt und nicht weiter steigt, passt die Intensität meistens ganz gut. Schlecht wäre, wenn ich so hart fahre, dass die Herzfrequenz bis zum Ende der 15min immer weiter steigt. Ist jetzt nicht ganz wissenschaftlich aber klappt zumindest bei mir ganz gut.

Die zweite und vierte Wiederholung sollte ich immer 30sek im Stehen, im VO2max Bereich fahren (450-500W) und anschließend 1min im Sitzen bei ca. 300W (mit etwas Druck auf dem Pedal aber zum Erholen von den 30sek). Zur Einschätzung, aktuell wiege ich ca. 80kg 😉 die Pause war immer bergab und ca. 7min lang.

Rad: 4x15min

  1. KA: 370W/ 60rpm/ 142bpm/ 6,1km/ 210hm
  2. 30″/ 1min: 394W/ 83rpm/ 145bpm/ 6,5km/ 215hm
  3. KA: 368W/ 61rpm/ 150bpm/ 6,2km/ 210hm
  4. 30″/ 1min: 397W/ 84rpm/ 151bpm/ 6,6km/ 215hm

Insgesamt mit ein- und ausfahren: 105km/ 1.327hm/ 3:20h/ 31.5km/h 254W/ 126bpm

Anschließend ging’s runter vom Rad und direkt in die Laufschuhe.

Lauf: 30min 1/1

Hier war die Vorgabe eine Minute 3:05-3:15min/km und eine Minute 4:00min/km zu laufen. Da ich das Ganze nicht auf der Bahn gelaufen bin, habe ich auch eher das Gefühl die Pace bestimmen lassen, da das GPS auf die Dauer von einer Minute oft eher ungenau ist. Zusätzlich laufen ich auch mit dem Wattsensor von STRYD, damit kann man auch auf welligem Terrain seine Leistung ganz gut mit der Geschwindigkeit im Flachen vergleichen.

Auch der Lauf hat sich am Samstag richtig gut angefühlt und ich konnte ohne großen Kraftaufwand meine Vorgaben realisieren. Insgesamt waren die 30min in 3:35min/km und mit knapp sieben Minuten lockerem auslaufen kam ich am Ende auf: 10km/ 37min/ 3:41min/km

Wers noch genauer wissen will kann sich die Einheiten auch gerne auf Strava anschauen:

https://www.strava.com/activities/7402258395

Ansonsten ist diese Woche noch eine normale Trainingswoche mit viel Umfang und Intensität, bevor ich dann nächste Woche das Training langsam runterfahre, um für den Premium Europacup in Tiszaujvaros fit zu sein!

Ballern in Berlin

Wie schon 2019 und 2021 wurde die Deutsche Meisterschaft im Rahmen der “Finals” in Berlin ausgetragen. Das Ganze ist nicht nur wegen der Sendezeit im ZDF so besonders, sondern auch, weil es das einzige Rennen im Jahr ist, bei welchem ausnahmslos alle deutschen Athleten der Kurzdistanz am Start stehen. Hier wird also die interne Hackordnung der Saison festgelegt, aber vorne geht es eigentlich nur darum, wer das Rennen gewinnt. International geht es auf den Platzierungen dahinter auch noch um wertvolle Weltcup Punkte, aber hier gibt es außer der Ehre sonst wenig zu holen. Ich hatte daher auch eine klare Aufgabe für das Rennen…

Aktuell bin ich sicher noch nicht in der Lage, ein solches Rennen in einer Laufentscheidung zu gewinnen und so gab mir mein Coach die Aufgabe, am Ende des Radfahrens zu attackieren. Die Chance damit durchzukommen war ziemlich gering, aber wir wollten es auf jeden Fall probieren.

2. Stopp der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga am 25. bzw 26. Juni 2022 in Berlin © DTU/Petko Beier

Um ehrlich zu sein, fühlte ich mich vor dem Rennen nicht optimal. Mein Beamter Körper war müde und schon beim einlaufen hatte ich leichte Magenprobleme, was ich sonst gar nicht kannte. Ich versuchte aber das Ganze wegzuschieben und optimistisch zu bleiben. Manchmal fällt der Startschuss und durch das Adrenalin und die schnellen ersten Meter, wacht der Körper auf und es geht wie von allein.

2. Stopp der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga am 25. bzw 26. Juni 2022 in Berlin © DTU/Petko Beier

So ganz wollte der Körper dann gestern leider nicht aufwachen… Mein Start war nicht optimal und ich kam zusammen mit dem Hautfeld an der ersten Boje an. Hier ging es auch ganz schön unfair zur Sache und ich stand kurz Mal komplett auf der Stelle und wurde ziemlich lange unter Wasser gedrückt! Ich verstehe ja wenn man ausversehen mal jemanden an der Schulter beim Schwimmen erwischt und nach hinten drückt, aber am Anzug festhalten und am Kopf unter Wasser drücken muss echt nicht sein. Nachdem ich mich wieder etwas sortiert hatte, konnte ich mich am Rückweg frei schwimmen und noch etwas nach Vorne arbeiten. Durch einen schnellen ersten Wechsel befand ich mich dann auch gleich Vorne und musste nicht zu viel beim Anfahren investieren.

