Es gibt wahrscheinlich kein Rennen auf das ich mich so freue wie die Challenge Walchsee. Nicht nur, weil es mein Heimrennen ist und ich die abwechslungsreiche Strecke in- und auswendig kenne, sondern auch weil das Rennen in dem idyllischen Ort Walchsee wahnsinnig professionell organisiert ist und so macht es umgeben von dem schönsten Bergpanorama einfach nochmal umso mehr Spaß.

Dieses Jahr sparten wir uns noch ein bisschen Fahrerei und Stress indem meine Freundin Zsanna und ich in Walchsee in einem Hotel statt zuhause übernachteten. Zsanna startete am Walchsee über ihre allererste Mitteldistanz.

Der Tag vor dem Rennen war geprägt mit einer kleinen Lauf- und Radeinheit, der Pressekonferenz, einem langen Mittagsschlaf, dem Bike Check in und natürlich der legendären Kaiserschmarrn Party. Das Ganze bei knapp 35°C und am Renntag sollte es sogar noch etwas heißer werden. Meine Form ist derzeit ziemlich gut, wie ich es auch schon in Erding beweisen konnte, also war die Hitze meine einzige Sorge, aber da mussten ja alle durch.

Abgesehen von der Challenge Samorin war Walchsee auf jeden Fall das bestbesetzte Profirennen, in dem ich je gestartet bin. Allein aus Deutscher Sicht waren mit Nils Frommhold, Maurice Clavel, die auch beide schon für den Ironman Hawaii dieses Jahr qualifiziert sind, und Boris Stein, der nach einer langen Verletzungspause wieder ins Renngeschehen einsteigt, einige Hochkaräter am Start. Dazu kamen noch der Italiener Gulio Molinari, der Walchsee auch schon einige Male gewinnen konnte und mit der Startnummer 1 an den Start ging, die Neuseeländer Mike Philipps (Athlet mit dem schnellsten Ironman Debüt: 7:52h) und Matt Burton und noch einige andere sehr starke Athleten. Es sollte also ein heißes Rennen werden, nicht nur wegen der Temperatur.

Der Start am Rennmorgen war erst um 10:30Uhr. Früher wäre vor allem bei der Hitze natürlich schöner gewesen, aber die Bauern brauchen in der Früh noch die Straßen, um ihre Milch zu transportieren. So konnte man dann wenigstens bis 7 Uhr schlafen und dann in Ruhe frühstücken bevor es für die letzten Erledigungen in die Wechselzone und dann zum Einlaufen ging. Der Walchsee hatte über 25°C Wassertemperatur, also sollte es mein erstes Rennen der Saison ohne Neo werden und endlich konnte ich mal meinen Sailfish Rebel Pro Swimskin auspacken und auch im Wettkampf benutzen.

Pünktlich fiel der Startschuss und ich kam mit ein paar schnellen Zügen gleich gut weg. So etwas ist mir im letzten Jahr nie gelungen und ich bin sehr froh, dass meine Schwimmform in dieser Saison so viel besser geworden ist. Sofort bildete sich eine kleine Führungsgruppe, die mein Erdinger Teamkollege Nils Frommhold anführte. Ich sparte in seinem Wasserschatten ein paar Körner. Wir waren zügig unterwegs und viel änderte sich dann auch nicht mehr bis zum Schwimmausstieg, außer dass circa 400m vor Ende der Brite Thomas Davis von hinten neben mich schwamm und wir uns um den Wasserschatten streiten mussten. Da wurde es dann doch nochmal ziemlich anstrengend.

Auch mein erster Wechsel war endlich mal zufriedenstellend und ich konnte gleich nach dem Radaufstieg die Führung übernehmen. Die ersten paar Kilometer gingen leicht bergab und ich wollte die Führungsgruppe so schnell wie möglich verkleinern, also drückte ich gleich ziemlich in die Pedale.

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Schon bevor es in den ersten technischen Teil der Strecke ging, waren wir nur noch zu dritt. Maurice Clavel, Nils Frommhold und ich, also ein deutscher Express. Ich spielte meine Streckenkenntnisse aus und drückte im technischen Teil, im ersten längeren Berg und in der Abfahrt weiter aufs Gaspedal. Es machte richtig Spaß und nach nur 15km hatten wir bereits 1,5min Vorsprung auf unsere Verfolger. Maurice und Nils hielten immer sehr fairen Abstand (mehr als 10m), so dass ich vorne einfach weiter mein Ding fuhr und es ging sowieso ständig auf und ab.

Bei einer Abfahrt rutschte mir in einer Kurve mein Hinterrad mal weg und ich sah mich schon im Graben liegen, konnte es aber Gott sei Dank gerade so noch retten und mich von dem Schock auch schnell wieder erholen. Eine Abfahrt später, am Ende der ersten Radrunde, schaffte ich es eine kleine Lücke auf Maurice und Nils rauszufahren und nutze die Gelegenheit gleich für eine Attacke. Die Lücke vergrößerte sich auf 30 Sekunden, ein paar Kilometer später schaffte es Maurice wieder zu mir aufzuschließen, so waren wir nur noch zu zweit. In der zweiten Radrunde machte mir die Hitze ziemlich zu schaffen und ich musste auch im Hinblick aufs Laufen ein paar Watt rausnehmen, so übernahm bei Kilometer 60 Maurice die Führung. Ich konnte das Tempo leider nicht mehr mitgehen und fieberte einfach nur der nächsten Verpflegungsstation hin, bei der es kaltes Wasser gab. Immerhin ging ich nicht komplett hoch, so wie in Samorin, und konnte den Radpart noch einigermaßen gut zu Ende bringen, hatte aber trotzdem beim zweiten Wechsel 2,5min Rückstand auf Maurice. Auf Platz 3 waren es circa 4min. Mit meiner Radzeit von 2:05h war ich 2min schneller als im Vorjahr. Hier geht es zu meiner Strava Datei.

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Sofort beim Loslaufen dachte ich mir: „Niemals bringe ich den zweiten Platz heute ins Ziel“. Die Sonne brannte richtig runter und von Schatten war auf der Strecke keine Spur. Das Thermometer zeigte bereits 38°C. Dementsprechend langsam lief ich dahin, obwohl die Laufbeine eigentlich ganz gut waren. Es war ein Kampf ums Überleben von der einen Verpflegungsstation zur nächsten und die ganze Zeit hatte ich den Drang aufzuhören und mich einfach nur in den See zu legen. Die Zuschauer riefen mir ständig den Rückstand nach vorne zu, der die ganze Zeit gleich blieb, aber nie den Vorsprung nach hinten, denn ich dachte bei dem Tempo muss eigentlich bald jemand kommen und mich überholen. Irgendwann erfuhr ich dann, dass ich meinen Vorsprung nach hinten sogar ausbaute, was mich immerhin motivierte. Der Ablauf der vier Laufrunden war dann immer derselbe: An der Verpflegungsstation trinken, kühlen, zwei Schwämme nehmen, diese nicht ausdrücken und unter den Anzug stecken. Sobald ich wieder trocken war, kurz mit den Schwämmen wieder etwas nass machen, so oft bis die Schwämme trocken waren und dann waren es noch circa 1,5km überleben bis zur nächsten Verpflegungsstation, wo das Spiel wieder von vorne losging. Ich erinnerte mich ständig an die Junioren WM in Cozumel 2016 und kann jetzt 3 Jahre später sagen, dass eine Sprintdistanz bei solch einer Hitze ein Witz ist. Andererseits wollte ich gar nicht daran denken, wie es dann wohl beim Ironman Hawaii ist oder beim Ironman Frankfurt, der am selben Tag stattfand.

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Als zweiter hinter Maurice Clavel lief ich dann über die Ziellinie. Überglücklich es endlich geschafft zu haben, aber natürlich bin ich mit dem zweiten Platz in diesem Profifeld auch mehr als zufrieden. Mit einem 1:19er Halbmarathon hatte ich bei der Hitze sogar die schnellste Laufzeit im Feld. Boris Stein kam dann als dritter ins Ziel und komplettierte das deutsche Podium. Ergebnisse gibt es hier. Ich glaube, bei den Profis hat nur circa die Hälfte das Rennen gefinisht. Deshalb größten Respekt an alle Athleten, die dieses Wochenende bei den Bedingungen einen Triathlon gefinisht haben (nicht nur am Walchsee)! Mit Stolz durfte ich auch Zsanna ihre Finisher Medaille überreichen und sie wurde sogar ebenfalls zweiter in ihrer AK 😊

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Danke Challenge Walchsee für ein gelungenes 10 Jähriges Jubiläum und da im nächsten Jahr dort die Europameisterschaften über die Mitteldistanz ausgetragen werden, streiche ich mir den Termin Ende Juni schon mal rot in meinem Kalender an.

Mein nächstes großes Rennen ist am 27. Juli die Challenge Prag und die Woche davor geht es mal wieder in der Bundesliga über die Sprintdistanz für mein Team aus Witten an den Start. Mal schauen, was da so geht 😊

Bis dahin

Frederic

Vielen Dank an meine Schwester Anna-Marie für die Bilder!

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Von guten Rennen gibt es meist weniger zu erzählen als von schlechten Rennen, da ja nicht viel schief gegangen ist und von schlechten Rennen lernt man einfach mehr. Dennoch will ich die Anzahl der schlechten Rennen auf jeden Fall so gering wie möglich halten.

Der Stadttriathlon Erding am vergangenen Wochenende war eins dieser guten Rennen, wenn nicht sogar eins meiner Besten. Ich versuche dennoch mal ein bisschen davon zu erzählen.

Ich war schon mehrmals in Erding am Start. Überwiegend beim Kindertriathlon, aber 2015 konnte ich auch schon die Sprintdistanz für mich entscheiden. Erstmals ging ich nun bei der sehr bekannten Olympischen Distanz an den Start, die meine Eltern beide schon einmal gewinnen konnten. Auch mein Ziel war es zu gewinnen, obwohl ich den Wettkampf voll aus dem Training machen würde, denn eine Woche später findet eins meiner wichtigsten Rennen, die Challenge Walchsee, statt.

Schon am Vortag des Rennens ging es für mich nach Erding, wo ich meine Teamkollegen vom Erdinger Alkoholfrei Perspektivteam traf und wir gemeinsam einen Vortrag über Social Media anhören durften, der von Niclas Bock gehalten wurde. Auch wenn ich persönlich mit meinen Social Media Aktivitäten sehr zufrieden bin, konnte ich einiges Neues dazu lernen. Am Abend speisten wir dann gemeinsam in der Erdinger Weißbräu Gaststätte und es gab Käsespätzle und Kaiserschmarrn als Carboloading und dazu natürlich Erdinger Alkoholfrei Zitrone (mein persönlicher Favorit).

