Es gibt wahrscheinlich kein Rennen auf das ich mich so freue wie die Challenge Walchsee. Nicht nur, weil es mein Heimrennen ist und ich die abwechslungsreiche Strecke in- und auswendig kenne, sondern auch weil das Rennen in dem idyllischen Ort Walchsee wahnsinnig professionell organisiert ist und so macht es umgeben von dem schönsten Bergpanorama einfach nochmal umso mehr Spaß.

Dieses Jahr sparten wir uns noch ein bisschen Fahrerei und Stress indem meine Freundin Zsanna und ich in Walchsee in einem Hotel statt zuhause übernachteten. Zsanna startete am Walchsee über ihre allererste Mitteldistanz.

Der Tag vor dem Rennen war geprägt mit einer kleinen Lauf- und Radeinheit, der Pressekonferenz, einem langen Mittagsschlaf, dem Bike Check in und natürlich der legendären Kaiserschmarrn Party. Das Ganze bei knapp 35°C und am Renntag sollte es sogar noch etwas heißer werden. Meine Form ist derzeit ziemlich gut, wie ich es auch schon in Erding beweisen konnte, also war die Hitze meine einzige Sorge, aber da mussten ja alle durch.

Abgesehen von der Challenge Samorin war Walchsee auf jeden Fall das bestbesetzte Profirennen, in dem ich je gestartet bin. Allein aus Deutscher Sicht waren mit Nils Frommhold, Maurice Clavel, die auch beide schon für den Ironman Hawaii dieses Jahr qualifiziert sind, und Boris Stein, der nach einer langen Verletzungspause wieder ins Renngeschehen einsteigt, einige Hochkaräter am Start. Dazu kamen noch der Italiener Gulio Molinari, der Walchsee auch schon einige Male gewinnen konnte und mit der Startnummer 1 an den Start ging, die Neuseeländer Mike Philipps (Athlet mit dem schnellsten Ironman Debüt: 7:52h) und Matt Burton und noch einige andere sehr starke Athleten. Es sollte also ein heißes Rennen werden, nicht nur wegen der Temperatur.

Der Start am Rennmorgen war erst um 10:30Uhr. Früher wäre vor allem bei der Hitze natürlich schöner gewesen, aber die Bauern brauchen in der Früh noch die Straßen, um ihre Milch zu transportieren. So konnte man dann wenigstens bis 7 Uhr schlafen und dann in Ruhe frühstücken bevor es für die letzten Erledigungen in die Wechselzone und dann zum Einlaufen ging. Der Walchsee hatte über 25°C Wassertemperatur, also sollte es mein erstes Rennen der Saison ohne Neo werden und endlich konnte ich mal meinen Sailfish Rebel Pro Swimskin auspacken und auch im Wettkampf benutzen.

Pünktlich fiel der Startschuss und ich kam mit ein paar schnellen Zügen gleich gut weg. So etwas ist mir im letzten Jahr nie gelungen und ich bin sehr froh, dass meine Schwimmform in dieser Saison so viel besser geworden ist. Sofort bildete sich eine kleine Führungsgruppe, die mein Erdinger Teamkollege Nils Frommhold anführte. Ich sparte in seinem Wasserschatten ein paar Körner. Wir waren zügig unterwegs und viel änderte sich dann auch nicht mehr bis zum Schwimmausstieg, außer dass circa 400m vor Ende der Brite Thomas Davis von hinten neben mich schwamm und wir uns um den Wasserschatten streiten mussten. Da wurde es dann doch nochmal ziemlich anstrengend.

Auch mein erster Wechsel war endlich mal zufriedenstellend und ich konnte gleich nach dem Radaufstieg die Führung übernehmen. Die ersten paar Kilometer gingen leicht bergab und ich wollte die Führungsgruppe so schnell wie möglich verkleinern, also drückte ich gleich ziemlich in die Pedale.

