Back to work

So… das war ne zähe Nummer. Nachdem ich letzte Woche nur mit einer kurzen Erkältung gerechnet habe, musste ich jetzt doch zehn Tage die Füße still halten. Währenddessen will man es immer nicht so richtig wahrhaben, aber eine klassische Bronchitis braucht eben seine Zeit! Die bekannten Mittel Inhalieren, Hustenlöser und Gelomyrtol helfen dann zwar etwas, aber letztendlich ist Zeit die beste Medizin. Heute nehme ich euch mal auf mein Training in den ersten Tagen nach so einer Krankheit mit.

Das Wichtigste ist natürlich, sich vollständig auszukurieren und erst wenn man wieder vollständig gesund ist, wieder mit dem Herz-Kreislauf-Training einzusteigen. Als ich mich wieder gut fühlte, aber noch nicht laufen gehen wollte, bin ich erstmal mit etwas Athletik und Zugseil für die Arme wieder eingestiegen. Hier kann man die Beanspruchung fürs Herz relativ gering halten, aber trotzdem muskulär wieder etwas Spannung aufbauen. Als nächstes bin ich dann für eine lockere Stunde aufs Rad gestiegen. Hier kann man super den Puls kontrollieren und auch mal entspannt rollen. Laufen oder Schwimmen ist dann doch ziemlich schnell relativ beanspruchend. Heute war ich dann das erste Mal wieder im Wasser. Für den Einstieg 2,5km mit viel Technikübungen und eher kurzen Distanzen am Stück (50-200m). Ziel ist hier erstmal wieder Gefühl fürs Wasser aufzubauen und wieder mit einer sauberen Technik einzusteigen. Im Schwimmen merke ich es auch immer am Deutlichsten, wenn ich ein paar Tage rausnehmen musste. Die Sportart ist einfach enorm technik- und gefühlsorientiert!

Heute gehe ich auch das erste Mal wieder locker laufen. Hier werde ich heute auch ganz bewusst auf den Puls achten und schauen, dass dieser im normalen Bereich bleibt. Wird zwar wahrscheinlich ziemlich langsam werden, aber das ist fürs Erste egal. Morgen steht dann wieder Schwimmen in der Früh auf dem Plan und am Nachmittag geht es für zwei lockere Stunden aufs Rad. Auch der Mittwoch und Donnerstag wird noch sehr ruhig ablaufen und erst am Freitag steht dann die erste Intensität auf dem Programm.

Bis dahin versuche ich einfach wieder gut reinzukommen und nichts vorschnell zu überziehen! Am Ende der Woche werde ich dann um die 20 Stunden Training stehen haben. Zum Vergleich: Normalerweise sind es in einer intensiven Woche zwischen 25 und 30 Stunden. Wir versuchen jetzt also nicht direkt das verlorene Training “aufzuholen”, sondern versuchen wieder einen normalen Rhythmus aufzubauen. Der Einstieg ist auf jeden Fall immer das Härteste!

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Die letzte Woche Winter

Der aktuelle Trainingsblock neigt sich dem Ende entgegen und somit auch die Zeit hier in Nürnberg. Natürlich nicht endgültig, aber ab Sonntag bin ich für die nächsten zwei Monate unterwegs! Das Ziel: zunächst einmal drei Wochen Fuerteventura mit dem Kader der DTU. Dafür brauche ich aber erst einmal noch grünes Licht vom Deutschen Herzzentrum…

Die letzten Wochen vergingen ziemlich schnell und ich habe meine ganzen Routinechecks abgehakt und kann mich jetzt wieder voll und ganz auf das Training konzentrieren. Wer sich noch genauer für die Daten der Leistungsdiagnostiken aus Leipzig letzte Woche interessieret, der sollte in die letzte Podcast Episode reinhören. Dort gibts alle Watt-, Laktat und Herzfrequenzwerte von meinen Tests 😉