Der Start am Tag darauf war erst um 11:10Uhr, also ging es mit Frühstück und Check in sehr entspannt zu. Das Wasser hatte leider knapp unter 22°C, also war der Neo erlaubt. „Leider“ nicht, weil ich nicht mit Neo schwimmen will, sondern weil es so knapp an der Grenze war, dass es mit Neo viel zu warm werden würde.

Pünktlich fiel der Startschuss und ich konnte mich gleich zu Beginn an die Spitze setzen mit meinem Trainingskollegen und Kumpel Marchelo Kunzelmann in meinem Wasserschatten. Es galt zwei Runden á 750m zu schwimmen, die von einem Landgang geteilt wurden. Wenn man die Schwimmzeiten anschaut, war eine Runde wohl eher zwischen 800 und 850m lang. Ich schwamm die erste Runde ziemlich hart an und fühlte mich im Neo sofort überhitzt, so dass ich mich beim Landgang erstmal sammeln musste. Da man bei diesem Landgang circa 100m zu laufen waren, gestaltete sich das erneute Losschwimmen als besonders schwer und ich brauchte ein paar Züge um wieder meinen Rhythmus zu finden. In der zweiten Runde konnte ich knapp 30s auf Marchelo rausschwimmen, von denen er aber 15s wieder beim ersten Wechsel reinholte. Zuerst kam ich gar nicht aus meinem Neo raus, dann waren die Riemen in meinem Helm komplett durcheinander und letztendlich bin ich beim Radaufstieg schön abgerutscht. Das waren dann aber auch die einzigen Makel bei diesem Rennen.

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Die Radstrecke ähnelt dem Kurs von Samorin. 10,5km auf einer gut geteerten und komplett flachen Bundesstraße raus und zurück und das zwei mal. Nur am Anfang und Ende jeder Runde muss man durch ein Wohngebiet kurven, was den Schnitt etwas verschlechtert 😉

Gleich von Anfang an hielt ich das Tempo hoch und fuhr auf der Bundesstraße durchgehend nur knapp unter 50kmh, somit baute ich meinen Vorsprung auf meine Verfolger deutlich aus. Viel spannender wurde es dann auch nicht mehr, außer dass ich eine Kurve zu spät gesehen habe, nicht mehr rechtzeitig abbremsen konnte und einen U-Turn extra einlegen musste.

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Nach 54min für die 42km erreichte ich wieder die Wechselzone. Dieses mal legte ich einen deutlich besseren Wechsel hin. Mein Vorsprung war zu diesem Zeitpunkt knapp 6min. Das war mir aber egal, denn mir ging es um mein eigenes Rennen und je schneller, desto besseres Training für Challenge Walchsee. Ich sah den Wettkampf als letzte sehr harte Einheit, bevor es wieder ans Tapern geht.

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Dementsprechend schnell lief ich auch los und auf der Laufstrecke haben mich die vielen Zuschauer extrem gepuscht. Erstmals in dieser Saison konnte ich beim Laufen an meine Grenzen gehen. Die Laufstrecke ging erstmal vom See, wo sich die Wechselzone befand, in die Stadt und dann zwei sehr verwinkelte Runden unter anderem auf Kopfsteinpflaster bevor es auf dem Marktplatz ins Ziel ging. Keinesfalls eine Runde für neue Bestzeiten, aber dennoch konnte ich ein sehr ordentliches Tempo von Anfang bis Ende laufen. In 1:50:40h lief ich dann als Sieger über die Ziellinie und durfte mein erstes eigenes 3 Liter Erdinger Glas in Empfang nehmen. Sehr zufrieden mit meiner Performance. Außerdem konnte ich den Streckenrekord von Patrick Lange aus dem Jahr 2017 um gut 2min unterbieten. Acht Minuten später kam Marchelo dann als zweiter ins Ziel kurz vor Niclas Bock und dann der Stadttriathlon Erding Abonnement Sieger Michael Göhner als vierter. Glückwunsch Jungs und auch an alle anderen Finisher! Ergebnisse gibt’s hier. Vielen Dank an das Organisationsteam für eine top organisierte Veranstaltung und an all die freiwilligen Helfer, ohne die das natürlich gar nicht erst möglich wäre. Es hat super viel Spaß gemacht und ich komme gerne wieder 😊

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Das Selbstbewusstsein kann ich für die Challenge Walchsee am Sonntag sehr gut gebrauchen. Es wird nach Samorin das zweit stärkste Profifeld sein, in dem ich je gestartet bin. Das Rennen hat für mich eine nochmal größere Bedeutung, da es sehr nahe meiner Heimat und auf meinen alltäglichen Trainingsstrecken stattfindet. Obwohl ich in den Alpen aufgewachsen bin, kann ich mich an Bergpanoramas nie satt sehen und für mich ist es nach wie vor die schönste Gegend der Welt. Und was wäre Challenge Walchsee ohne extreme Wetterbedingungen? Nur dieses mal nicht mit Kälte und Regen, sondern mit 35°C! Nachdem ich letztes Jahr hinter Sebastian Kienle zweiter werden konnte, möchte ich dieses Jahr mindestens wieder aufs Podium! Also alle Daumen drücken für die Startnummer 2!

Bis dahin

Frederic

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Endlich war wieder Rennwoche und mein erstes großes Saisonhighlight stand an: „The Championship“, die Challenge Samorin (sprich: Schamorin) in der Slowakei ein paar Kilometer östlich von Bratislava, nahe der ungarischen Grenze, direkt an der Donau. Ein Preisgeld von insgesamt 150.000€ lockt die Weltspitze unseres Sports in diese kleine Ortschaft und auch mich. Allerdings war die Location des Wettkampfes die „X-Bionic Sphere“. Ein riesiges Resort mit unzähligen Sportanlagen wie zum Beispiel auch einer Pferderennbahn. Ich war mehr als gespannt darauf mich mit so einem starkem Profifeld zu messen und freute mich vor allem auch auf eine Besonderheit des Rennens: Die 20m Windschattenregel. Anstelle der üblichen 10m, wo man nachweislich noch einen großen Windschattenvorteil hat, müssen hier beim Radfahren 20m zum Vordermann Abstand gehalten werden, womit man kaum mehr Windschatten hat. Dies macht „The Championship“ zum wahrscheinlich fairsten Rennen im ganzen Triathlonzirkus.

Für mich ging es am Donnerstag mit meiner Freundin von Nürnberg nach Samorin. Tatsächlich war es das erste mal, dass ich selber 6h am Stück Auto gefahren bin, allerdings war es nur halb so schlimm wie erwartet. Dort angekommen durften wir erstmal in unser luxoriöses Zimmer einchecken, bevor es nochmal für eine kleine Einheit in den beheizten 50m outdoor Pool ging.

Am nächsten Tag fuhr ich einen Teil der Radstrecke ab und hatte bei knapp 200 Watt fast einen 39er Schnitt mit dem Wettkampfmaterial. Eine brutal schnelle Strecke: Komplett flach und gute Straßenverhältnisse. Wovor ich aber unglaublichen Respekt hatte, war am Renntag 90km in der Aeroposition liegen zu müssen ohne sich mal für längere Zeit aufrichten zu können. Bisher war jede meiner fünf Mitteldistanzen relativ bergig und auch jetzt im Nachhinein kann ich sagen, bergig ist deutlich einfacher.

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Das Pro Briefing fand am selben Tag im Kino des Resorts statt. Dafür wurden wir mit Popcorn versorgt und durften in großen Sitzkissen entspannen. Außerdem nahm ich mit Simon Müller von Triathlon Magazin noch einen Podcast auf, der in den kommenden Wochen erscheinen wird. Ich halte euch auf den Laufenden 🙂

Ein Tag vor dem Rennen ist der Ablauf immer derselbe: eine kurze Radeinheit, eine kurze Schwimmeinheit, alles für den Renntag herrichten, das Fahrrad einchecken und natürlich Pasta, Pasta, Pasta. Die Nervosität hielt sich wenigstens noch in Grenzen. Außerdem hab ich dann überraschend gut geschlafen, sonst wache ich in der Nacht vor einem großen Rennen oft auf und schlafe insgesamt sehr unruhig.

Aber spätestens als ich um 5:45Uhr vor meinem Frühstücksteller mit zwei Honigsemmeln saß, war klar, es ist Rennmorgen. Eigentlich ist Frühstück meine mit Abstand liebste Mahlzeit und bin deswegen auch großer Fan von „Frühstück zum Abendessen“, aber am Rennmorgen ist es die reinste Folter und sicherlich nicht nur für mich. Dennoch lief es schon mal besser als in Riccione. Auch das muss trainiert sein 😉

Kurz darauf wurden noch die letzten Vorbereitungen getroffen und das restliche Equipment in der Wechselzone deponiert. Nach meinem kurzen Warm up Programm, kam dann die erfreuliche Nachricht, dass das Wasser 14,4°C hat und die vollen 1,9km geschwommen werden. Erfreulich deswegen, weil bis 1h vor dem Rennen darauf spekuliert wurde, ob überhaupt die volle Distanz geschwommen wird oder nur 1500m oder sogar nur 750m. Zwei Tage vor dem Rennen war nicht mal sicher, ob überhaupt geschwommen wird, denn da hatte das Wasser 12°C. Meine Schwimmform ist im Moment sehr gut, also hatte ich keine Sorgen um diese Disziplin. Kalt sollte es trotzdem werden.

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Das Schwimmen fand in der Donau statt und obwohl am Tag davor bereits eine Schleuse geschlossen wurde, merkte ich beim Einschwimmen die extrem starke Strömung, was aber wiederum den guten Schwimmern, zu denen ich mich auf der Mitteldistanz zählen würde, entgegen kommt.

Ich ging mit der Startnummer 6 ins Rennen und wurde beim Line-Up dementsprechend früh aufgerufen. Ins Wasser wurden wir dann aber alle gleichzeitig gelassen und wahrscheinlich etwas zu spät, denn es war eigentlich noch niemand richtig aufgereiht, als plötzlich das Startsignal ertönte. Ich war erstmal überrascht und befand mich zu dem Zeitpunkt noch gut 3m hinter der Startlinie. Erst als alle losgeschwommen sind, realisierte ich, dass dies der Start war. Es waren nur ein paar Sekunden und in dem Moment beunruhigte es mich nicht einmal. Also los ging’s!