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Schon bevor es in den ersten technischen Teil der Strecke ging, waren wir nur noch zu dritt. Maurice Clavel, Nils Frommhold und ich, also ein deutscher Express. Ich spielte meine Streckenkenntnisse aus und drückte im technischen Teil, im ersten längeren Berg und in der Abfahrt weiter aufs Gaspedal. Es machte richtig Spaß und nach nur 15km hatten wir bereits 1,5min Vorsprung auf unsere Verfolger. Maurice und Nils hielten immer sehr fairen Abstand (mehr als 10m), so dass ich vorne einfach weiter mein Ding fuhr und es ging sowieso ständig auf und ab.

Bei einer Abfahrt rutschte mir in einer Kurve mein Hinterrad mal weg und ich sah mich schon im Graben liegen, konnte es aber Gott sei Dank gerade so noch retten und mich von dem Schock auch schnell wieder erholen. Eine Abfahrt später, am Ende der ersten Radrunde, schaffte ich es eine kleine Lücke auf Maurice und Nils rauszufahren und nutze die Gelegenheit gleich für eine Attacke. Die Lücke vergrößerte sich auf 30 Sekunden, ein paar Kilometer später schaffte es Maurice wieder zu mir aufzuschließen, so waren wir nur noch zu zweit. In der zweiten Radrunde machte mir die Hitze ziemlich zu schaffen und ich musste auch im Hinblick aufs Laufen ein paar Watt rausnehmen, so übernahm bei Kilometer 60 Maurice die Führung. Ich konnte das Tempo leider nicht mehr mitgehen und fieberte einfach nur der nächsten Verpflegungsstation hin, bei der es kaltes Wasser gab. Immerhin ging ich nicht komplett hoch, so wie in Samorin, und konnte den Radpart noch einigermaßen gut zu Ende bringen, hatte aber trotzdem beim zweiten Wechsel 2,5min Rückstand auf Maurice. Auf Platz 3 waren es circa 4min. Mit meiner Radzeit von 2:05h war ich 2min schneller als im Vorjahr. Hier geht es zu meiner Strava Datei.

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Sofort beim Loslaufen dachte ich mir: „Niemals bringe ich den zweiten Platz heute ins Ziel“. Die Sonne brannte richtig runter und von Schatten war auf der Strecke keine Spur. Das Thermometer zeigte bereits 38°C. Dementsprechend langsam lief ich dahin, obwohl die Laufbeine eigentlich ganz gut waren. Es war ein Kampf ums Überleben von der einen Verpflegungsstation zur nächsten und die ganze Zeit hatte ich den Drang aufzuhören und mich einfach nur in den See zu legen. Die Zuschauer riefen mir ständig den Rückstand nach vorne zu, der die ganze Zeit gleich blieb, aber nie den Vorsprung nach hinten, denn ich dachte bei dem Tempo muss eigentlich bald jemand kommen und mich überholen. Irgendwann erfuhr ich dann, dass ich meinen Vorsprung nach hinten sogar ausbaute, was mich immerhin motivierte. Der Ablauf der vier Laufrunden war dann immer derselbe: An der Verpflegungsstation trinken, kühlen, zwei Schwämme nehmen, diese nicht ausdrücken und unter den Anzug stecken. Sobald ich wieder trocken war, kurz mit den Schwämmen wieder etwas nass machen, so oft bis die Schwämme trocken waren und dann waren es noch circa 1,5km überleben bis zur nächsten Verpflegungsstation, wo das Spiel wieder von vorne losging. Ich erinnerte mich ständig an die Junioren WM in Cozumel 2016 und kann jetzt 3 Jahre später sagen, dass eine Sprintdistanz bei solch einer Hitze ein Witz ist. Andererseits wollte ich gar nicht daran denken, wie es dann wohl beim Ironman Hawaii ist oder beim Ironman Frankfurt, der am selben Tag stattfand.