Gerade sitze ich im Wartezimmer des Deutschen Herzzentrums in München und bin schon etwas nervös. Ich lasse hier jedes Jahr meine angeborene Aortenklappeninsuffizienz überprüfen. Hört sich erst einmal spektakulärer an als es ist… dieser angeborene Herzfehler kommt ziemlich häufig vor und ist eigentlich unbedenklich. Kurzer Exkurs: Die Aortenklappe ist “undicht”, das bedeutet ein kleiner Teil sauerstoffreichen Blutes, strömt aufgrund der fehlerhaften Klappe zurück in den linken Ventrikel und behindert somit den Blutfluss. Solange der Rückstrom sich nicht erheblich erhöht, sich der linke Ventrikel krankhaft vergrößert oder sich die Aorta unmittelbar hinter der Klappe enorm verbreitert, ist alles gut und ich kann den Sport uneingeschränkt weiter ausüben. Trotzdem bin ich aber immer etwas nervös, dass sich die Situation verschlechtert und dadurch plötzlich den Leistungssport beenden müsste. In meinem Fall ist der Fehler aber seit 2013 bekannt und wird seitdem jährlich kontrolliert. Bis jetzt war jegliche Veränderung noch im Rahmen und das einzig auffällige ist die Größenzunahme meines gesamten Herzens aufgrund des Sports. Das sorgt aber hauptsächlich nur für die Faszination bei den untersuchenden Ärzten und angeblich ist mein Herz mit einem Fassungsvermögen von 1,8 Litern hier wirklich sehr außergewöhnlich :() Daumen drücken das alles so bleibt wie es ist!

Der Rest der Woche wird erfahrungsgemäß ziemlich voll mit Training, letzten Vorbereitungen und Packen für das Trainingslager. Wenn alles nach Plan läuft werde ich zwei Monate am Stück unterwegs sein und ich hab noch keine Ahnung was ich dafür alles einpacken soll;)

Das nächste Mal melde ich mich von der Insel, dann auch wieder mit Bildern.

Bis dahin, einen guten Start in die Woche!

Simon

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Zurück zur Routine

Der Titel ist Programm! Nach dem etwas anderen Trainingsstart im Dezember auf Fuerteventura, den Weihnachtsfeiertagen zuhause in Steingaden und der Zeit zwischen den Jahren, bin ich wieder voll in meiner wöchentlichen Routine angekommen. So gerne ich auch in Trainingslagern und auf Wettkampfreise bin, so schön ist doch auch die Routine zuhause hier in Nürnberg.

Ich muss ehrlich sein, wenn der Zeitraum nicht zu lange ist, ziehe ich auch wirklich gerne das Training in der Winterkälte durch. Vielleicht ist das mein Background als Skifahrer oder auch nur mein Hang zur Selbstquälerei – der hier durchschlägt 😉 aber es hat einfach was, in der Früh durch die Kälte zu laufen oder eine längere Einheit indoor auf der Rolle durchzuziehen.

Wie sieht die Routine aus?

Im Moment liegt der Fokus im Training auf dem Schwimmen und Laufen. Dabei waren die letzten drei Wochen eher umfangsorientiert und bei den härteren Einheiten wechselte die Intensität meist zwischen VO2max (also kurzen schnellen Intervallen) und klassischem Schwellentraining. Zur Zeit bin ich sechs Mal die Woche im Wasser, fünf Mal Laufen und vier bis fünf Mal auf dem Rad. Montag und Donnerstag steht zusätzlich nach dem Schwimmen noch Krafttraining auf dem Programm.

Der letzte Trainingsblock in Zahlen

  • Schwimmen: 73km / 23h
  • Rad: 675km / 24h (90% indoor)
  • Laufen: 240km / 18:30h
  • Kraft: 6h
  • Ski Langlauf: 70km / 4h
  • Gesamt: 75:30h

Diese Woche ist Entlastungswoche, auch wenn es nicht so entspannt wird, wie die Gesamtstunden erst einmal vermuten lassen würden. Es geht nämlich ab nach Leipzig zum großen Check up. Neben Herzultraschall, Blutbild und orthopädischer Untersuchung, stehen vor allem drei Leistungsdiagnostiken im Fokus: jeweils ein Stufentest in allen drei Disziplinen. Die Testverfahren sind vielleicht nicht mehr die modernsten, aber sie sind sehr ehrlich, ohne jegliche Hochrechnung und vor allem die Schwellenleistung lässt sich dadurch gut bestimmen. Im Vergleich zu letztem Jahr bin ich zwar noch deutlich kürzer im Training, aber trotzdem schon gespant und muss zugeben, ein bisschen Vorfreude auf die harten Tests ist auch mit dabei;)

Es wird auf jeden Fall ziemlich anstrengend!