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Starke Gegenströmung → Sofort schwamm ich komplett an den rechten Rand und folgte zwei anderen Athleten, zu denen ich die Lücke schnell schließen konnte. Da ich beim Schwimmen nach links atme, hatte ich den Rest des Feldes gut in Blick, die allesamt an den Bojen entlang schwammen inklusive der vollen Gegenströmung. Ich frag mich, wieso nicht mehr als drei Athleten auf die Idee gekommen sind evtl. einen 50m weiteren Weg in Kauf zu nehmen und dafür so wenig Strömung wie möglich abzubekommen. Nach bereits 100m war ich auf der Höhe von Ben Kanute, der das Feld auf der linken Seite anführte und als einziger trotz extra Strömung dasselbe Tempo wie wir schwamm. Ich bin sicher nicht auf dem Schwimmniveau von Ben Kanute, der es auch in der World Triathlon Series immer wieder in die erste Radgruppe schafft, also schon mal alles richtig gemacht.

Bei den Wendebojen nach 950m mussten wir dann reinziehen und auf dem Rückweg schwamm Kanute mit einem anderen davon und wir konnten nicht folgen. Ich genoss den Wasserschatten eines weiteren Athleten und befand mich so an Position vier. Direkt hinter uns folgte eine größere Gruppe unter anderem mit dem Top Schwimmer und Erdinger Teamkollegen Florian Angert.

Ich fühlte mich sehr gut, auch wenn das Wasser echt kalt war. Mit knapp 45s Rückstand auf Kanute stieg ich dann als vierter aus der Donau. Ich hätte nicht erwartet in diesem Feld so weit vorne aus dem Wasser zu steigen und bin mit dieser Disziplin komplett zufrieden.

Für bessere Schulterfreiheit beim Schwimmen, hatte ich mich dazu entschieden den Anzug unter dem Neo bis zur Hüfte runterzurollen und erst auf dem Weg in die Wechselzone komplett anzuziehen. Dies hat im Training reibungslos funktioniert und auch im Wettkampf hatte ich ihn schnell an, als ich dann plötzlich bemerkt habe, dass der Reißverschluss ausgefädelt ist. Ich habe versucht diesen irgendwie wieder einzufädeln, aber vergebens. Dabei hab ich bereits eine Menge Zeit verloren und stieg als letzter der Gruppe aufs Fahrrad. Nun musste ich 90km auf einer Strecke, bei der jeder einzelne Watt zählt, mit komplett offenen Einteiler fahren. Dies hat mich natürlich geärgert und beunruhigt, aber mir blieb nichts anderes übrig als einfach mein Rennen zu machen.

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Nach circa 5km musste ich dann erstmal wieder an der Gruppe komplett vorbeifahren. Es waren circa 12 Mann und jeder hielt 20m Abstand. So habe ich gut 5min und fast 400 Watt gebraucht, um nach ganz vorne zu fahren. An der Spitze des Feldes waren immer noch Kanute, ein Australier Max Neumann und nun auch der Belgier Pieter Heemeryck, der hinter mir aus dem Wasser gestiegen ist, aber mit einem schnellen Wechsel und schnellen ersten Radkilometern gleich vorne aufschließen konnte. Das wusste ich zu dem Zeitpunkt nicht mal und dachte ich fahre an Position drei.

Mein Plan war… nein, ich hatte keinen Plan außer einfach klein machen und reindrücken. Das hat auch gut geklappt. Am Wendepunkt nach 45km hatte ich knapp 330Watt im Schnitt. Meine Mitstreiter, die bis dahin mitfahren konnten, wahrscheinlich circa 15 Watt weniger, die mich der offene Anzug kostete.

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Kurz bevor wir auf Kanute und Neumann aufschlossen, überholten mich Angert und Maurice Clavel, ein weiterer Deutscher, der auch für seine Radstärke bekannt ist. Zu dem Zeitpunkt war jeder Überholvorgang ein Erlös für meinen Rücken, da ich mich kurz strecken konnte, um die 20m wieder herzustellen. Heemeryck war bereits vorne weg.

Auf dem Rückweg wurde die Lücke zu Angert und Clavel immer größer und nach circa 65km musste ich komplett reißen lassen. Mir tat alles weh, es wurde sehr heiß und ich wollte einfach nur noch ankommen und runter von dieser Aeroposition. Ich konnte kaum mehr 300 Watt treten und ging richtig hoch, obwohl ich mich bis dahin sehr gut verpflegt hatte. Wenigstens ging es Kanute genauso. 5km vor Ende kam mein Erdinger Teamkollege Andreas Dreitz mit einem brutalem Tempo an uns vorbei. Er stellte an dem Tag auch mit 1:54h die beste Radzeit auf. Für mich waren es am Ende sogar auch unter 2h: 1:58h, 45,6kmh im Schnitt, 308 Watt im Schnitt, 315 Watt NP, die 7t schnellste Radzeit und das mit einem komplett offenen Anzug. Eventuell hätte ich sonst mit den Anderen bis zum Ende mitfahren können, aber das sind halt nur Spekulationen und ich habe noch genug Rennen, um das zu beweisen.

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Sebastian Kienle stieg direkt hinter mir vom Fahrrad und wir wechselten gemeinsam auf die Laufstrecke, aber da lief er dann auch gleich davon. Meine erste der drei Laufrunden hingegen war miserabel. Es war inzwischen extrem heiß und auf der Pferderennbahn, auf der wir einen Teil der Runde laufen mussten, staute sich die Hitze. Außerdem waren einige Passagen auf Gras dabei, was es nicht gerade einfacher machte. Bei den Verpflegungsstationen nahm ich alles, was ich kriegen konnte, sowohl zum Trinken, als auch zum Übergießen. Von hinten kamen dann nach und nach die schnellen Läufer: der Schweizer Ruedi Wild, die Briten Adam Bowden und David Mcnamee. Ich lief nun an Position 12 und hatte mich schon damit abgefunden, dass ich jetzt einfach nur noch finishen will.

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In der zweiten Laufrunde wachte ich dann aber so langsam wieder auf und konnte ordentlich Tempo zulegen. Ich hatte die Hoffnung wieder zurück in die TOP 10 laufen zu können. Leider liefen die Jungs direkt vor mir alle sehr schnell und ich konnte lediglich dasselbe Tempo laufen, aber den Abstand nicht verringern.

In der letzten Runde konnte ich noch Ben Kanute einholen, der ordentlich hochging. Als 11ter lief ich dann über die Ziellinie mit einem Mix aus Enttäuschung, Wut und Zuversicht.

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Ich hatte 5:31 Minuten Rückstand auf den Sieger Sebastian Kienle und war damit 11ter. Ein extrem knappes Rennen. 14s auf Platz 10 und nur knapp über zwei Minuten (die mich der Anzug insgesamt wahrscheinlich gekostet hat) auf Platz 7. Ärgerlich. Dennoch will ich mir nichts vorwerfen. Ich bin 21 Jahre jung und es war ein Weltklasse Feld. Beim Schwimmen und auch beim Radfahren bin ich sehr gut dabei und ich bin sehr zuversichtlich, dass ich die paar Minütchen beim Laufen in den nächsten Jahren auch noch schaffe und dann kann ich auch bei solchen Rennen ganz vorne mitspielen! Ergebnisse gibt es hier.

So nutzte ich immerhin den einzigen Vorteil eines 11ten Platzes: Ich konnte gleich die 6h Heimfahrt zurück nach Nürnberg antreten und musste nicht auf die Siegerehrung warten. Immer das Positive sehen 😉

Meine nächsten Rennen sind der Erdinger Stadttriathlon am 22. Juni und eine Woche später das nächste große und für mich wichtige Mitteldistanzrennen die Challenge Walchsee. Das Rennen in Samorin hat mich nur noch hungriger gemacht und ich freue mich schon auf „The Championship“ 2020, wo das Material dann halten wird und ich um die vorderen Platzierungen mitkämpfen kann!

Nun stehen ein paar Tage Ruhe an bevor es mit dem Bayrischen Triathlon Kader zu einem kleinen Trainingslager nach Ingolstadt geht, wo ich mal wieder etwas an meinem Speed arbeiten werde 😉

Bis dahin

Frederic

(Danke an meine Schwester Anna-Marie für die Bilder)

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10 Tage sind es noch bis zu meinem ersten Saisonhöhepunkt und auch ersten richtig großem Rennen auf der Mitteldistanz: Challenge Samorin oder auch „The Championship“. Die Weltmeisterschaft über die Mitteldistanz, nur eben nicht von Ironman, sondern von Challenge. Sowohl die Vorfreude, als auch die Nervosität nehmen von Tag zu Tag zu und ich bin extrem gespannt darauf wie ich in solch einem Weltklasse Starterfeld abschneiden werde.

Die letzte Woche, also drei Wochen vor dem Rennen, war nochmal eine sehr intensive und umfangreiche Trainingswoche. Eventuell sogar eine meiner härtesten überhaupt. 30km Schwimmen davon 6,4km intensiv, 450km Radfahren davon 97km intensiv und 100km Laufen davon 37km intensiv, insgesamt 28h Training inklusive eines Trainingswettkampfes bei der Challenge Heilbronn über die olympische Distanz, was vielleicht nicht die allerbeste Idee war nach so einer Woche.

Bereits am Samstag fuhr ich mit meinen Trainingskollegen Marchelo Kunzelmann und Simon Henseleit nach Heilbronn, was von Nürnberg echt ein Katzensprung ist. Während die beiden ihren Bundesliga Team Sponsor HEP dort vertreten mussten, welcher zugleich auch der Hauptsponsor der Challenge Heilbronn war, war es für mich eine sehr kurzfristige Entscheidung dort an den Start zu gehen, um so nochmal ein bisschen Wettkampfroutine für Samorin zu sammeln. Die Mitteldistanz wäre nach dieser Trainingswoche zu viel gewesen, auch wenn es mich schon gereizt hätte. Denn einerseits war auch diese sehr gut besetzt und andererseits ist die Location dort schon mega und macht richtig Bock auf „Ballern“.