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Als zweiter hinter Maurice Clavel lief ich dann über die Ziellinie. Überglücklich es endlich geschafft zu haben, aber natürlich bin ich mit dem zweiten Platz in diesem Profifeld auch mehr als zufrieden. Mit einem 1:19er Halbmarathon hatte ich bei der Hitze sogar die schnellste Laufzeit im Feld. Boris Stein kam dann als dritter ins Ziel und komplettierte das deutsche Podium. Ergebnisse gibt es hier. Ich glaube, bei den Profis hat nur circa die Hälfte das Rennen gefinisht. Deshalb größten Respekt an alle Athleten, die dieses Wochenende bei den Bedingungen einen Triathlon gefinisht haben (nicht nur am Walchsee)! Mit Stolz durfte ich auch Zsanna ihre Finisher Medaille überreichen und sie wurde sogar ebenfalls zweiter in ihrer AK 😊

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Danke Challenge Walchsee für ein gelungenes 10 Jähriges Jubiläum und da im nächsten Jahr dort die Europameisterschaften über die Mitteldistanz ausgetragen werden, streiche ich mir den Termin Ende Juni schon mal rot in meinem Kalender an.

Mein nächstes großes Rennen ist am 27. Juli die Challenge Prag und die Woche davor geht es mal wieder in der Bundesliga über die Sprintdistanz für mein Team aus Witten an den Start. Mal schauen, was da so geht 😊

Bis dahin

Frederic

Vielen Dank an meine Schwester Anna-Marie für die Bilder!

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Von guten Rennen gibt es meist weniger zu erzählen als von schlechten Rennen, da ja nicht viel schief gegangen ist und von schlechten Rennen lernt man einfach mehr. Dennoch will ich die Anzahl der schlechten Rennen auf jeden Fall so gering wie möglich halten.

Der Stadttriathlon Erding am vergangenen Wochenende war eins dieser guten Rennen, wenn nicht sogar eins meiner Besten. Ich versuche dennoch mal ein bisschen davon zu erzählen.

Ich war schon mehrmals in Erding am Start. Überwiegend beim Kindertriathlon, aber 2015 konnte ich auch schon die Sprintdistanz für mich entscheiden. Erstmals ging ich nun bei der sehr bekannten Olympischen Distanz an den Start, die meine Eltern beide schon einmal gewinnen konnten. Auch mein Ziel war es zu gewinnen, obwohl ich den Wettkampf voll aus dem Training machen würde, denn eine Woche später findet eins meiner wichtigsten Rennen, die Challenge Walchsee, statt.

Schon am Vortag des Rennens ging es für mich nach Erding, wo ich meine Teamkollegen vom Erdinger Alkoholfrei Perspektivteam traf und wir gemeinsam einen Vortrag über Social Media anhören durften, der von Niclas Bock gehalten wurde. Auch wenn ich persönlich mit meinen Social Media Aktivitäten sehr zufrieden bin, konnte ich einiges Neues dazu lernen. Am Abend speisten wir dann gemeinsam in der Erdinger Weißbräu Gaststätte und es gab Käsespätzle und Kaiserschmarrn als Carboloading und dazu natürlich Erdinger Alkoholfrei Zitrone (mein persönlicher Favorit).

Der Start am Tag darauf war erst um 11:10Uhr, also ging es mit Frühstück und Check in sehr entspannt zu. Das Wasser hatte leider knapp unter 22°C, also war der Neo erlaubt. „Leider“ nicht, weil ich nicht mit Neo schwimmen will, sondern weil es so knapp an der Grenze war, dass es mit Neo viel zu warm werden würde.

Pünktlich fiel der Startschuss und ich konnte mich gleich zu Beginn an die Spitze setzen mit meinem Trainingskollegen und Kumpel Marchelo Kunzelmann in meinem Wasserschatten. Es galt zwei Runden á 750m zu schwimmen, die von einem Landgang geteilt wurden. Wenn man die Schwimmzeiten anschaut, war eine Runde wohl eher zwischen 800 und 850m lang. Ich schwamm die erste Runde ziemlich hart an und fühlte mich im Neo sofort überhitzt, so dass ich mich beim Landgang erstmal sammeln musste. Da man bei diesem Landgang circa 100m zu laufen waren, gestaltete sich das erneute Losschwimmen als besonders schwer und ich brauchte ein paar Züge um wieder meinen Rhythmus zu finden. In der zweiten Runde konnte ich knapp 30s auf Marchelo rausschwimmen, von denen er aber 15s wieder beim ersten Wechsel reinholte. Zuerst kam ich gar nicht aus meinem Neo raus, dann waren die Riemen in meinem Helm komplett durcheinander und letztendlich bin ich beim Radaufstieg schön abgerutscht. Das waren dann aber auch die einzigen Makel bei diesem Rennen.