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Neujahrsvorsätze und so – Teil 2

Heute gibt es, wie angekündigt, einen kleinen Ausblick auf meine Saisonplanung. Natürlich ist da zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts in Stein gemeißelt und vor allem im Hinblick auf die sich ständig ändernden Coronaregeln kann man nichts sicher planen. Daher will ich auch noch gar nicht auf meine Wettkampfplanung eingehen, sondern erst einmal die anstehenden Trainingslager und den Aufbau bis zum ersten Rennen planen. Nach letztem Jahr komplett ohne Trainingslager in der Vorbereitung, will ich auf jeden Fall nicht nur in Nürnberg trainieren. Meiner Meinung nach kann man gut einen gewissen Teil der Saisonvorbereitung gut in der Kälte und auf der Rolle absolvieren. Ein Tapetenwechsel ist aber trotzdem wichtig um im Kopf frisch zu bleiben!

Saisonstart

Quelle: Projekt Classof22

Dieses Jahr bin ich ziemlich spät ins Training gestartet und das merke ich auch aktuell noch deutlich im Training. Durch die lange letzte Saison, den Bundeswehrlehrgang und meine Ellenbogenverletzung, ging es für mich erst im Dezember wieder los. Im Vergleich zu letzter Saison war ich Anfang Januar schon zwei Monate länger im Training und die Einheiten waren schon deutlich intensiver. Da muss man aber einfach cool bleiben und auf den Trainingsplan und den Trainer vertrauen. Bis zu den ersten Rennen ist es noch ein ganzes Stück und ich habe noch das ein oder andere Trainingslager vor mir, die mir dann hoffentlich noch den nötigen Formboost geben 😉

Trainingslager numero uno

Quelle: Tom Meyer

Die aktuelle Planung sieht vor, dass ich Anfang Februar mit der Nationalmannschaft nach Fuerteventura ins Trainingslager gehe. Darauf freue ich mich schon ziemlich, weil es dort wieder neue Gesichter und Abwechslung im Training geben wird. Außerdem werde ich zu diesem Zeitpunkt sechs Wochen hier in Nürnberg trainiert haben und für das ist für mich genau die richtige Dauer, bevor es in der Kälte hier zäh wird durchzuziehen.

Trainingslager numero dos

Quelle: mein Handy

Nach diesen drei Wochen werde ich aber auch wieder froh sein von der eintönigen Vulkaninsel runterzukommen. Die nächsten zwei Wochen sind noch nicht ganz spruchreif, aber eventuell (wenn die Flugverbindung passt) werde ich von Fuerte direkt nach Mallorca fliegen und mich der jüngeren Trainingsgruppe aus Nürnberg anschließen. Dort ist Michelle als Trainerin mit dabei und ich kann meine ersten ruhigen Tage nach den intensiven Wochen in Fuerte genießen und ein bisschen Zeit mit meiner besseren Hälfte verbringen 😉 Danach wird natürlich wieder hart trainiert und Mallorca ist einfach immer eine Reise wert!

Trainingslager numero tres

Um die Reise durch den Süden perfekt zu machen, habe ich dann vor mit der Fähre ans Festland überzusetzen und von Barcelona mit dem Zug nach Girona zu fahren. Dort werde ich wieder mit der Gruppe aus Nürnberg zusammentreffen und den Rest des März in DER Triathlon- /Radsportstadt trainieren. Wir haben dort letztes Jahr sehr gute Erfahrungen gemacht und die Kombination von Trainingsbedingungen, Kaffees und Stadtleben ist sicher einzigartig.

Mal sehen ob das alles so klappt, aber es wäre auf jeden Fall ein richtig cooles Erlebnis und nicht nur Trainingslager, sondern auch ein bisschen Urlaub und Abenteuer… mit gerade mal drei relativ kurzen Flügen, auch noch mit meinem Umwelt-Gewissen zu vereinbaren.

Ich halte euch hier auf jeden Fall auf dem Laufenden!

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Neujahrsvorsätze und so – Teil 1

Das wars also mit 2021! Damit das hier aber kein langweiliger Jahresrückblick wird, denn davon gab es sicherlich schon genug, werde ich in diesem Blog mal einen vorsichtigen Blick auf das vor uns liegende Jahr werfen und meine persönlichen Vorhaben aufschreiben. So etwas soll ja bekanntlich bei der Verwirklichung helfen… Wer trotzdem noch nicht genug von Rückblicken hat, kann sich aber natürlich gerne die letzte Episode der Muskelmeisterei anhören.