Der Wettkampf fand dann am Sonntag statt und der Startschuss zur Olympischen Distanz fiel bereits um 7:45Uhr. Jedoch war es kein gewöhnlicher Start, sondern ein „Rolling Start“, da es eigentlich ein reines Amateurrennen war. Rolling Start bedeutet, dass alle fünf Sekunden sechs Athleten gleichzeitig starten und deine Zeit wird erst ausgelöst, wenn du über die Matte läufst und ins Wasser springst. Für Amateure ist dieses pro cedere heutzutage ganz üblich, um den Massenstart aus dem Weg zu gehen, da es ja oft 1000 Athleten oder mehr sind. Für mich war es das erste mal und hoffentlich das letzte 😉

Marchelo und ich starteten gleich in der allerersten Welle und sprangen in den angeblich 16°C kalten Neckar. Well… es waren allerhöchstens 15°C. Nach wenigen Metern machte ich eine neue Erfahrung, die ich nicht gerne nochmal machen will. Meine Brust wurde richtig eng und ich bekam keine Luft mehr unter meinem Neo. Sofort hielt ich an und schwamm ein paar Züge Rücken, während die Konkurrenz davonzog. Aber es half nichts. In meinem Kopf zog ich dann den Schlussstrich, da es ohnehin kein wichtiges Rennen für mich war und schwamm Brustzüge an die Seite. Nach circa 30s wurde es wieder langsam besser und ich entschied mich erstmal locker weiterzuschwimmen. Irgendwann fand ich meinen Rhythmus und blickte optimistisch dem Schwimmausstieg entgegen, trotzdem behielt ich bis da hin nur ein oberes Grundlagentempo bei.

Während des Schwimmens hatte mich bereits Timo Hackenjos eingeholt, der als besonders guter Schwimmer gilt und in ein paar Wellen hinter uns gestartet ist, jedoch wusste ich nicht genau wie viel. So ging es für mich an Position drei aufs Fahrrad, knapp hinter Marchelo, der leider keinen guten Tag am Rad erwischte und nicht mit mir mitfahren konnte.

Das Radfahren lief auf jeden Fall deutlich besser als das Schwimmen und hier war einzig und allein die Müdigkeit durch die Trainingswoche der limitierende Faktor. Nach circa 22km auf der hügeligen und vor allem sehr windigen Radrunde konnte ich Hackenjos endlich einholen und auf den letzten 14km bis zur Wechselzone noch einen Vorsprung rausfahren. Die Wechselzone in Heilbronn ist wahrscheinlich die längste überhaupt und das ist auf keinen Fall etwas positives, vor allem, wenn keine Teppiche ausgelegt sind. Noch dazu hatten wir unser Rad ganz am anderen Ende, also durften wir sowohl nach dem Schwimmen, als auch nach dem Radfahren barfuß auf dem rauem Asphalt fast einen Kilometer unser Rad schieben.

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(Bild: Challenge Riccione)

Als es auf die Laufstrecke ging, merkte ich sofort, dass wieder etwas nicht stimmt. Ich konnte nur schwer und kurz atmen. Es war fast wie Asthma, nur ohne das Pfeifen. Wieder habe ich überlegt aufzuhören, aber ich dachte vielleicht wird es irgendwann besser. Eigentlich sogar überraschend, dass ich so noch ein 3:30er Tempo hinbekommen habe, was aber normalerweise auf einer olympischen Distanz nicht konkurrenzfähig ist.

Da ich mit Uhr lief wunderte ich mich, wo nach 2,5km (zwei Laufrunden) der Wendepunkt blieb und fragte einen Streckenposten, der mir dann sagte, dass ich bereits 50m zu weit gelaufen bin. Der Wendepunkt war tatsächlich noch nicht aufgebaut. Das ging gerade so nochmal gut.

Leider wurde meine Atmung nicht besser, aber ich konnte wenigstens das Tempo auch die zweite Runde halten, wo dann der Wendepunkt auch aufgebaut war. Ich wusste, dass ich eine knappe Minute Vorsprung vor Hackenjos habe und dachte, mehr als 40s wird er nicht hinter uns gestartet sein, so lief ich genüsslich als erster in den Zielkanal und über die Ziellinie. Das hätte in die Hose gehen können. Hackenjos machte es cleverer und zog bis zum Ende durch und lief 1:06min hinter mir ins Ziel. Tatsächlich ist er genau eine Minute hinter uns gestartet. Also hatte ich mit 6s Vorsprung gewonnen. Glück gehabt und trotz der Probleme und nicht so guten Performance war ich glücklich über den Sieg. Marchelo rundetet das Podium mit der schnellsten Laufzeit des Tages ab. Glückwunsch an die Beiden! Ergebnisse hier.

Mögliche Ursachen für meine Probleme ist wahrscheinlich ein Mix aus allem: Kaltes Wasser (ohne vorher mal drin gewesen zu sein), sehr viel Training und wahrscheinlich ein Infekt. Ein Tag vor dem Rennen bekam ich Herpes, was ein Zeichen dafür ist.

Glücklicherweise wurde ich nicht richtig krank und hab mich auch sehr schnell wieder vom Rennen erholt, da ich mich ja auch nicht so richtig verausgaben konnte. Diese Woche standen/stehen nochmal ein paar wichtige wettkampfspezifische Einheiten auf dem Programm, allerdings ist das Training bereits nicht mehr ganz so umfangreich, bevor es in die Taperphase geht. Nächsten Donnerstag werde ich nach Samorin fahren, wo am Sonntag, den 02. Juni, „The Championship“ ansteht. Mein nächster Blog wird dann der Rennbericht sein 🙂

Bis dahin

Frederic

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Nachdem ich in den letzten beiden Jahren bereits Ende März mit dem ersten Wettkampf in die Saison eingestiegen bin, empfand ich den 05 Mai dieses Jahr schon als spät und konnte mich in den Wochen davor schon kaum mehr still halten und war dementsprechend froh als endlich die Rennwoche anstand. Im letzten Jahr habe ich glaube ich endlich das perfekte Taperprogram für mich entwickeln können, was ich seitdem exakt so vor jedem Wettkampf absolviere. So wissen mein Körper und Geist einerseits genau, dass sie jetzt in den Wettkampfmodus fahren müssen und andererseits geben die einzelnen Trainingseinheiten auch Rückschlüsse wie die Form im Vergleich zu den Taperwochen der vorherigen Wettkämpfe ist.

Am Donnerstag vor dem Rennen ging es bereits nach Riccione, so hatte ich nochmal die Gelegenheit am selben Tag die neue Radrunde abzufahren. Im Gegensatz zu letztem Jahr waren dieses mal zwei Runden zu absolvieren und obwohl es circa 100 Höhenmeter weniger sind, ist die neue Strecke keinesfalls einfacher. Zumindest die Straßenqualität ist deutlich besser (für italienische Verhältnisse).

Ab dann hieß es weitesgehend Beine hochlegen, Kohlehydrate tanken und hoffen, dass das Wetter am Renntag gut wird. Nach meinem dritten Platz im Vorjahr ging ich dieses Jahr mit der Startnummer 3 ins Rennen, denn der Vorjahressieger Gulio Molinari, für den es ein Heimrennen ist, sowie der Vorjahreszweite Thomas Steger aus Österreich waren auch am Start.

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Dann stand endlich der lang ersehnte Rennmorgen an. Das Wetter sah schon mal ganz vielversprechend aus und wie an jedem Rennmorgen, besonders vor dem ersten Saisonrennen, war ich beim Frühstück froh die Tage davor gut gegessen zu haben, denn jeder Bissen kam mir vor Aufregung fast wieder hoch. Als ich nach dem „Frühstück“ dann meine Gelflasche fürs Radfahren zubereitete und dran roch, hing ich schon mal vorsichtshalber über der Toilette, konnte aber meinen Mageninhalt gerade so noch für mich behalten. Ja, diese unschönen Dinge gehören eben auch zu unserem Sport 😀 Wie gesagt, vor dem ersten Saisonrennen ist die Aufregung auch nochmal extra groß.

Das Meer hatte circa 16°C, also war ich froh über meinen Sailfish Neo. Hier habe ich mich dieses mal für meinen alten G-Range entschieden statt für den neuen Ultimate IPS, da dieser etwas mehr Schulterfreiheit bietet, die ich in Kombination mit dem Anzug darunter eher brauchte als den Auftrieb, da man im Salzwasser sowieso automatisch schon mehr Auftrieb hat.

Um 9:30Uhr fiel dann der Startschuss für das kleine, aber sehr qualitative Feld von 20 Profi-Männern. Ich stand direkt neben dem Vorjahressieger Molinari und hing mich gleich zu Beginn an seine Beine. Nachdem ich letztes Jahr über eine Minute hinter Molinari aus dem Wasser kam, wollte ich das dieses Jahr vermeiden. Das Tempo machte aber ein anderer Italiener Mattia Ceccarelli, so war ich an dritter Position. Die Bedingungen waren alles andere als einfach. Meine Füße spürte ich durch die Kälte irgendwann nicht mehr und die vielen Wellen machten die Orientierung und ein gleichmäßiges Schwimmen sehr schwer. Ich konnte überhaupt nicht meine gewohnte Technik vom Becken umsetzten, also war die einzige Möglichkeit mit Frequenz das Wasser „wegzuschaufeln“. Ich schaffte es die ganzen zwei Kilometer an den beiden dranzubleiben und wir stiegen mit fast zwei Minuten Vorsprung auf die Verfolger aus dem Wasser.

Meine Taktik für das Radfahren war genau dieselbe: An Molinari dranbleiben. Das war leichter gesagt als getan, während dieser mit 5m Abstand den Windschatten von seinem Landeskollegen Ceccarelli genoss, hielt ich eher 30m Abstand, da ich der erste gewesen wäre der von den ITALIENISCHEN Kampfrichtern eine Karte wegen Windschattenfahrens kassiert hätte, denn so oft wie sich Molinari nach mir umblickte, war dieser sicher überrascht im Gegensatz zum Vorjahr einen anderen Begleiter zu haben und Molinari würde sicher nie eine Karte für Windschattenfahren bekommen und das weiß er. Im Vorjahr hatte er bereits schon Hilfe von zahlreichen Motorrädern. Ich kam mir in dem Rennen auf jeden Fall ein bisschen verarscht vor. Bei der ersten längeren Abfahrt fuhren mir beide Italiener etwas davon. Da fuhr ich zwar schon mit mehr Risiko als gewollt runter, aber für „Molinari-Verhältnisse“ reichte es noch nicht, was auch keine Schande ist, denn vor ein paar Jahren passierte dasselbe Sebastian Kienle und Jan Frodeno beim Cannes-Triathlon.