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Die Radstrecke ähnelt dem Kurs von Samorin. 10,5km auf einer gut geteerten und komplett flachen Bundesstraße raus und zurück und das zwei mal. Nur am Anfang und Ende jeder Runde muss man durch ein Wohngebiet kurven, was den Schnitt etwas verschlechtert 😉

Gleich von Anfang an hielt ich das Tempo hoch und fuhr auf der Bundesstraße durchgehend nur knapp unter 50kmh, somit baute ich meinen Vorsprung auf meine Verfolger deutlich aus. Viel spannender wurde es dann auch nicht mehr, außer dass ich eine Kurve zu spät gesehen habe, nicht mehr rechtzeitig abbremsen konnte und einen U-Turn extra einlegen musste.

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Nach 54min für die 42km erreichte ich wieder die Wechselzone. Dieses mal legte ich einen deutlich besseren Wechsel hin. Mein Vorsprung war zu diesem Zeitpunkt knapp 6min. Das war mir aber egal, denn mir ging es um mein eigenes Rennen und je schneller, desto besseres Training für Challenge Walchsee. Ich sah den Wettkampf als letzte sehr harte Einheit, bevor es wieder ans Tapern geht.

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Dementsprechend schnell lief ich auch los und auf der Laufstrecke haben mich die vielen Zuschauer extrem gepuscht. Erstmals in dieser Saison konnte ich beim Laufen an meine Grenzen gehen. Die Laufstrecke ging erstmal vom See, wo sich die Wechselzone befand, in die Stadt und dann zwei sehr verwinkelte Runden unter anderem auf Kopfsteinpflaster bevor es auf dem Marktplatz ins Ziel ging. Keinesfalls eine Runde für neue Bestzeiten, aber dennoch konnte ich ein sehr ordentliches Tempo von Anfang bis Ende laufen. In 1:50:40h lief ich dann als Sieger über die Ziellinie und durfte mein erstes eigenes 3 Liter Erdinger Glas in Empfang nehmen. Sehr zufrieden mit meiner Performance. Außerdem konnte ich den Streckenrekord von Patrick Lange aus dem Jahr 2017 um gut 2min unterbieten. Acht Minuten später kam Marchelo dann als zweiter ins Ziel kurz vor Niclas Bock und dann der Stadttriathlon Erding Abonnement Sieger Michael Göhner als vierter. Glückwunsch Jungs und auch an alle anderen Finisher! Ergebnisse gibt’s hier. Vielen Dank an das Organisationsteam für eine top organisierte Veranstaltung und an all die freiwilligen Helfer, ohne die das natürlich gar nicht erst möglich wäre. Es hat super viel Spaß gemacht und ich komme gerne wieder 😊

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Das Selbstbewusstsein kann ich für die Challenge Walchsee am Sonntag sehr gut gebrauchen. Es wird nach Samorin das zweit stärkste Profifeld sein, in dem ich je gestartet bin. Das Rennen hat für mich eine nochmal größere Bedeutung, da es sehr nahe meiner Heimat und auf meinen alltäglichen Trainingsstrecken stattfindet. Obwohl ich in den Alpen aufgewachsen bin, kann ich mich an Bergpanoramas nie satt sehen und für mich ist es nach wie vor die schönste Gegend der Welt. Und was wäre Challenge Walchsee ohne extreme Wetterbedingungen? Nur dieses mal nicht mit Kälte und Regen, sondern mit 35°C! Nachdem ich letztes Jahr hinter Sebastian Kienle zweiter werden konnte, möchte ich dieses Jahr mindestens wieder aufs Podium! Also alle Daumen drücken für die Startnummer 2!