Auf dem Weg ihn die Stadt hinein versuchten vereinzelt Athleten wegzufahren, aber ich wollte erst bis zum letzten Berg abwarten. Kurz vorher verlor ich dann aber etwas die Ruhe und fuhr hinter einer Attacke von Jonas Schomburg, Henry Graf und Rico Bogen her. Mein Antritt war aber nicht hart genug und ich fuhr nicht alleine nach Vorne, sondern nahm die gesamte Gruppe mit… Sorry Jungs.

Nachdem wir aber dann auf der Runde um das Olympiastadion angekommen waren erhöhte ich das Tempo auf dem Kopfsteinpflaster und versuchte nach den Kurven alleine wegzufahren. Ich machte dadurch zwar allen die letzten Kilometer schwerer, aber so richtig konnte ich mich nie lösen. Das machte natürlich müde und auch wenn ich so als Erster auf die Laufstrecke ging, war dann nach einem Kilometer in der Spitzengruppe der Ofen aus. Mein Bauch machte mir beim Laufen auch von Anfang an Probleme und ich konnte nie richtig befreit laufen.

2. Stopp der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga am 25. bzw 26. Juni 2022 in Berlin © DTU/Petko Beier
2. Stopp der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga am 25. bzw 26. Juni 2022 in Berlin © DTU/Petko Beier

Nach einem ziemlich langsamen zweiten und dritten Kilometer fing ich mich allerdings wieder etwas und konnte das Tempo wieder erhöhen. Ich überholte noch drei Jungs und lief als 10ter Deutscher ins Ziel. In der U23 reichte es hinter Henry und Tim Hellwig noch für Platz drei und so war es zumindest ein solides Ergebnis. Ich hatte definitiv nicht den Tag um ganz vorne mitzumischen, aber die Beine wären sicher frischer gewesen, wenn ich mich beim Rad mehr zurückgehalten hätte. So hat es aber zumindest ziemlich Spaß gemacht und ich bin wieder um ein paar Erfahrungen reicher 😉

2. Stopp der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga am 25. bzw 26. Juni 2022 in Berlin © DTU/Petko Beier

Insgesamt bin ich gerade ziemlich platt und freue mich auf eine etwas ruhigere Woche. Nach sechs Rennen in drei Wochen (2x Sprint, 4x Supersprint) wird es aber mal wieder Zeit für eine solide Trainingsphase!

Podium in Kitzbühel

Kitzbühel hat wieder mal geliefert! Top Organisation, gute Stimmung und natürlich die Rennen an sich haben einfach mega Spaß gemacht. Der Nostalgie-Flair auf dem Campingplatz hat das Ganze komplettiert und so fahre ich im Gegensatz zu letztem Jahr, mit einem sehr guten Gefühl nach Hause.

Da nicht nur meine Familie, sondern auch mein Podcast Kollege Julian mit dabei war, gibts sogar heute schon eine neue Episode zu hören – live vom Campingplatz sozusagen ;). Da wir dabei hauptsächlich über die Rennen gequatscht haben, gibts hier heute einfach den Link zur aktuellen Episode und ein paar Bilder vom Rennen.

Außerdem geht es gleich in die nächste Rennwoche, denn nächste Highlight der Saison steht vor der Tür. Am Sonntag wird der Deutsche Meistertitel über die Sprintdistanz in Berlin vergeben – schon zum dritten Mal im Rahmen der „Finals Berlin“. Das bedeutet auch Rennaction vom Feinsten und live TV Übertragung in der ARD/ ZDF.

Meine Form geht auf jeden Fall in die richtige Richtung und das ist auch ganz gut so, denn mit einer Durchschnittsleistung wird man am Sonntag nicht weit kommen. Das Starterfeld ist enorm gut besetzt und ich bin mir sicher, dass sich jeder hier – noch mehr als sonst – beweisen will. Das Rennen wird also auf jeden Fall für Unterhaltung sorgen und ich hoffe, dass ich die Jungs vorne ein bisschen ärgern kann. 

Drückt mir die Daumen, in Berlin braucht man – zumindest beim Schwimmen – auch bekanntlich ein bisschen Glück 🙂

Revanche in Kitzbühel?