In der ersten Runde schaffte ich es noch die Lücke zu schließen, dies hat aber gut 10km gedauert und ich musste deutlich über meinen Verhältnissen fahren, denn sobald ich weg war, waren beide Italiener umgeben von Motorrädern. Das klingt jetzt alles sehr nach Ausreden und ich will nicht, dass es so rüberkommt, aber ich hab es letztes Jahr und jetzt wieder mit eigenen Augen gesehen wie die Italiener bei diesem Rennen bevorzugt werden und beim Frauenrennen soll es laut Angaben genauso zugegangen sein. Es ist schade und man kann da nichts machen, also bleibt nichts anderes übrig als sich auf seine eigene Leistung zu konzentrieren.

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Als ich in der zweiten Radrunde in derselben Abfahrt wieder den Kontakt verlor, entschied ich mich für die letzten 25km mein eigenes Rennen zu fahren. Mit der drittschnellsten Radzeit und circa 2min Rückstand stieg ich dann vom Fahrrad und ging auf die Laufstrecke. Nach hinten hatte ich circa 2,5min Vorsprung auf den Vorjahreszweiten Thomas Steger, der als starker Läufer gilt, seinen Pewag Teamkollegen Birngruber und den Spanier Montraveta.

Das Loslaufen fühlte sich nach dem harten Radfahren überraschend gut an, was aber auch etwas dem starken Rückenwind geschuldet war. Zum Laufen wurde es extrem windig und so langsam zog ein Unwetter auf. Die Laufstrecke war bis auf ein paar Kleinigkeiten identisch zum Vorjahr und es waren drei Runden á 7km zu absolvieren, d.h. nach circa 3km musste man dann gegen den starken Wind laufen, was dann nicht mehr so spaßig war. Dennoch fühlte ich mich gut, hielt mich in der ersten Runde aber noch etwas zurück. Der Abstand nach vorne blieb gleich, von hinten kamen jedoch Steger und Montraveta angelaufen und hatten nach einer Runde nur noch knapp über eine Minute Rückstand auf mich.

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Foto: José Luis Hourcade

In der zweiten Runde fing das Unwetter dann an. Aber so richtig. Es regnete aus Strömen, donnerte und blitzte teilweise. Es wurde sehr schnell extrem kalt und kurz hagelte es sogar. Ich hatte schon die Befürchtung, dass das Rennen abgebrochen wird und meine Gedanken waren auch bei 95% der Starter, die sich noch auf der Radstrecke befanden, wie auch meine beiden Eltern. Beim Laufen war es eigentlich gar nicht so schlimm. Es ist zwar nicht so schnell im knöcheltiefen Wasser zu laufen, aber irgendwie auch witzig. Auf einmal sah ich nach einer Kurve Molinari plötzlich vor mir, der nur noch joggend unterwegs war (den genauen Grund kenne ich nicht), so lief ich auf Platz 2, den ich für circa 1km genießen konnte bis mich Steger einholte, bei dem ich das Tempo einfach nicht mitgehen konnte. Auf Ceccarelli hatte ich immer noch 2.5min Rückstand. Nach Eingang zur letzten Runde sah ich dann, dass auch Montraveta bis auf 30s auf mich aufgelaufen ist und das Podium wollte ich auf keinen Fall verlieren. Ich war fast verwundert wie in dem Rennen alle so schnell unterwegs waren, denn ich war selber schneller unterwegs als im letzten Jahr, als ich die zweitschnellste Laufzeit hatte. Energetisch hatte ich keine Probleme, also legte ich nochmal alles in die letzte Runde, um meinen dritten Platz zu verteidigen, denn nach vorne ging nichts mehr. Wäre nicht einmal nötig gewesen, denn Montraveta ging nochmal ordentlich ein, aber so schaut der Laufsplit und der Rückstand nach vorne besser aus. Eigentlich wollte ich in der dritten Runde auch nochmal ein PowerBar Gel von der Verpflegungsstation nehmen, aber man darf sich nie auf die Ausschreibung der Veranstalter verlassen, denn es gab nur Cola, Wasser und RedBull. Ich hatte mich aber bis dahin sehr gut verpflegt und der Rest ging dann auch noch mit Cola. So wurde es dann ein dritter Platz im ersten Rennen der Saison knapp 2min hinter dem Sieger Ceccarelli und eine halbe Minute hinter Steger. Ergebnisse gibt es hier.

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Foto: José Luis Hourcade

Im Ziel wurde ich erstmal auf meinen kaputten Anzug aufmerksam gemacht, was ich bis dahin nicht mal bemerkt hatte. Der Anzug ist an dieser Stelle geklebt und hat sich an der einen Seite gelöst, nichts Tragisches.
Im Gegensatz zu letztem Jahr gab es dieses mal auch Dopingkontrollen für die TOP 4.

Es gibt sicher leichteres als mit einer Mitteldistanz in die Saison einzusteigen, deswegen bin ich umso zufriedener mit meiner Leistung in allen drei Disziplinen, denn ich war deutlich besser als im letzten Jahr, aber zwei Athleten waren eben noch schneller. Meine Podiumsserie lebt zwar weiter, diese wird jedoch in vier Wochen bei „The Championship“ in Samorin auf eine neue Probe gestellt. Glückwunsch auch an alle Athleten, die die Challenge Riccione bei den Bedingungen finishen konnten!

Jetzt steht für mich erstmal die verdiente Erholung an bevor es in den letzten Trainingsblock für die Challenge Samorin geht. Evtl. werde ich auch noch eine olympische Distanz als Trainingswettkampf absolvieren. Ich halte euch auf dem Laufenden!

Bis dahin

Frederic

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Foto: José Luis Hourcade
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Lange gab es hier nichts mehr von mir zu hören und da die Saison nun schon in weniger als 4 Wochen richtig losgeht, wird es mal wieder höchste Zeit für einen Blogeintrag. Zwar hatte ich es mir über dem Winter öfter vorgenommen zu schreiben, aber das Leben als Triathlon Profi ist stressiger als vielleicht manche denken 😉 Okay, teilweise war es dann zugegeben auch die Faulheit.

Dementsprechend möchte ich euch nun auf den neuesten Stand bringen, was meine Vorbereitung und Wettkampfplanung angeht.

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Das kommende Trainingslager in der Toskana mit dem Bayern Kader wird schon das vierte für mich diesen Winter sein. So viele hatte ich die Jahre davor noch nie. Los ging es bereits zum Trainingseinstieg im Dezember für zwei Wochen nach Fuerteventura mit meinem Trainer Roland Knoll und dem Österreichischen Nationalteam. Eine unglaublich witzige Truppe, weshalb ich das nächste Saison auf jeden Fall wiederholen möchte.

Im Januar ging es dann für zwei Wochen auf die Nachbarinsel Lanzarote mit meinem neuem Team Erdinger Alkoholfrei. Es war mir eine Ehre mit den Triathlonprofis wie z.B. Nils Frommhold, Andreas Dreitz und Andreas Raelert trainieren zu dürfen und ich bin stolz nun Teil eines starken Teams zu sein.

Ende Februar stand dann ein fast vier wöchiges Trainingslager in Spanien an, davon verbrachte ich zwei Wochen mit einigen anderen Jungs in einem AirBnb in Torrevieja auf dem spanischen Festland und für weitere 10 Tage ging es direkt nach Mallorca, wo ich auf meine Trainingskollegen vom Bayern Kader traf. Für die Zahlenfetischisten unter euch hier mal eine Übersicht wie viel ich in den 23 Tagen trainiert habe:

Schwimmen: 85km in 23:50h

Radfahren: 1739km in 58:11h

Laufen: 353km in 25:44h

Athletik + Dehnung: 2:50h

Gesamt: 108:35h

Das war selbst für mich ordentlich viel und vielleicht ein bisschen zu viel, so war ich direkt im Anschluss erstmal für fast eine ganze Woche krank. Dennoch spüre ich so langsam wie die Kilometer ihre Wirkung zeigen und die Form geht gerade steil nach oben. Gerade richtig für das letzte Trainingslager, wo es für mich dann auch auf’s Zeitfahrrad geht, nachdem ich den kompletten Winter auf dem Rennrad verbracht habe. Außerdem wird das Training nun so langsam intensiver und weniger umfangreich, denn am 05. Mai steht das erste Rennnen an: Challenge Riccione, was im letzten Jahr meine allererste Mitteldistanz war.

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Dieses Jahr ist der Wettkampf in Riccione meine Generalprobe für meinen Saisonhöhepunkt genau vier Wochen später: „The Championship“ Challenge Samorin, wo ich mich gegen die absolute Weltspitze messen darf und ich bin mehr als gespannt darauf!

Meine beiden weiteren geplanten Mitteldistanzen in der ersten Saisonhälfte sind die Challenge Walchsee und Challenge Prag. Zwei Rennen an mega Locations, auf die ich mich auch schon sehr freue.

In Sachen Sponsoren hat sich über den Winter natürlich auch sehr viel getan. Neben meinem neuem Team und Hauptsponsor Erdinger Alkoholfrei, fahre ich nun die Räder der Marke CUBE. Bei dem Zeitfahrrad gibt es definitiv keine Ausreden mehr, besonders in Kombination mit Laufrädern von Swissside. Ich bin ehrlich mal gespannt, was allein das Material an Unterschied zu letztem Jahr ausmacht, wo ich noch mit der „alten“ Zeitmaschine meines Vaters unterwegs war, die aber ihre Aufgabe schon extrem gut gemacht hat. Meine weiteren Partner und Sponsoren sind Sailfish (Neo + Schwimmequipment), NewBalance (Laufschuhe + kleidung), RudyProject (Helm + Brille), Staps (Leistungsdiagnostik), Club LaSanta (Trainingslager Lanzarote), PowerBar (Sportnahrung), Polar (Laufuhr) und mein ganz neuer Partner Ameo (Powerbreather). Falls ihr an letzterem Interesse haben solltet, könnt ihr einen Powerbreather mit dem Code „FRED2019“ 20% günstiger bekommen. Außerdem bin ich nun Markenbotschafter für Challenge-Family, was auch eine große Ehre für mich ist. Nun aber genug der Werbung!