Bis dahin

Frederic

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Nachdem ich in den letzten beiden Jahren bereits Ende März mit dem ersten Wettkampf in die Saison eingestiegen bin, empfand ich den 05 Mai dieses Jahr schon als spät und konnte mich in den Wochen davor schon kaum mehr still halten und war dementsprechend froh als endlich die Rennwoche anstand. Im letzten Jahr habe ich glaube ich endlich das perfekte Taperprogram für mich entwickeln können, was ich seitdem exakt so vor jedem Wettkampf absolviere. So wissen mein Körper und Geist einerseits genau, dass sie jetzt in den Wettkampfmodus fahren müssen und andererseits geben die einzelnen Trainingseinheiten auch Rückschlüsse wie die Form im Vergleich zu den Taperwochen der vorherigen Wettkämpfe ist.

Am Donnerstag vor dem Rennen ging es bereits nach Riccione, so hatte ich nochmal die Gelegenheit am selben Tag die neue Radrunde abzufahren. Im Gegensatz zu letztem Jahr waren dieses mal zwei Runden zu absolvieren und obwohl es circa 100 Höhenmeter weniger sind, ist die neue Strecke keinesfalls einfacher. Zumindest die Straßenqualität ist deutlich besser (für italienische Verhältnisse).

Ab dann hieß es weitesgehend Beine hochlegen, Kohlehydrate tanken und hoffen, dass das Wetter am Renntag gut wird. Nach meinem dritten Platz im Vorjahr ging ich dieses Jahr mit der Startnummer 3 ins Rennen, denn der Vorjahressieger Gulio Molinari, für den es ein Heimrennen ist, sowie der Vorjahreszweite Thomas Steger aus Österreich waren auch am Start.

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Dann stand endlich der lang ersehnte Rennmorgen an. Das Wetter sah schon mal ganz vielversprechend aus und wie an jedem Rennmorgen, besonders vor dem ersten Saisonrennen, war ich beim Frühstück froh die Tage davor gut gegessen zu haben, denn jeder Bissen kam mir vor Aufregung fast wieder hoch. Als ich nach dem „Frühstück“ dann meine Gelflasche fürs Radfahren zubereitete und dran roch, hing ich schon mal vorsichtshalber über der Toilette, konnte aber meinen Mageninhalt gerade so noch für mich behalten. Ja, diese unschönen Dinge gehören eben auch zu unserem Sport 😀 Wie gesagt, vor dem ersten Saisonrennen ist die Aufregung auch nochmal extra groß.

Das Meer hatte circa 16°C, also war ich froh über meinen Sailfish Neo. Hier habe ich mich dieses mal für meinen alten G-Range entschieden statt für den neuen Ultimate IPS, da dieser etwas mehr Schulterfreiheit bietet, die ich in Kombination mit dem Anzug darunter eher brauchte als den Auftrieb, da man im Salzwasser sowieso automatisch schon mehr Auftrieb hat.

Um 9:30Uhr fiel dann der Startschuss für das kleine, aber sehr qualitative Feld von 20 Profi-Männern. Ich stand direkt neben dem Vorjahressieger Molinari und hing mich gleich zu Beginn an seine Beine. Nachdem ich letztes Jahr über eine Minute hinter Molinari aus dem Wasser kam, wollte ich das dieses Jahr vermeiden. Das Tempo machte aber ein anderer Italiener Mattia Ceccarelli, so war ich an dritter Position. Die Bedingungen waren alles andere als einfach. Meine Füße spürte ich durch die Kälte irgendwann nicht mehr und die vielen Wellen machten die Orientierung und ein gleichmäßiges Schwimmen sehr schwer. Ich konnte überhaupt nicht meine gewohnte Technik vom Becken umsetzten, also war die einzige Möglichkeit mit Frequenz das Wasser „wegzuschaufeln“. Ich schaffte es die ganzen zwei Kilometer an den beiden dranzubleiben und wir stiegen mit fast zwei Minuten Vorsprung auf die Verfolger aus dem Wasser.