Das nächste Rennen steht vor der Tür – Europacup in Kitzbühel! Obwohl es hier letztes Jahr nicht sonderlich gut lief, freue ich mich schon auf das Wochenende. Kitzbühel ist schon fast so etwas wie ein Heimrennen und gerade fühle ich auch einfach richtig gut in Form und bin heiß auf den Wettkampf. Außerdem wird es das erste Mal sein, dass ich bei einem “Elimiator” Format am Start stehen werde. Was das jetzt schon wieder neues ist, erkläre ich hier 😉

Also wie gesagt keine Kurzdistanz oder einfach nur ein Sprint, sondern der “Eliminator”. Halbfinale am Freitag – wie man es inzwischen kennt – drei Läufe a 30 Athlet*innen, die schnellsten neun, plus drei Zeitschnellste ziehen ins Finale ein. Die Distanz: 500m Schwimmen, 12km Rad und 3km Laufen. Der Samstag wird dann aber spannend: drei Triathlons mit kurzer Pause dazwischen und nach jedem Durchgang werden die letzten 10 Athlet*innen eliminiert. Das bedeutet in DG eins starten 30 Athlet*innen, in DG zwei nur noch 20 und in DG drei kämpfen die letzten 10 Athlet*innen um den Sieg. Die Distanzen sind dabei genau die Hälfte vom Vortag, d.h. 250m Schwimmen, 6km Rad und 1,5km Laufen zum Abschluss.

Quelle: Tiszaujvaros Triathlon Club

Die Kunst dabei wird also sein, möglichst viele Körner bis zum Ende zu sparen, aber natürlich nicht den Fehler zu begehen und eliminiert zu werden. Vor allem für die Zuschauer wird es aber definitiv ein spannendes Rennen und ich bin auch schon gespannt was da am Samstag auf mich zukommt. Nach meinem Sieg bei der U23 EM, habe ich natürlich auch das Ziel, beim Kampf um die vorderen Plätze dabei zu sein! Bis dahin liegt der Fokus aber natürlich erstmal auf dem Halbfinale am Freitag Abend.

Quelle: Tom Meyer

Neben dem Rennen freue ich mich aber auch einfach auf das ganze Setting drum herum. Das erste Mal seit langer Zeit, fahre ich nämlich mit dem Camper zu einem Wettkampf und bin wie früher mit meinen Eltern unterwegs. Gleich neben der Wettkampflocation am Schwarzsee gibt es einen schönen Campingplatz auf dem wir auch schon früher öfter übernachtet haben. Ein paar Kumpels sind auch mit dabei so wird das Wochenende bestimmt richtig cool!

Quelle: Tom Meyer

Meiner Info nach, wird das Rennen in einem österreichischen Stream live übertragen. Mehr Infos dazu gibt es dann aber morgen auf Social Media…

Drückt mir die Daumen!

Datagroup Triathlon Nürnberg

Letzte Woche war nicht viel los, daher heute nur eine kurze Werbung für den Volkstriathlon in Nürnberg. Gestern fand hier die offizielle Pressekonferenz im Nürnberger Rathaus statt und da am gleichen Tag die Triathlon Bundesliga wieder in Nürnberg Halt macht, war ich in Athletenfunktion auch mit dabei – Besuch beim König sozusagen 😉

Quelle: DTU/ Oliver Kraus

Letztes Jahr hat das Rennen in Nürnberg schon richtig Spaß gemacht und ich habe eigentlich von allen Athleten nur positives Feedback gehört. Vor allem die Laufstrecke mitten durch die Stadt, mit Finish am Hauptmarkt, ist schon etwas besonderes! Umso cooler, dass es dieses Jahr neben dem Bundesliga Event, auch einen Triathlon für die Hobbyathleten geben wird! Das Ganze findet am 07. August statt und bis zum 27. Juli kann man sich meiner Info nach auch noch anmelden. Staffel, Sprint oder Kurzdistanz, da ist eigentlich für jeden was dabei.

Ich würde mich auf jeden Fall freuen, im Anschluss an den Jedermanntriathlon möglichst viele Zuschauer an der Strecke zu sehen. Der Start für die Bundesliga ist nämlich der letzte an diesem Tag und die Bundesliga ist immer für ein spannendes Rennen gut!

U23 Europameister!

Auch wenn es sich kitschig anhört, fällt es mir schwer die passenden Worte zu finden und den Erfolg vom Wochenende richtig zu greifen. Wenn ich jetzt an das Rennen zurückdenke, habe ich mich selten in einer so kontrollierenden Position befunden, gleichzeitig aber komplett intuitiv gehandelt. Und anscheinend war es ganz gut, mal vollständig auf das Gefühl zu vertrauen!

Die letzten zwei Wochen liefern ehrlich gesagt nicht optimal und nach meinem Krankheitsausfall habe ich schon ganz schön gekämpft wieder reinzukommen. Die schnellen Einheiten liefen nicht rund und bis zur Vorbelastung am Dienstag, fühlte ich mich ziemlich kraftlos. Aber anscheinend war der Masterplan von Roland auf den Tag perfekt geplant. Den Reisetag am Mittwoch steckte ich gut weg und am Donnerstag fühlte ich mich das erste Mal seit Längerem wieder richtig gut und vor allem das Schwimmen ging mir locker von der Hand.