Grundsätzlich bin ich kein Fan davon, jedem Jahresende bzw. -beginn entgegenzufiebern und mir alle möglichen Vorsätze fürs neue Jahr vorzunehmen. Das vergangene Jahr wird dadurch ja nicht gelöscht und man vergisst vielleicht, die guten Dinge ins neue Jahr mitzunehmen. Trotzdem kann ich mich der ganzen Besinnung über die Feiertage nicht völlig entziehen und nehme mir auch gerne die ein oder andere Sache fürs neue Jahr vor.

Ich würde mich eher als einen analytischen Typ bezeichnen und daher habe ich mir zwei Dinge für das neue Jahr vorgenommen, die im Letzten vielleicht nicht perfekt liefen.

intensity control / train smart

Wow englische Begriffe. Hört sich aber einfach besser an als „Intensitätskontrolle und trainiere schlau!“ – finde ich zumindest… Was ich damit meine: Der Sport Triathlon ist als klassischer Ausdauersport, mit viel Fleiß im täglichen Training verbunden. Trotzdem wird wahrscheinlich nicht der Athlet gewinnen, der am meisten und am härtesten trainiert, sondern derjenige, der in den richtigen Bereichen trainiert. Letztes Jahr habe ich zusammen mit meinem Coach wieder viel über meinen Körper dazugelernt und zu wenig und zu langsames Training war sicher nicht das Problem am Anfang der Saison 😉 daher gilt also für dieses Jahr: schlau und in den richtigen Bereichen im Training zu agieren.

Lebe den Moment! 

Dieses Mal deutsch, dafür aber eine ganz schön abgedroschene Phrase. Im eigentlichen Sinn aber sehr schön und meiner Meinung nach ein guter Neujahrsvorsatz. Ich neige schnell dazu, immer ans Nächste zu denken und entspannte Momente zu wenig wertzuschätzen. Der Ehrgeiz der mir im Sport sicher hilft erfolgreich zu sein, steht mir hier öfter mal im Weg. Daher finde ich den Vorsatz sehr passend für mich, die schönen Momente dieses Jahr mehr zu genießen – im Sport aber auch abseits davon.

So viel zu meinen Vorsätzen für 2022. Wem der Beitrag zu philosophisch war – Pech gehabt. Nächste Woche gibts dafür wieder mehr Triathlon und ich stelle euch meine geplanten Trainingslager und Wettkämpfe für die nächsten Monate vor, so gut es geht bei der aktuellen Situation. 2022 ist wohl doch nicht so anders als 2021 🙁

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Same procedure as every year…

Nach einem sehr entspannten November, bin ich letzten Dienstag nach Fuerteventura geflogen. Meine Trainingsgruppe ist schon eine Woche vorher aufgebrochen, aber ich wollte noch ein paar Tage in Nürnberg verbringen. Die letzten Jahre hatte ich meinen Trainingsbeginn zwar immer schon etwas früher, aber es hat sich bewährt, hier im Dezember in der Sonne eine gute Grundlage für die neue Saison zu legen.

Auch dieses Jahr sind wir wieder zusammen mit der österreichischen Nationalmannschaft unterwegs und haben so eine abwechslungsreiche Truppe, die das Training nie langweilig werden lässt. Dadurch dass ich etwas später dazugestoßen bin, habe ich bei den meisten Einheiten auch noch etwas weniger und lockerer trainiert. Die letzte Woche war also perfekt zum “reinkommen” in den Trainingsalltag.

Die letzte Woche in Zahlen

  • Swim: 5 Einheiten/ 7:05h/ 24km
  • Bike: 5 Einheiten/ 12:30h/ 340km
  • Run: 5 Einheiten/ 4:00h/ 50km
  • Gym/ Athletik: 3 Einheiten/ 2:30h
  • Gesamt: 26:05h

Vor allem zu Beginn der Saison ist es immer interessant die Entwicklung im Training zu beobachten. Es ist jedes Jahr wieder erstaunlich, wie schnell man von der Top Form beim letzten Triathlon der Saison, durch drei Wochen Saisonpause komplett unfit wird;) Natürlich ist das Training des letzten Jahres, durch die kurze Pause nicht weg, aber am Anfang fühlt man sich genau so! Als hätte man Jahre nicht trainiert. Während der Saison fühlen sich die Bewegungen komplett natürlich und harmonisch an und man hinterfragt eigentlich kaum einen Ablauf. Jetzt hingegen hinterfrage ich jeden Zug beim Schwimmen und jeden Schritt beim Laufen. Die Bewegung an sich fühlt sich einfach noch nicht ganz natürlich an und ich brauche immer ein paar Tage, bis ich mich im lockeren Training wieder wohlfühle.