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Erdinger Alkoholfrei Camp 2019

Alles in Allem bin ich sehr zufrieden mit meiner gesamten Saisonvorbereitung bisher und bin gespannt wie sich das Training in den Wettkämpfen zeigen wird. Ab jetzt gibt es hier auf jeden Fall wieder regelmäßiger was von mir zu hören 🙂

Bis dahin

Frederic

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Wahrscheinlich hätte ich meine Saison bereits Ende September für zu Ende erklärt, wenn wir nicht noch nach Hawaii geflogen wären, denn mental wurde es ziemlich hart, besonders weil alle um mich herum bereits Saisonpause hatten und ich so nur noch alleine unterwegs war.

Aber so ging es mit meiner Schwester und meinem Vater für 2,5 Wochen nach Kailua Kona auf Big Island Hawaii, wo mein Vater bei den Ironman World Championship teilnehmen sollte, für die er sich im Jahr davor beim Ironman Wales qualifizieren konnte. Meine Schwester und Ich waren die Supportcrew und selber nutzte ich die extremen Bedingungen der Insel als Trainingslager.

Ich war nach 2013 und 2015 bereits zum dritten mal dort, aber da habe ich nie so richtig trainiert, so konnte ich extrem viel neue Erfahrung sammeln, was die Bedingungen und Wettkampfstrecken dort angeht und freue mich jetzt schon dort eines Tages an den Start zu gehen. Außerdem war ich kein unbekanntes Gesicht mehr und durfte sogar bereits ein paar Interviews geben.

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Mein Vater wurde Vizeweltmeister seiner AK, also habe ich scheinbar auch in meinem Supportjob alles richtig gemacht 😉 Insgesamt war es wieder eine unvergessliche Zeit auf der Insel und mit einigen guten Trainingseinheiten im Gepäck ging es wieder auf die lange Reise in Richtung Heimat und wenige Tage später zum letzten Wettkampf der Saison zur Challenge Forte Village Sardinien.

Mein Ziel war es die Saison mit einer weiteren Podiumsplatzierung zu beenden, was aber auf keinen Fall einfach werden sollte, denn es waren einige starke Profis am Start. Die Tage vor dem Wettkampf verliefen sehr stressfrei und meine Schwester war als Unterstützung und natürlich Fotografin mit mir auf die Insel gereist. Die Veranstaltung war sehr professionell organisiert und auf der Pasta party gab es die besten Nudeln, die ich je bei einer Pasta Party gegessen hatte (wohlgemerkt Nudeln! Kaiserschmarrn gab es nicht, da bleibt Walchsee Spitzenreiter 😉 ).

Dann stand auch schon der Renntag an. Nach dem Frühstück erhielte ich erstmal die Nachricht, dass wegen des zu starken Wellengangs das Schwimmen durch einen 5km Lauf ersetzt wird. Ich denke, für mich persönlich macht das kaum einen Unterschied, da ich sowohl mit der Spitze mitschwimmen könnte, als auch mitlaufen, aber anderen spielt dies sicher in die Karten, die sonst beim Schwimmen deutlich verloren hätten. Auf jeden Fall konnte ich die Entscheidung des Veranstalters nachvollziehen, da dieser die Verantwortung für über 1000 Athleten trägt und auch wenn viele bei solchen Wellen trotzdem schwimmen können, gibt es eben auch viele, die sich so im Wasser schon sehr schwer tun und bei solchen Wellen wahrscheinlich Panik bekommen hätten. Für alle Agegrouper gab es aus logistischen Gründen wegen zwei Wechselzonen keinen Duathlon, sondern ein Bike and Run mit Rolling Start in Reihenfolge der Startnummern.

Pünktlich um 8 Uhr fiel dann der Startschuss für alle Profis. Wie erwartet wurde nicht so losgesprintet wie bei den Duathlons, die ich bisher gemacht hatte, aber trotzdem drückte der Belgier Pieter Hemeryck gleich ordentlich aufs Tempo, das nur ich und der Däne Daniel Bäkkegard, der drittplatzierte von der Challenge Walchsee, mitgehen konnten. Wir liefen sehr konstant und es war auch nicht zu hart, denn man muss ja später noch 21km laufen können.

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In dieser Konstellation ging es nach 15:34min für 4,8km dann in die Wechselzone und aufs Rad. Nach 10km konnte der Amerikaner Matt Chrabot noch auf uns aufschließen. Meine Beine waren natürlich erstmal nicht so frisch wie sie es mit Schwimmen statt Laufen gewesen wären und ich hatte im langen Anstieg nach bereits 15km nicht die Kraft zu attackieren, obwohl das die beste Möglichkeit gewesen wäre. Die lange Abfahrt mussten wir bei nasser Straße bewältigen und niemand wollte da etwas riskieren. Bei uns fuhren alle immer mit sehr fairem Abstand, was man von unserer Verfolgergruppe nicht behaupten konnte. Es gibt auf der Radstrecke insgesamt drei Wendepunkte und jedes mal, wenn diese mir entgegen kam, wurden vielleicht 2m Abstand gehalten.

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Das Tempo war sehr hoch und es gab wirklich keine einzige Phase, bei der man mal ein bisschen durchschnaufen konnte. Bei Kilometer 60 hatte der Däne dann Probleme mit seiner Schaltung und fiel zurück, kurz darauf probierte ich es mal mit einer Attacke in einem technisch relativ anspruchsvollen Teil der Strecke und fuhr richtig schnell um die Kurven und bei allen Bergaufpassagen 450 Watt. Aber sowohl Hemeryck als auch Chrabot ließen nicht locker. So änderte sich dann nicht mehr viel und wir fuhren zu dritt in die zweite Wechselzone mit 6min Vorsprung auf unsere Verfolger.

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Als zweiter ging ich dann auf die Laufstrecke, aber Hemeryck musste ich gleich ziehen lassen, trotzdem fiel mir das Loslaufen etwas leichter als bei der Challenge Walchsee. Mit der Sonne wurde es dann sogar ziemlich warm. Bis zum ersten Wendepunkt bei Kilometer 5 lief eigentlich alles ganz gut und ich lief auch schneller als der dritte Matt Chrabot, aber auf dem Rückweg lief ich auf einmal deutlich langsamer und konnte trotz Energieaufnahme auch nichts mehr zulegen. Nach der ersten der beiden Runden holte mich Chrabot und ich lief erstmal einen Kilometer lang mit ihm mit in der Hoffnung, dass es mir wieder besser geht oder ihm schlechter, aber auch da musste ich dann abreißen lassen und dann fing es an so richtig schwer zu fallen. Meine Beine fühlten sich komplett zerstört an und jeder Schritt tat weh. Ich hatte dann schon Angst, dass von hinten noch jemand auflaufen könnte, aber am Wendepunkt sah ich, dass ich doch noch über einen Kilometer Vorsprung hatte und ich jetzt nur noch laufend bis zum Ziel kommen musste. Leichter gesagt als getan. Die letzten 5km fühlten sich ewig an und ich war extrem erleichtert endlich die Ziellinie zu überqueren. Insgesamt 26 Laufkilometer im Wettkampf ist schon nochmal eine andere Hausnummer, vor allem war der Halbmarathon auch ziemlich anspruchsvoll und es ging ständig bergauf und bergab.

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Noch nie hatte ich mich so über ein Finish gefreut, dass die Platzierung erstmal nur zweitrangig war. Aber natürlich war ich auch zufrieden mit meinem dritten Platz. Ich denke mehr wäre an dem Tag nicht drin gewesen und mein Ziel Podium hatte ich somit erreicht.

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Den Wettkampf kann ich nur weiterempfehlen. Die Organisation ist top, die Strecken sind zwar anspruchsvoll, aber richtig schön, besonders die letzten 30 Radkilometer an der Küste entlang. Mit Schwimmen bestimmt noch besser 😉

Endlich Saisonpause!!! Ich denke, ich kann mit meiner ersten Saison als Profi mehr als zufrieden sein. Bei vier Starts über die Mitteldistanz schaffte ich es vier mal aufs Podium und konnte Deutscher Meister über diese Distanz werden. Erste Plätze beim Rothsee und Frankfurt City Triathlon, zwei mal in der TOP 15 der Triathlon Bundesliga, einmal TOP 15 bei einem Elite Europa Cup… Bei den Triathlon Awards 2018 bin ich nun als „Aufsteiger des Jahres“ nominiert und für mich abstimmen könnt ihr hier: https://www.surveymonkey.de/r/WSGJ2T6

Ich würde mich über eure Stimme sehr freuen 🙂

Natürlich Vielen Dank an meine Sponsoren, die mich dieses Jahr top unterstützt haben: IPP, Sailfish, Kiwami, Funky Trunks, Specialized, Chris Design und Muscle Milk Protein!
Vielen Dank an meine Eltern, die mich nicht nur finanziell stützen, sondern mir auch allgemein immer zur Seite stehen! Auch an meine Schwester für die tollen Bilder und Videos! Und zuletzt noch ein großes Dank an meinen Trainer Roland Knoll, der mich schon trainiert seit ich mit Triathlon begonnen habe und natürlich maßgeblich zum Erfolg beiträgt!

Nun werden in der Saisonpause die Batterien aufgeladen und neue Pläne für 2019 geschmiedet. Stay tuned!

Bis dahin
Frederic

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Noch nie zuvor habe ich mich so auf ein Rennen gefreut wie auf die Challenge Walchsee. Dies hatte mehrere Gründe: Das Rennen war direkt vor unserer Haustür, da wir ja nahe der Grenze zu Österreich leben (ja, jetzt wohne und studiere ich in Nürnberg, aber da ich in den Bergen aufgewachsen bin, würde ich dies als meine absolute Heimat bezeichnen), somit kannte ich die Strecken schon aus zahlreichen Trainingsausfahrten und konnte es kaum erwarten, da bei Vollsperrung mal ordentlich drüberzuheizen. Ein weiterer Grund war die Meldung des zweimaligen 70.3 Weltmeister und Ironman Weltmeister Sebastian Kienle. Zwar hatte ich etwas Magengrummeln, als ich erfahren habe, dass er am Walchsee starten wird, aber mir wurde schnell klar, dass dies eine super Gelegenheit ist. Einerseits um mich mit einem der Weltbesten direkt messen zu können und andererseits gab Kienle dem Rennen gleich eine ganz andere (mediale) Aufmerksamkeit, sonst wäre es evtl. komplett untergegangen, da am selben Tag auch noch die 70.3 WM in Port Elizabeth stattfand.