Das Halbfinale am Freitag lief dann auch soweit optimal und ich konnte mich ohne allzu großen Kraftaufwand mit Platz drei fürs Finale am Samstag qualifizieren. Die zehn Sekunden Zeitstrafe, die ich wegen zu spätem Absteigen vom Rad kassiert habe, waren zwar ärgerlich, aber dafür passte ich im Finale umso mehr auf. Ich entschied mich hier trotzdem noch für einen kleinen Zielsprint, um eine bessere Startnummer für den Finallauf zu bekommen.

Der Start fürs Finale war enorm spät – 19:25 Uhr. In der Früh ging ich noch locker für 30min auf die Rolle, danach noch einen Kilometer Schwimmen und dann hieß es Warten bis zum Abend. Die beiden Einheiten hören sich zwar etwas lächerlich an, aber hier geht es einfach nur darum, sich etwas zu bewegen, zu beschäftigen und den Kreislauf nicht ganz einschlafen zu lassen. Um 17:30 Uhr ging’s dann endlich los und die ganze Vorwettkampf-Prozedur ging los. Nummern anbringen, einchecken, Einteiler Kontrolle, einlaufen. Ich entschied mich dagegen, noch einmal einschwimmen zu gehen, da es ziemlich kalt war. Bis kurz vor dem Start hielt ich mich mit Rettungsdecke und Klamotten über dem Neo warm und machte nur ein bisschen Zugseil zur Aktivierung der Schwimmmuskulatur.

Ich ging mit Nummer sieben ins Rennen und hatte kein klar definiertes Ziel vor Augen. Irgendwie lief alles automatisiert ab und klar war ich etwas nervös, aber vor allem überwog die Vorfreude auf das Rennen und das Duell gegen die anderen Jungs! Ich erwischte einen perfekten Start und kam im vorderen Feld um die erste Boje. Auf dem Rückweg konnte ich gut Kräfte sparen und sah, dass vor mir maximal acht bis neun Athleten waren und nirgends eine Lücke aufging. So schwamm ich “relativ” entspannt zu Ende, legte dann aber direkt am Schwimmaustieg den Schalter um und machte gleich einige Plätze auf dem ca. 300m langen Weg in die Wechselzone gut. Als Fünfter wechselte ich aufs Rad und schon vor dem ersten Wendepunkt hatte ich mich an die Spitze des Feldes gesetzt. Ich versuchte von Anfang an den Druck hoch zu halten und fuhr die meiste Zeit an erster oder zweiter Position. Hinter mir dünnte sich das Feld auch schon etwas aus und am Ende der Radstrecke waren wir nur noch 15 Athleten, die zusammen auf die Laufstrecke gingen.

Ich schaffte es meine Führungsposition bis zum Abstieg zu verteidigen und sicherte mir mit einem guten Wechsel einen kleinen Vorsprung von zwei bis drei Sekunden. Bis dahin hatte ich mich kein einziges Mal umgedreht und keine Ahnung, wer sich unmittelbar hinter mir aufhielt. Nach ca. 400m rief mir ein Betreuer zu, dass ich eine Gruppe von sechs Mann, mit einem 20m Vorsprung etabliert hatte. Auch wenn das Tempo schon enorm hoch war, hatte ich noch etwas Reserve und konnte bis zum zweiten Wendepunkt (ca. bei 1,5km) dranbleiben. Hier attackierte dann aber der Brite Izzard und ich konnte nicht ganz folgen. Zusammen mit dem zweiten Briten in der Gruppe, Daniel Dixon, kämpfte ich jetzt noch um Platz fünf. Außerdem realisierte ich erst jetzt, dass ich den U23 Titel gewinnen könnte, wenn ich mich gegen Dixon durchsetzen würde.

Auf den letzten 300 Metern setzte ich meine Attacke und ging all in. Dixon konnte nicht folgen und ich kam sogar wieder an die führenden vier Athleten ran. Kurz vor dem Zielkanal riskierte ich das erste Mal einen Blick nach hinten und sah das Dixon noch nicht um die Kurve kam. Am Ende hatte ich gerade Mal vier Sekunden Abstand auf den Gesamtsieg, und nur eine Sekunde auf Platz vier!

Mit diesem Erfolg hatte ich wirklich nicht gerechnet und bin mehr als zufrieden! Bis jetzt auf jeden Fall mein größter Erfolg bei den Profis und einfach ein perfektes Rennen. Dieses gute Gefühl will ich jetzt mitnehmen und in den nächsten Rennen wieder abrufen!

Danke an alle Unterstützer und Sponsoren, ohne euch wäre das nicht möglich!

Bis demnächst;)

Quelle: Sven Seele

Europameisterschaft über die Supersprint Distanz

Zurück aus einer kurzen Blogpause! In den letzten zwei Wochen war viel los und ich bin einfach nicht zum Schreiben gekommen. Heute gibt es dafür einen Ausblick auf das Rennen am Wochenende: die EM über die Supersprint Distanz. Was das schon wieder für ein Format ist, wer alles am Start ist und wie ich mich so fühle, jetzt hier im Blog.