Meine Taktik für das Radfahren war genau dieselbe: An Molinari dranbleiben. Das war leichter gesagt als getan, während dieser mit 5m Abstand den Windschatten von seinem Landeskollegen Ceccarelli genoss, hielt ich eher 30m Abstand, da ich der erste gewesen wäre der von den ITALIENISCHEN Kampfrichtern eine Karte wegen Windschattenfahrens kassiert hätte, denn so oft wie sich Molinari nach mir umblickte, war dieser sicher überrascht im Gegensatz zum Vorjahr einen anderen Begleiter zu haben und Molinari würde sicher nie eine Karte für Windschattenfahren bekommen und das weiß er. Im Vorjahr hatte er bereits schon Hilfe von zahlreichen Motorrädern. Ich kam mir in dem Rennen auf jeden Fall ein bisschen verarscht vor. Bei der ersten längeren Abfahrt fuhren mir beide Italiener etwas davon. Da fuhr ich zwar schon mit mehr Risiko als gewollt runter, aber für „Molinari-Verhältnisse“ reichte es noch nicht, was auch keine Schande ist, denn vor ein paar Jahren passierte dasselbe Sebastian Kienle und Jan Frodeno beim Cannes-Triathlon.

In der ersten Runde schaffte ich es noch die Lücke zu schließen, dies hat aber gut 10km gedauert und ich musste deutlich über meinen Verhältnissen fahren, denn sobald ich weg war, waren beide Italiener umgeben von Motorrädern. Das klingt jetzt alles sehr nach Ausreden und ich will nicht, dass es so rüberkommt, aber ich hab es letztes Jahr und jetzt wieder mit eigenen Augen gesehen wie die Italiener bei diesem Rennen bevorzugt werden und beim Frauenrennen soll es laut Angaben genauso zugegangen sein. Es ist schade und man kann da nichts machen, also bleibt nichts anderes übrig als sich auf seine eigene Leistung zu konzentrieren.

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Als ich in der zweiten Radrunde in derselben Abfahrt wieder den Kontakt verlor, entschied ich mich für die letzten 25km mein eigenes Rennen zu fahren. Mit der drittschnellsten Radzeit und circa 2min Rückstand stieg ich dann vom Fahrrad und ging auf die Laufstrecke. Nach hinten hatte ich circa 2,5min Vorsprung auf den Vorjahreszweiten Thomas Steger, der als starker Läufer gilt, seinen Pewag Teamkollegen Birngruber und den Spanier Montraveta.

Das Loslaufen fühlte sich nach dem harten Radfahren überraschend gut an, was aber auch etwas dem starken Rückenwind geschuldet war. Zum Laufen wurde es extrem windig und so langsam zog ein Unwetter auf. Die Laufstrecke war bis auf ein paar Kleinigkeiten identisch zum Vorjahr und es waren drei Runden á 7km zu absolvieren, d.h. nach circa 3km musste man dann gegen den starken Wind laufen, was dann nicht mehr so spaßig war. Dennoch fühlte ich mich gut, hielt mich in der ersten Runde aber noch etwas zurück. Der Abstand nach vorne blieb gleich, von hinten kamen jedoch Steger und Montraveta angelaufen und hatten nach einer Runde nur noch knapp über eine Minute Rückstand auf mich.