Zu meiner Vorfreude wurde ich zwei Tage vor dem Rennen auch noch zur Pressekonferenz eingeladen, wo Kienle mein Können bereits lobte und meinte, wenn ich eine Aktie wäre, dann würde er mich jetzt kaufen 😀 Der Spruch machte danach gleich mal die Runde. So etwas motiviert natürlich unheimlich! Ein Video dazu findet ihr hier.blank

Auch habe ich endlich mal wieder 100% getapert, was ich nun wirklich nicht sehr oft mache, um hoffentlich auch meine allerbeste Leistung abrufen zu können. So eine Taperwoche ist allerdings gar nicht so einfach. Man ist abends nicht müde genug, um einschlafen zu können, man isst die ganze Zeit, weil man durchgehend Hunger hat und auch aus Langeweile… aber es hat natürlich auch seine Vorteile 😉

Als meine Eltern, die auch beide an den Start gingen, und ich am Tag vor dem Rennen unsere Räder eincheckten, sprangen wir auch nochmal kurz in den 20°C warmen Walchsee bevor es dann zum Carboloading ging. Es ist auf jeden Fall der größte Luxus bei einem Wettkampf zu Hause essen und schlafen zu können und dann nur eine 20 minütige Anreise zu haben.

Meine Schwester hat ein richtig gutes Video über meine Vorbereitung in der Rennwoche zusammengeschnitten: Link dazu hier (unbedingt ansehen). Ein weiteres Video vom Renntag selbst kommt noch nach.

Dann stand endlich der Renntag an. Spätestens zum Frühstück meldet sich immer die Aufregung und in dem Moment zahlt es sich aus, gut abendgegessen zu haben, denn man bekommt kaum etwas herunter, auch wenn es sich bei mir noch in Grenzen hielt, weil die Vorfreude definitiv überwiegte. Später allerdings hatte ich Magenschmerzen und war mir nicht sicher, ob dies nun von der Aufregung ist oder ich irgendetwas nicht vertragen habe und dann kam auch die Angst, dass dies im Rennen schlimmer werden sollte.

Vor Ort machte ich noch die letzten Erledigungen in der Wechselzone und wärmte mich anschließend etwas auf, 10 Minuten sollten reichen und kurz vor dem Start ein paar Meter schwimmen. Mein Magen war dann Gott sei Dank auch wieder in Ordnung.blankblank

Der Neoprenanzug war erlaubt. Eine Woche vorher wäre dieser noch verboten gewesen, aber die Tage vor dem Rennen hat es neben viel Niederschlag auch ordentlich abgekühlt. Die Außentemperatur am Renntag betrug morgens gut 11°C, aber es gab keinen Regen, nur die Straßen waren noch nass.

Pünktlich um 9 Uhr fiel dann der Startschuss für die 12 Profimänner. Ein kleines aber doch sehr feines Starterfeld. Das Schöne bei einer Mitteldistanz ist, dass man sich im Wasser nicht gegenseitig verprügelt und einfach schwimmt. Ich startete auf der linken Seite, sah aber wie rechts vom Dänen Daniel Baekkegard ordentlich Tempo gemacht wurde und versuchte mich dahinter mit dem Briten Thomas Davis einzureihen. Es war ganz schön hart dort dranzubleiben und kurz vor der ersten Boje nach knapp 600m nahm ich Tempo raus und ließ die Beiden ziehen, da ich mich nicht schon beim Schwimmen abschießen wollte. Hier muss man ja keine Radgruppe erreichen. Von hinten schwamm dann der Schweizer Manuel Küng auf und ich reihte mich dort in den Wasserschatten. Ab da war das Schwimmen ziemlich entspannt und so stieg ich als vierter mit 50s Rückstand auf die Spitze aus dem Wasser. Fabian Reuter und mein Vereinskollege und Kumpel Julian Erhardt waren auch in unserer Schwimmgruppe.blank

blankblankBei meinem ersten Wechsel stresste ich mich nicht wirklich und ging als 6ter auf die Radstrecke. Gemeinsam mit Manuel Küng und Julian bewältigten wir die ersten 15km, immer mit sehr fairen Abständen von 12m PLUS (nicht minus). Am ersten längeren Berg stellten wir den Briten Thomas Davis und auch Manuel Küng ließ abreißen, so ging es mit Julian in die längere Abfahrt und zum ersten Wendepunkt nach Kössen, wo man sich den ersten Überblick verschaffen konnte. So schaute ich bei der Wende auf die Uhr und eine Minute später kam Sebastian Kienle entgegen, mal zwei, also ungefähr zwei Minuten Vorsprung.

Danach ging es auf einem leicht ansteigenden „Drückerstück“ zurück nach Walchsee und der Rückstand auf den Führenden Dänen wurde immer kleiner. Die zweite Hälfte der Radrunde war technisch noch etwas anspruchsvoller als der erste Teil und hatte auch noch ein paar Höhenmeter mehr. Insgesamt hatte eine Radrunde knapp 600hm und 43km.blank

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Nach der technisch sehr anspruchsvollen, aber nicht all zu langen Abfahrt in Rettenschöss ging es in die längste Steigung. Circa 3km mit 5% auf einer sehr breiten Straße, die aber nur zur Hälfte für den Wettkampf gesperrt war. Dort entschied ich mich zu attackieren und wollte die Lücke zu Platz 1 endgültig schließen, so fuhr ich den Berg mit knapp 400 Watt im Schnitt hoch, wo Julian nicht mehr folgen konnte/wollte.

Nachdem ich die Lücke zu Baekkegard schließen konnte, gab es kurz vor Ende der ersten Radrunde nochmal einen Wendepunkt. Der Vorsprung lag noch bei circa 1,5 Minuten auf Kienle.

Es war dann gar nicht so leicht das Tempo des Dänen mitzugehen, da er vorallem in den leicht fallenden Passagen ordentlich Druck machte. Die zweite Radrunde war deutlich härter als die erste und ich fuhr auch nochmal mehr Watt abgesehen von der längeren Steigung, die ich dieses mal im „normalen Bereich“ hochfuhr. Die 86km mit 1200hm gingen vorbei wie im Flug. Die Strecke ist so schön abwechslungsreich und auch landschaftlich ein Traum, selbst bei dem bewölkten Wetter wie gestern. Gut, dass die Sonne nicht geschienen hat, denn dann wären viele von dem Alpenpanorama abgelenkt von den Straßen runtergefahren oder in Stürze verwickelt worden 😉

Die letzten 15km fuhr ich in der Führung. Am Ende der Radstrecke verpflegte ich mich nochmal und bemerkte nach dem Wendepunkt, dass Kienle ordentlich näher gekommen war, so stiegen Baekkegard und ich mit knapp 40s Vorsprung vom Rad. Hier geht es zu meiner Stravadatei vom Radfahren.blank

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Nach einem guten zweiten Wechsel ging ich als erster auf die Laufstrecke. Das Loslaufen gestaltete sich allerdings sehr schwer und mein komplettes rechtes Bein krampfte und ich fand keinen „normalen“ Laufstil und -rhythmus. Der Halbmarathon teilte sich in vier Runden um den Walchsee mit insgesamt 250hm und wechselnden Untergünden mit halb Schotter, halb Asphalt. Keine schnelle Strecke, aber wie auch schon beim Radfahren einfach richtig schön.

Nach zwei Kilometern holte mich der Däne und ich konnte nicht dranbleiben. Weitere zwei Kilometer später holte mich dann Kienle und ich konnte ganz sicher nicht dranbleiben. Ich war schon echt am Zweifeln und fragte immer wieder am Streckenrand nach den Vorsprung auf Platz 4, der aber knapp 6 Minuten betrug.blank

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Nach dem ersten Gel, was ich nach einer Laufrunde nahm, wurden meine Beine etwas besser und ich konnte das selbe Tempo aufnehmen, was auch Baekkegard lief, der circa 200m vor mir auf Platz zwei lag. Kienle lief ab diesem Zeitpunkt sein eigenes Rennen ungefährdet zum Sieg.

Es war Wahnsinn wie viele Zuschauer auf der Strecke meinen Namen riefen. So etwas macht den Schmerz um einiges erträglicher. Nach meinen zweiten Gel nach der Hälfte des Laufens wachte ich so richtig auf. Ich fand endlich einen sehr schnellen Schritt und konnte richtig an Frequenz zulegen. Somit schloss ich nicht nur auf den Dänen auf, sondern lief gleich an ihm vorbei und baute meinen Vorsprung sehr schnell aus. Meine dritte Runde war sicher auch meine Schnellste. Da fing es dann auch wieder an unglaublich viel Spaß zu machen wissend, dass es auch bald vorbei sein wird.blank

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In der letzten Runde baute ich meinen Vorsprung auf Platz 3 noch deutlich aus. Kienle war mit 2,5 Minuten zu weit weg, um dort noch irgendetwas machen zu können, was wahrscheinlich auch nicht möglich gewesen wäre. So lief ich als zweiter voller Freude ins Ziel am Walchsee! Zweiter hinter Sebastian Kienle und vor dem Dänen Daniel Baekkegard. Wahrscheinlich mein bisher größter Erfolg und auf jeden Fall mein bisher geilstes Rennen! Eine wahnsinns Erfahrung bei einer richtig guten Veranstaltung, die ich nur weiter empfehlen kann (Nächstes Jahr findet die Challenge Kaiserwinkl-Walchsee am 30. Juni statt). Ergebnisse findet ihr hier. Meine Eltern konnten beide ihre Altersklasse gewinnen und wir qualifizierten uns alle für „The Championship“ (Challenge Samorin), die am 02. Juni 2019 stattfindet und wir werden auch alle dort teilnehmen.blank

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Ich bin mehr als zufrieden mit meinem Rennen und hab mein Ziel erreicht besser als meine Startnummer #3 zu sein 😉 Von der Strecke kann ich nicht genug schwärmen und ich hoffe, dass das Rennen nächstes Jahr in meine Saisonplanung passt, dann bin ich sicher wieder dabei! Wie Sebastian Kienle in seinem Interview bei der Siegerehrung schon meinte: „Ich mag so Radstrecken, wo nicht nur auf dem Parkplatz rumgefahren wird“ Hier findet ihr auch ein Video zu diesem Interview, wo es auch wieder lobende Worte des dreimaligen Weltmeisters gab. Sebi ist einfach ein super sympathischer Typ mit immer wieder sehr unterhaltsamen Interviews und ich würde niemanden einen Hawaii-Sieg mehr gönnen als ihm, auch wenn man nach gestern seine Wetten vielleicht woanders platzieren sollte, ich sag nur 1:06. Aber auf Hawaii werden die Karten sowieso immer ganz neu gemischt und scheinbar bringt es ja Glück, wenn man mich in seiner Hawaiivorbereitung schlägt wie Patrick Lange letztes Jahr beim Frankfurt City Triathlon 😉blank

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Nun heißt es schnell erholen, um am Samstag wieder fit zu sein, denn ich starte beim Elite Europa Cup im spanischen Valencia über die Olympische Distanz. Ich bin gespannt, was da so gehen wird nach dem harten Rennen gestern.