Nach vollen zehn Tagen Ruhe, bin ich wieder ins Training eingestiegen und muss sagen, dass ich dieses Gefühl so gar nicht vermisst habe. Alles fühlt sich schwer und nach Arbeit an und die ersten paar Tage hatte ich so gar keinen Spaß am Training. Klar, ich konnte mich wieder bewegen und war gesund, aber selbst die lockerste Einheit war einfach super anstrengend. Wir Leistungssportler sind auch einfach nicht für besonders viel Geduld bekannt… und so habe ich mich durch die erste Trainingswoche ziemlich durchgeschleppt.

Nach den ersten Intensitäten, kam dann aber wieder ein gutes Gefühl und ein guter Rhythmus in den Einheiten auf. Routine und Regelmäßigkeit ist einfach unschlagbar. Auch wenn ich noch nicht wieder da bin, wo ich vor der Pause war, konnte ich doch noch zwei gute Trainingswochen durchziehen.

Wer noch wissen will was sonst so los war, kann sich gerne die neue Podcast-Episode anhören:

Jetzt aber zurück zum Wettkampf. Aktuell sitze ich im Zug nach Leipzig. Von dort gehts morgen weiter mit dem Auto nach Olsztyn, ziemlich weit im Osten von Polen. Hier findet die Europameisterschaft über die Supersprintdistanz statt – am Freitag die Halbfinals und am Samstag Abend dann das Finale. Die Distanzen: 300m Schwimmen, 8km Radfahren und 2km Laufen. Ziemlich kurz also und umso stressiger und schneller aus Athletensicht.

Wir Athleten wurden in drei Startläufe unterteilt. Die besten neun Athleten qualifizieren sich direkt fürs Finale am nächsten Tag, zusätzlich kommen noch die drei Zeitschnellsten weiter, sodass im Finale 30 Athleten an den Start gehen. Ich bin direkt im ersten Halbfinallauf mit Startnummer drei, kann mir also eine gute Startposition aussuchen und dadurch schon einmal eine sehr gute Ausgangslage. Auf den ersten Blick ist der Rad- und Laufkurs ziemlich flach mit nur wenigen technischen Passagen. Ich bin aber schon auf die Streckenbesichtigung gespannt, denn oft ist ein Kurs deutlich technischer und anspruchsvoller als zunächst auf dem Papier. Ich hoffe auf jeden Fall auf keine allzu langweilige Strecke und vielleicht kann man hier ja auch eine entscheidende Attacke setzen…

Zum restlichen Starterfeld: dieses Wochenende sind so einige Triathlonwettkämpfe in ganz Europa und dadurch sind die besten Athleten ziemlich verstreut. Meine Konkurrenten haben natürlich trotzdem was drauf, aber wenn ich einen guten Tag habe, ist hoffentlich Einiges möglich. Ich bin auch wirklich mega gespannt wie mein Körper sich noch bis Freitag erholt und ob ich schon wieder auf dem Niveau vor der Krankheit bin.

Das Rennen kann man wie immer auf triathlonlive.tv verfolgen und die genauen Startzeiten werde ich noch über social media teilen.

Jetzt leg ich aber erstmal die Beine hoch und lass die Form kommen;)

Back to work

So… das war ne zähe Nummer. Nachdem ich letzte Woche nur mit einer kurzen Erkältung gerechnet habe, musste ich jetzt doch zehn Tage die Füße still halten. Währenddessen will man es immer nicht so richtig wahrhaben, aber eine klassische Bronchitis braucht eben seine Zeit! Die bekannten Mittel Inhalieren, Hustenlöser und Gelomyrtol helfen dann zwar etwas, aber letztendlich ist Zeit die beste Medizin. Heute nehme ich euch mal auf mein Training in den ersten Tagen nach so einer Krankheit mit.

Das Wichtigste ist natürlich, sich vollständig auszukurieren und erst wenn man wieder vollständig gesund ist, wieder mit dem Herz-Kreislauf-Training einzusteigen. Als ich mich wieder gut fühlte, aber noch nicht laufen gehen wollte, bin ich erstmal mit etwas Athletik und Zugseil für die Arme wieder eingestiegen. Hier kann man die Beanspruchung fürs Herz relativ gering halten, aber trotzdem muskulär wieder etwas Spannung aufbauen. Als nächstes bin ich dann für eine lockere Stunde aufs Rad gestiegen. Hier kann man super den Puls kontrollieren und auch mal entspannt rollen. Laufen oder Schwimmen ist dann doch ziemlich schnell relativ beanspruchend. Heute war ich dann das erste Mal wieder im Wasser. Für den Einstieg 2,5km mit viel Technikübungen und eher kurzen Distanzen am Stück (50-200m). Ziel ist hier erstmal wieder Gefühl fürs Wasser aufzubauen und wieder mit einer sauberen Technik einzusteigen. Im Schwimmen merke ich es auch immer am Deutlichsten, wenn ich ein paar Tage rausnehmen musste. Die Sportart ist einfach enorm technik- und gefühlsorientiert!