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Foto: José Luis Hourcade

In der zweiten Runde fing das Unwetter dann an. Aber so richtig. Es regnete aus Strömen, donnerte und blitzte teilweise. Es wurde sehr schnell extrem kalt und kurz hagelte es sogar. Ich hatte schon die Befürchtung, dass das Rennen abgebrochen wird und meine Gedanken waren auch bei 95% der Starter, die sich noch auf der Radstrecke befanden, wie auch meine beiden Eltern. Beim Laufen war es eigentlich gar nicht so schlimm. Es ist zwar nicht so schnell im knöcheltiefen Wasser zu laufen, aber irgendwie auch witzig. Auf einmal sah ich nach einer Kurve Molinari plötzlich vor mir, der nur noch joggend unterwegs war (den genauen Grund kenne ich nicht), so lief ich auf Platz 2, den ich für circa 1km genießen konnte bis mich Steger einholte, bei dem ich das Tempo einfach nicht mitgehen konnte. Auf Ceccarelli hatte ich immer noch 2.5min Rückstand. Nach Eingang zur letzten Runde sah ich dann, dass auch Montraveta bis auf 30s auf mich aufgelaufen ist und das Podium wollte ich auf keinen Fall verlieren. Ich war fast verwundert wie in dem Rennen alle so schnell unterwegs waren, denn ich war selber schneller unterwegs als im letzten Jahr, als ich die zweitschnellste Laufzeit hatte. Energetisch hatte ich keine Probleme, also legte ich nochmal alles in die letzte Runde, um meinen dritten Platz zu verteidigen, denn nach vorne ging nichts mehr. Wäre nicht einmal nötig gewesen, denn Montraveta ging nochmal ordentlich ein, aber so schaut der Laufsplit und der Rückstand nach vorne besser aus. Eigentlich wollte ich in der dritten Runde auch nochmal ein PowerBar Gel von der Verpflegungsstation nehmen, aber man darf sich nie auf die Ausschreibung der Veranstalter verlassen, denn es gab nur Cola, Wasser und RedBull. Ich hatte mich aber bis dahin sehr gut verpflegt und der Rest ging dann auch noch mit Cola. So wurde es dann ein dritter Platz im ersten Rennen der Saison knapp 2min hinter dem Sieger Ceccarelli und eine halbe Minute hinter Steger. Ergebnisse gibt es hier.

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Foto: José Luis Hourcade

Im Ziel wurde ich erstmal auf meinen kaputten Anzug aufmerksam gemacht, was ich bis dahin nicht mal bemerkt hatte. Der Anzug ist an dieser Stelle geklebt und hat sich an der einen Seite gelöst, nichts Tragisches.
Im Gegensatz zu letztem Jahr gab es dieses mal auch Dopingkontrollen für die TOP 4.

Es gibt sicher leichteres als mit einer Mitteldistanz in die Saison einzusteigen, deswegen bin ich umso zufriedener mit meiner Leistung in allen drei Disziplinen, denn ich war deutlich besser als im letzten Jahr, aber zwei Athleten waren eben noch schneller. Meine Podiumsserie lebt zwar weiter, diese wird jedoch in vier Wochen bei „The Championship“ in Samorin auf eine neue Probe gestellt. Glückwunsch auch an alle Athleten, die die Challenge Riccione bei den Bedingungen finishen konnten!

Jetzt steht für mich erstmal die verdiente Erholung an bevor es in den letzten Trainingsblock für die Challenge Samorin geht. Evtl. werde ich auch noch eine olympische Distanz als Trainingswettkampf absolvieren. Ich halte euch auf dem Laufenden!

Bis dahin

Frederic

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Foto: José Luis Hourcade
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Lange gab es hier nichts mehr von mir zu hören und da die Saison nun schon in weniger als 4 Wochen richtig losgeht, wird es mal wieder höchste Zeit für einen Blogeintrag. Zwar hatte ich es mir über dem Winter öfter vorgenommen zu schreiben, aber das Leben als Triathlon Profi ist stressiger als vielleicht manche denken 😉 Okay, teilweise war es dann zugegeben auch die Faulheit.

Dementsprechend möchte ich euch nun auf den neuesten Stand bringen, was meine Vorbereitung und Wettkampfplanung angeht.

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Das kommende Trainingslager in der Toskana mit dem Bayern Kader wird schon das vierte für mich diesen Winter sein. So viele hatte ich die Jahre davor noch nie. Los ging es bereits zum Trainingseinstieg im Dezember für zwei Wochen nach Fuerteventura mit meinem Trainer Roland Knoll und dem Österreichischen Nationalteam. Eine unglaublich witzige Truppe, weshalb ich das nächste Saison auf jeden Fall wiederholen möchte.