Bis dahin
Frederic

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(Bilder: 1. Ingo Kutsche
2+3. Anna Marie Funk
Rest Michael Rauschendorfer)

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Bereits am Mittwoch der Rennwoche reiste ich mit meinem Trainingspartner und Freund Julian Erhardt mit dem Auto an die Adria, nach Riccione. Am Tag darauf wurden wir erstmal mit sehr schlechtem Wetter begrüst, so besichtigten wir die Strecken gleich unter harten Bedingungen. Die Wettervorhersage für den Renntag war Gott sei Dank sehr gut, denn die Abfahrten wären bei Nässe mit dem Rad kein Spaß geworden.

In den letzten Tagen vor meiner ersten Mitteldistanz hieß es aber hauptsächlich ausruhen, Beine hochlegen und Nudeln essen. Aus Angst im Wettkampf leer zu gehen, aß ich schon hier und da mal den einen Teller mehr 😉

Dann war es endlich so weit und der Wettkampftag stand an. Der Start war „erst“ um 10 Uhr und das Check In direkt davor. Bei den vielen Mitteldistanzen ist der Start noch früher und man stellt sein Rad bereits am Abend davor in die Wechselzone, da es meistens sehr viele Teilnehmer sind und es am Rennmorgen sich nur überlaufen würde.

Dadurch, dass Riccione ein Rennen der Marke Challenge war, waren es auch hier fast 1000 Teilnehmer und davon knapp 50 Profitriathleten. Durch einige Nachmeldungen war das Rennen dann noch stärker besetzt als ich gedacht hatte, dennoch machte ich mir keinerlei Druck und wollte nur konstant und ohne Pannen durchkommen.

Der Rennmorgen war relativ stressfrei, da man sich auch nicht all zu viel erwärmen muss, da der Wettkampf ohnehin vier Stunden dauern sollte. Das Meer war sehr wellig und die Temperatur betrug 18°C, also durfte, wie erwartet, mit Neopren geschwommen werden.

blankUnd dann stand ich schon an der Startlinie und wartete darauf mit 1000 anderen Athleten ins Rennen geschickt zu werden, allerdings nicht alle gleichzeitig. Die Profis bekamen ihre eigenen Startwellen fünf Minuten vor dem Rest.

Ich stand auf der linken Seite des Feldes, während die Favoriten sich alle rechts hingestellt hatten. Dann fiel der Startschuss. Das Reinlaufen und ein paar Delfinsprünge bekam ich sehr gut hin und so führte ich das Feld auf meiner Seite an. Allerdings merkte ich nach der ersten Boje, dass es nicht wirklich rund lief und ich mit dem sehr welligen Wasser auch nicht ganz klar kam und keinen Rhythmus fand. So gab ich mein Bestes in der Führungsgruppe zu bleiben, von der sich am Ende aber drei Athleten absetzen konnten, wo ich gerne mitgeschwommen wäre, aber ich wollte auch nicht all meine Körner beim Schwimmen schon verschießen.

Die 1,9km kamen mir ewig vor und ich war froh als es endlich vorbei war. Laut den Schwimmuhren der Athleten waren es sogar 2,1km. Der Laufweg in die Wechselzone war auch sehr lang und da man noch den Neo halb anhatte, war dies auch kein Spaß.blank

Mit einigen anderen Athleten sprang ich dann aufs Rad. Die ersten Kilometer aus der Stadt raus waren sehr stressfrei. Da bin ich ganz anderes gewohnt. So führte ich erstmal eine lange Gruppe von Athleten an, einige mit fairen Abstand, einige nicht. Ich halte teilweise sogar zu viel Abstand und so kommt es, dass mich andere Athleten überholen und vor mir einscheren, das kann ganz schön nervig sein, da man zu diesem Athleten dann wieder erstmal den Abstand herstellen muss. Laut Reglement hat man dafür fünf Sekunden Zeit, sprich man muss das treten kurz aufhören.

Nach 15km kam die erste Steigung, welche zwar kurz und sehr steil war. Zu diesem Zeitpunkt befand ich mich im hinteren Teil dieser Gruppe und fuhr die Steigung auch nicht all zu hart hoch. Vorne konnte sich allerdings der Österreicher Thomas Steger von der Gruppe absetzen und eine Lücke von wahrscheinlich 300m herstellen. Oben gab es dann eine Verpflegungsstation, was für mich beim Radfahren auch neu war. Ich konnte mir eine Wasserflasche greifen und mein Trinksystem vorne wieder auffüllen, auch wenn dies noch nicht leer war. Bei den Verpflegungsstationen kann man, denke ich, froh sein, wenn man überhaupt irgendwas bekommt.

Danach entschied ich mich zu Thomas Steger aufzuschließen und trat das erste mal im Wettkampf ernsthafter in die Pedale. An der Gruppe vorbei und für die nächsten knapp 3km trat ich gut 360 Watt und es fühlte sich aber sehr kontrolliert an. Keiner der Gruppe folgte mir und so waren wir dann erstmal zu zweit, als es in die erste bergab Passage ging. Diese war nur sehr kurz und dann ging es für 15km leicht bergauf, wo man aber gut in Aeroposition fahren konnte. Ein paar Athleten konnten von hinten dann wieder aufschließen, aber dann wurde es ernst und ein langer steiler Berg stand an.

Ich wusste, dass Thomas Steger sehr gut bergauf fährt, also nahm ich mir vor an ihm dranzubleiben. Das war leichter gesagt als getan, für acht Minuten trat ich fast 400 Watt und fuhr den Berg mehr oder weniger voll hoch. Zwar blieb ich an Steger dran, aber ob dies eine clevere Idee war, wusste ich nicht. Beim Wendepunkt an der Spitze des Berges hatte ich für die bereits 45km 325 Normalized Power und dann ging es erstmal länger bergab, also gut zum „ausruhen“.

Zu zweit konnten wir knapp zwei Minuten Vorsprung auf den nächsten Athleten rausfahren. Vorne weg war seit Beginn Gulio Molinari und noch ein anderer Italiener, welche beim Wendepunkt circa 3 Minuten Vorsprung hatten.

Auf dem Rückweg wechselten Steger und ich mich gut ab. Wir waren schnell unterwegs, aber ich denke da haben wir einiges an Zeit liegen lassen, denn wir fuhren knapp 300 Watt oder weniger und es fühlte sich für mich relativ locker an, allerdings hatte ich nicht den Mut mehr zu treten. Bei der Verpflegungsstation auf dem Rückweg, 15km vor dem Radziel, konnten der Slowene Jaroslav Kovacic und der Österreicher Christoph Birngruber von hinten aufschließen und wir sammelten den Italiener von vorne ein, so waren wir eine Gruppe von 5 Athleten, die bis zur Wechselzone auch so blieb.

blankBeim Wechsel vergaß ich erstmal, dass ich Startnummer 19 habe und stellte mein Fahrrad an den Platz der Nummer 18. Nach kurzem Zögern bemerkte ich es und stellte mein Rad nochmal um. Außerdem musste ich nach dem Schuhe anziehen meinen Rücken kurz andehnen, da dieser extrem verspannt war und schmerzte. Ich ließ viel Zeit beim Wechsel und lief als letzter der Gruppe raus. Und auch das Loslaufen ging gar nicht, ich fand keinen Rhythmus und merkte wie heiß es eigentlich war. Den Italiener konnte ich relativ schnell einholen, doch die anderen drei liefen dasselbe Tempo wie ich, bzw. Thomas Steger noch schneller.

Am Wendepunkt der ersten von drei Runden á 7km holte ich dann Birngruber ein und war dann auf Position vier. Molinari hatte nach dem Radfahren über sechs Minuten Vorsprung. Kovacic war circa 100m vor mir.blank

In der ersten Runde gab es bei den hinteren Verpflegungsstationen auch nur Schwämme, so hatte ich ziemlich Durst und legte nach der ersten Runde erstmal eine Gehpause an der Verpflegungsstation ein, um so viel Wasser wie möglich über mich zu schütten und zu trinken.

Wie als ob ein Schalter bei mir umgelegt wurde, begann ich mich richtig gut zu fühlen und fand meinen Rhythmus. Ich kam immer näher an Kovacic und konnte ihn bei der Hälfte der Laufstrecke stellen. Mit einer Tempoverschärfung ging ich vorbei, so dass er keine Chance hatte dranzubleiben. Nun lief ich tatsächlich an dritter Position.

Es fing an wieder richtig Spaß zu machen und schon waren es auch nur noch 7 Kilometer. Natürlich tat alles weh und ich konnte kaum erwarten, dass es vorbei ist. Der Halbmarathon ging viel schneller rum, als ich vorher gedacht hatte.

Auf den letzten 500m fing ich schon an zu genießen und mich zu freuen. Auf der Zielgeraden bekam ich regelrecht Gänsehaut und lief als dritter hinter Molinari und Steger über die Ziellinie.

Ich war mega glücklich und zufrieden mit dem dritten Platz bei meiner allerersten Mitteldistanz. So kann es weiter gehen! Ergebnisse hier. Julian erwischte leider keinen guten Tag und kam als 25. über die Ziellinie.

Natürlich habe ich jetzt Blut geleckt und freue mich jetzt schon wieder auf meine nächste Mitteldistanz, aber dennoch werde ich noch etwas mehr wert auf Sprint und Olympisch geben, da ich erst 20 Jahre alt bin und erstmal meinen Speed maximieren sollte, bevor es dann komplett auf Mittel und später dann Lang gehen soll.

Danke an alle für die Glückwünsche und ein besonderer Dank gilt meinem Hauptsponsor: Meine Eltern. Einerseits natürlich für die finanzielle Unterstützung und andererseits für den allgemeinen Support in allem, was ich tue 🙂 blank

In 1,5 Wochen starte ich in Ungarn auch schon meine erste Sprintdistanz für diese Saison und hoffe dort wieder frisch an der Startlinie zu stehen.

Bis dahin
Frederic

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