Heute gehe ich auch das erste Mal wieder locker laufen. Hier werde ich heute auch ganz bewusst auf den Puls achten und schauen, dass dieser im normalen Bereich bleibt. Wird zwar wahrscheinlich ziemlich langsam werden, aber das ist fürs Erste egal. Morgen steht dann wieder Schwimmen in der Früh auf dem Plan und am Nachmittag geht es für zwei lockere Stunden aufs Rad. Auch der Mittwoch und Donnerstag wird noch sehr ruhig ablaufen und erst am Freitag steht dann die erste Intensität auf dem Programm.

Bis dahin versuche ich einfach wieder gut reinzukommen und nichts vorschnell zu überziehen! Am Ende der Woche werde ich dann um die 20 Stunden Training stehen haben. Zum Vergleich: Normalerweise sind es in einer intensiven Woche zwischen 25 und 30 Stunden. Wir versuchen jetzt also nicht direkt das verlorene Training “aufzuholen”, sondern versuchen wieder einen normalen Rhythmus aufzubauen. Der Einstieg ist auf jeden Fall immer das Härteste!

Knockout

Heute gibts mal keinen ausführlichen Blog, denn ich liege seit ein paar Tagen flach. Kein Corona – immerhin – aber so eine normale Grippe soll´s ja auch noch geben und ist auch ziemlich nervig! Ich kann mich auch echt nicht beschweren, denn seit über zwei Jahren, musste ich keine Trainingseinheit mehr, aufgrund von einer Krankheit, ausfallen lassen. Den “perfekten” Zeitpunkt um krank zu werden gibt es wahrscheinlich sowieso nicht, aber gerade kann ich es eigentlich ganz gut verkraften. Mein erster Rennblock ist abgehakt und das nächste Highlight sind die Europameisterschaften über die Super Sprint Distanz Ende Mai. Wenn ich Ende der Woche wieder voll einsatzbereit bin, sind es immerhin noch drei Wochen bis dahin. Also Ruhe bewahren, Tee trinken und wieder ab ins Bett;)

Superleague London Top 5!

Das tat gut! Nach den eher durchwachsenen ersten Rennen dieses Jahr, fühlte sich das Ergebnis gestern richtig gut an. Auch wenn die Arena Games ein sehr spezielles Format und dadurch schwer mit einem normalen Triathlon zu vergleichen sind, bin ich doch sehr zufrieden mit meiner Leistung in den einzelnen Disziplinen. Mit dem fünften Platz, habe ich mich in diesem gut besetzten Feld dann am Ende auch selbst überrascht.

Quelle: Darren Wheeler

Es ist immer wieder erstaunlich wie fein der Grad zwischen Sieg oder Niederlage ist. München würde ich definitiv als Niederlage bezeichnen und was habe ich daraufhin verändert? Gar nichts… Wir haben weiterhin nach Plan trainiert und ich stand gestern wahrscheinlich nicht fitter an der Startlinie, als vor zwei Wochen in München. Vielleicht war ich etwas erholter und hatte in München nicht den besten Tag. Auf diesem hohen Level darf man sich aber einfach keinen “schlechten” Tag erlauben und bei so intensiven Rennen wie bei der Superleague sind 1% weniger Leistung, schon der Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg. Ich habe definitiv auch aus München gelernt, denn wenn man bei den Arena Games einmal komplett übers Limit geht, ist es schwer sich auf der Rolle oder dem Laufband zu erholen. Dieses Mal habe ich daher versucht, so konstant wie möglich zu arbeiten und immer noch etwas Luft zu lassen. So hatte ich noch die Möglichkeit, auf Attacken der Gegner zu reagieren, oder eventuelle Lücken nach Vorne zu schließen.

Halbfinale

Im Halbfinale waren wir dieses Mal zehn Athleten, die um vier Qualifikationsplätze für das Finale gekämpft haben. Dazu kamen die zwei Zeitschnellsten über beide Halbfinals. Das Schwimmen ging ich wieder so wie in München an und kam nach einer kontrollierten 2:10min am Ende des Feldes aus dem Wasser. Der Abstand nach vorne war aber nur ein bis zwei Sekunden und ich konnte am Rad von Anfang an Druck machen. Nach zwei Minuten und ca. 460W im Schnitt war ich auf Platz sechs nach Vorne gefahren und nach fünf Minuten lag ich an Position drei, dicht gefolgt vom Rest des Feldes. Auch beim Laufen konzentrierte ich mich nur auf mich und checkte nur ab und zu wo ich aktuell im Feld lag. Ich pendelte mich auf Platz fünf ein und der Abstand nach vorne wurde nicht viel größer.

Das zweite Rennen war wieder ein Verfolgungsstart und zog mein Rennen so wie davor durch. Dieses Mal versuchte ich vor allem am Ende im Laufen noch den vierten Platz einzuholen um sicher im Finale dabei zu sein, aber auch mit einer guten Laufzeit von 2:45min/km kam ich nicht mehr ganz an Gordon Benson ran.