Im Januar ging es dann für zwei Wochen auf die Nachbarinsel Lanzarote mit meinem neuem Team Erdinger Alkoholfrei. Es war mir eine Ehre mit den Triathlonprofis wie z.B. Nils Frommhold, Andreas Dreitz und Andreas Raelert trainieren zu dürfen und ich bin stolz nun Teil eines starken Teams zu sein.

Ende Februar stand dann ein fast vier wöchiges Trainingslager in Spanien an, davon verbrachte ich zwei Wochen mit einigen anderen Jungs in einem AirBnb in Torrevieja auf dem spanischen Festland und für weitere 10 Tage ging es direkt nach Mallorca, wo ich auf meine Trainingskollegen vom Bayern Kader traf. Für die Zahlenfetischisten unter euch hier mal eine Übersicht wie viel ich in den 23 Tagen trainiert habe:

Schwimmen: 85km in 23:50h

Radfahren: 1739km in 58:11h

Laufen: 353km in 25:44h

Athletik + Dehnung: 2:50h

Gesamt: 108:35h

Das war selbst für mich ordentlich viel und vielleicht ein bisschen zu viel, so war ich direkt im Anschluss erstmal für fast eine ganze Woche krank. Dennoch spüre ich so langsam wie die Kilometer ihre Wirkung zeigen und die Form geht gerade steil nach oben. Gerade richtig für das letzte Trainingslager, wo es für mich dann auch auf’s Zeitfahrrad geht, nachdem ich den kompletten Winter auf dem Rennrad verbracht habe. Außerdem wird das Training nun so langsam intensiver und weniger umfangreich, denn am 05. Mai steht das erste Rennnen an: Challenge Riccione, was im letzten Jahr meine allererste Mitteldistanz war.

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Dieses Jahr ist der Wettkampf in Riccione meine Generalprobe für meinen Saisonhöhepunkt genau vier Wochen später: „The Championship“ Challenge Samorin, wo ich mich gegen die absolute Weltspitze messen darf und ich bin mehr als gespannt darauf!

Meine beiden weiteren geplanten Mitteldistanzen in der ersten Saisonhälfte sind die Challenge Walchsee und Challenge Prag. Zwei Rennen an mega Locations, auf die ich mich auch schon sehr freue.

In Sachen Sponsoren hat sich über den Winter natürlich auch sehr viel getan. Neben meinem neuem Team und Hauptsponsor Erdinger Alkoholfrei, fahre ich nun die Räder der Marke CUBE. Bei dem Zeitfahrrad gibt es definitiv keine Ausreden mehr, besonders in Kombination mit Laufrädern von Swissside. Ich bin ehrlich mal gespannt, was allein das Material an Unterschied zu letztem Jahr ausmacht, wo ich noch mit der „alten“ Zeitmaschine meines Vaters unterwegs war, die aber ihre Aufgabe schon extrem gut gemacht hat. Meine weiteren Partner und Sponsoren sind Sailfish (Neo + Schwimmequipment), NewBalance (Laufschuhe + kleidung), RudyProject (Helm + Brille), Staps (Leistungsdiagnostik), Club LaSanta (Trainingslager Lanzarote), PowerBar (Sportnahrung), Polar (Laufuhr) und mein ganz neuer Partner Ameo (Powerbreather). Falls ihr an letzterem Interesse haben solltet, könnt ihr einen Powerbreather mit dem Code „FRED2019“ 20% günstiger bekommen. Außerdem bin ich nun Markenbotschafter für Challenge-Family, was auch eine große Ehre für mich ist. Nun aber genug der Werbung!

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Erdinger Alkoholfrei Camp 2019

Alles in Allem bin ich sehr zufrieden mit meiner gesamten Saisonvorbereitung bisher und bin gespannt wie sich das Training in den Wettkämpfen zeigen wird. Ab jetzt gibt es hier auf jeden Fall wieder regelmäßiger was von mir zu hören 🙂

Bis dahin

Frederic

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