Mein zweiter Wettkampf war sogar etwas schneller als der Erste und auch wenn es noch keine offiziellen Listen gab, war ich mich schon relativ sicher über die Zeit im Finale zu stehen. Von da an versuchte ich alles, um mich möglichst schnell zu regenerieren und wieder locker zu werden, denn es waren nur noch drei Stunden bis zum Finale.

Finale

Als ich wusste, dass ich sicher im Finale stand, fiel schon ein Großteil der Anspannung ab. Alles was jetzt noch kommen würde war ein Bonus und ich hatte mein Finalziel schon erreicht. Auch kurz vor dem Start war ich ziemlich entspannt und hatte vor allem nochmal richtig Bock auf das Rennen und auf das Duell gegen meine Konkurrenten. Die Zuschauer in der Olympiahalle sorgten für den Rest und als ich am Start stand, war ich richtig im Fokus und bereit noch einmal alles zu geben.

Das Schwimmen startetet wie erwartet sehr schnell, aber ich behielt meine Taktik bei und fokussierte mich nach einem schnellen Wechsel aufs Radfahren. Ich blieb bei meinen Wattwerten und hielt mich konstant zwischen Position sieben und acht. Auf dem Laufband hatte ich dann trotz den harten Kilometern davor, richtig gute Beine und arbeitete mich an Position sechs vor.

Nach einer drei minütigen Pause starteten wir dieses Mal zuerst mit einem Kilometer laufen. Hier legte ich mit 2:41min eine der schnellsten Zeiten hin und stieg mit Kontakt zur Spitze aufs Rad. Das anschließende Radfahren war definitiv einer der härtesten Abschnitte und nach dem Laufen waren meine Beine extrem schwer und ich konnte das erste Mal die 400W Grenze nicht mehr konstant halten. Den anderen Athleten erging es ähnlich und ich verlor nur einen Platz. Das abschließende Schwimmen ging dann aber wieder erstaunlich gut und ich konnte mit einer 2:09min die zweitschnellste Zeit in diesem Lauf hinlegen.

Der dritte und letzte Triathlon war ähnlich dem Halbfinale, wieder ein Verfolgungsstart. Ich lag nach den beiden vorherigen Etappen auf Platz sechs und hatte zehn Sekunden Vorsprung nach hinten und drei Sekunden Rückstand auf Platz fünf. Das letzte Schwimmen und Radfahren war enorm zäh und ich musste mich immer wieder quälen, die Watt und Geschwindigkeit zu halten. Ich hatte die ganze Zeit über Max Stanley vor Augen, der in München noch gesamt Zweiter geworden ist. Beim Laufen merkte ich dann, dass ich schneller unterwegs war und langsam näher kam. Mein gesamter Körper brannte schon und wollte sich einfach nur noch hinlegen, aber ich warf noch einmal alles hinein und überholte Max auf den letzten 100 Metern.

Weiter gehts

Mit Platz fünf bin ich mehr als zufrieden und kann jetzt wieder voller Selbstvertrauen in den nächsten Trainingsblock starten. Es waren nur zwei Rennen diese Saison die nicht gut liefen und trotzdem habe ich schon angefangen, mein Training zu hinterfragen und an mir zu zweifeln. Auch wenn ich weiß, dass auch schlechte Wettkämpfe zum Prozess dazugehören, bin ich hier doch immer schnell mein härtester Kritiker, aber hier cool zu bleiben, zahlt sich immer aus!

Arbeitswoche

Wann ist viel, zu viel? Wann lässt man eine Einheit lieber weg und wann lohnt es sich doch noch durchzuziehen? Mein Training letzte Woche fühlte sich an wie ein Drahtseilakt und mehr als einmal fragte ich mich, ob ich jetzt nicht lieber rausnehmen sollte.

In jedem Fall war die letzte Woche eine ganz schöne Arbeitswoche. Am Montag fühlte ich mich noch richtig gut und hakte mein Training ohne zu überlegen ab. Schwimmen mit Sprints, danach Krafttraining und Abend noch ein lockerer, kurzer Lauf – alles entspannt soweit. Am Dienstag fühlte sich dann aber schon alles nach Arbeit an, meine Nase war ein bisschen zu und ich konnte nicht ganz frei atmen. Die Corona Schnelltests waren zum Glück aber immer negativ und vermutlich ist es einfach ein bisschen Heuschnupfen. Ich fühlte mich auch nicht krank, aber trotzdem hörte ich bei jeder Einheit immer genau in meinen Körper hinein.

Koppeleinheit am Samstag: 2x8x400m (72/ 71sek)

Wir bekommen von unserem Coach immer eine “Range” was die Geschwindigkeit oder Wattwerte bei intensiven Einheiten betrifft. Hier hielt ich mich letzte Woche einfach immer am unteren Bereich auf und auch beim Umfang entschied ich mich selten für das Maximum. So richtig rund lief es aber trotzdem nicht und ich musste mich öfter motivieren als es normalerweise der Fall ist. Ab und zu haben wir auch “optionale” Einheiten auf dem Plan und je nach Befinden kann man sich hier auch bewusst gegen eine Einheit entscheiden. Letzte Woche ließ ich hier einmal Schwimmen, eine Krafteinheit und einen Koppellauf weg. Das schätze ich auch sehr an meinem Trainer Roland, der einen dadurch auch zur Selbständigkeit erzieht und mich auch eher zur Pause ermutigt 😉

Bevor man immer zwanghaft alle Einheiten durchzieht und dann am Ende krank wird und gleich ein paar Tage ausfällt, sind so kleine Anpassungen im täglichen Plan meistens der richtige Weg. Da spreche ich mich persönlich natürlich auch nicht frei von Zwang, aber aus Erfahrung sagt einem der Körper meistens das Richtige.

Schalter umlegen – London is calling

Solche Wochen wird es immer mal wieder geben und da muss man einfach durch. Meine Devise ist hier: Selbstvertrauen nicht verlieren, entspannt bleiben und auf bessere Tage hoffen. Die kommen aber hoffentlich schnell wieder, denn am Donnerstag fliege ich nach London. Die Arena Games der Superleague gehen in die zweite Runde und hier kann man sich keine 90% erlauben. Samstag geht es wieder rund, das Format ist dasselbe wie in München und die Konkurrenz ist auch wieder sehr stark. Mein Ziel ist es, ins Finale zu kommen und meine Fehler von München nicht zu wiederholen! Mal sehen was drin ist.

Hunger-Games in München

Offiziell “Superleague Arena-Games”, aber der Spaß-Leiden Faktor war für mich definitiv mehr Hunger-Games als Triathlon. Insgesamt war es aber trotz allem ein cooles Event, auch wenn das Format noch einige Schwächen hat und es für mich persönlich nicht sonderlich gut lief.

Wer sich für meinen genauen Rennablauf interessiert, soll sich einfach die neue Podcast Episode anhören;) Die geht im Laufe des Tages noch online und Podcast ist einfach das bessere Medium, um eine detaillierte Rennzusammenfassung wiederzugeben. Hier gibts daher einfach ein paar Bilder und meine Gedanken zum Rennformat allgemein.

Am Freitag konnte man sich mit den Laufbändern vertraut machen und bekam seinen Wettkampfeinteiler. Wie immer bei der Superleague, gab es auch noch ein bisschen Content Shooting, um am nächsten Tag in der Übertragung, Bilder der Athleten zur Verfügung zu haben.

1. Wettkampf: Massenstart (200m/ 4km/ 1km)

2. Triathlon: Verfolgung (200m/ 4km/ 1km)

(Darren Wheeler – That Cameraman/SuperLeague)

Indoor Triathlon?

Insgesamt betrachtet funktioniert das Konzept und Format als Event vor Ort sehr gut. Es ist vor allem ein Event für die Zuschauer vor Ort, denn die Stimmung im Finale war schon cool und das Rennen auch sehr spannend. Man sieht die Athleten die ganze Zeit live und kann jeden Positionswechsel und die verschiedenen Disziplinen komplett mitverfolgen. Wenn der Moderator vor Ort dann dem Publikum noch gut einheizt, dann macht es echt Spaß zuzuschauen!

Als Sportler, der mitten im Wettkampfgeschehen dabei war, bin ich aber natürlich etwas kritischer. Vor allem der Teil auf dem Rad, ist auf Zwift einfach ganz anders, als in der realen Welt. Wenn man nach dem Schwimmen nicht in der Radgruppe dabei war, war es einfach unmöglich die Lücke zu schließen und Zeit gutzumachen. Im Gegenteil, man verlor immer mehr Zeit und war schon fast aus dem Rennen. Das wurde mir persönlich auch zum Verhängnis, aber es ging auch anderen Athleten so. Wenn man wiederum in der Gruppe vorne dabei war, konnte man auch keinen Unterschied machen und es konnte sich nie ein Athlet absetzen. Das Radfahren war also eigentlich immer nur der Lückenfüller zwischen Schwimmen und Laufen und das ist natürlich schade. Entweder du warst vorne dabei, oder halt nicht. Vielleicht wäre eine Lösung des Problems, den Effekt des Windschattens etwas zu reduzieren, denn der ist im Vergleich zur realen Welt deutlich erhöht.

Das gesamte Format ist auch einfach sehr schwimm-lastig. Im Vergleich zu einer normalen Sprintdistanz ist der Schwimmanteil hier 25 Prozent größer. Das wird noch verstärkt, dadurch dass das Radfahren durch den hohen Windschatteneffekt an der Spitze relativ “neutralisiert” ist. Das Laufen finde so wie es ist gut gelöst, aber es ist einfach enorm anstrengend diese Laufbänder selbst anzutreiben und vielleicht finde ich hier ja noch eine effektivere Technik um schneller vorwärts zu kommen;)

wenn es in zwei Wochen in London wieder rund geht, bin ich aber definitiv wieder dabei und geb dem Format noch eine Chance! Ich habe noch eine Rechnung offen mit den Arena Games…