Die erste Hälfte des Trainingslagers ist jetzt vorbei und ab morgen kommen auch schon ein paar schnelle Meter im Grundlagentraining dazu. Das ist aber eigentlich immer ganz angenehm und eine willkommene Abwechslung bei den längeren Trainingseinheiten. Der Coach hat auch angekündigt, dass morgen beim Radfahren Laktat gemessen wird, damit wir uns auch genau an die individuellen Trainingsbereiche halten. Dazu aber dann nächste Woche mehr…

Bis dahin – euch allen eine entspannte vorweihnachtliche Zeit!

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No Plan November

Da ja inzwischen jeder den “Movember” kennt, habe ich dieses Jahr für mich persönlich den “No Plan November” eingeführt. No Plan beinhaltete dabei: in erster Linie kein Trainingsplan, kein Training, kein Blog und leider auch einen ungeplanten und sehr schmerzhaften Crash.

Doch alles der Reihe nach… nach meinem Abschlussrennen in Portugal ging es für mich direkt nach Warendorf, für einen dreiwöchigen Bundeswehrlehrgang. Dabei stand dieses Mal keine militärische Weiterbildung an, sondern ein Übungsleiterlehrgang (Trainer C). Gleichzeitig gab es die Order von Roland, zwei Wochen die Beine hochzulegen und vielleicht mal die Laufschuhe in die Hand zu nehmen – aber ansonsten Trainingsverbot;) Ich habe dieses Jahr auch wie nie zugvorgemerkt, wie sehr ich diese Pause und den bewussten “Fokus-Verlust” gebraucht habe. Ansonsten hatte ich meistens nach ein bis zwei Tagen schon wieder den Drang mich zu bewegen und zu trainieren, aber dieses Jahr war ich wirklich froh über die Pause. Ich merkte richtig, wie die lange Saison mich mental und körperlich gefordert hatte und wahrscheinlich wäre jede weitere Trainingswoche nach dem Rennen in Portugal eher kontraproduktiv gewesen.

Nach zwei Wochen kehrte dann aber langsam der gewohnte Bewegungsdrang zurück und ich hatte zwar noch eine Lehrgangswoche vor mir, wollte aber am Abend nach dem Unterricht wieder ins Training einsteigen. Wollte… Als ich nämlich am Sonntag Richtung Bahnhof unterwegs war, blieb ich in einer Straßenbahnschiene hängen und machte einen eher uneleganten Abgang über den Lenker. ich war nicht schnell unterwegs und dachte zuerst auch das nichts passiert war, aber im Laufe der Zugfahrt schwoll mein linker Ellenbogen an und ich konnte ihn kaum noch bewegen. Die Nacht auf Montag war ebenfalls ziemlich schmerzhaft und ich beschloss ins Krankenhaus zu fahren, um ein Röntgenbild zu machen und einen Bruch auszuschließen. Zum Glück konnte man hier auch nichts erkennen, außer einem großen Bluterguss im Gelenk, der wahrscheinlich auf eine Kapselverletzung zurückzuführen ist. Auch die Bänder und Sehnen hat es etwas erwischt. So verlängerte sich die Saisonpause gleich mal auf drei Wochen… Ich habe aber die Zeit gut genutzt und mich beim Bundeswehrarzt boostern lassen.

Jetzt bin ich wieder in Nürnberg und zum Glück wird der Ellenbogen von Tag zu Tag besser. Da ich die Impfung gut vertragen habe, war ich am Wochenende schon ein paar mal auf der Rolle und Laufen geht ebenfalls problemlos. Schwimmen ist natürlich noch nicht mit beiden Armen möglich, ich hoffe aber, dass das nächste Woche auch wieder geht.

Am Dienstag den 07.12. geht es dann ab in den Süden für die ersten Grundlagenkilometer der Saison. Bis dahin wäre es natürlich wichtig, dass ich wieder voll einsatzbereit bin. Der Rest der Nürnberg Gruppe ist heute geflogen, ich hatte aber schon im Vorfeld geplant, noch eine Woche locker in Nürnberg zu trainieren und erst dann zur Gruppe zu stoßen.

Soweit das Update von mir, euch allen einen besinnliche erste Dezemberwoche und die besten Adventskalendergeschenke!

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Das Beste kommt zum Schluss

Ich halte zwar nicht allzu viel von solchen Standardphrasen, aber hier trifft die Aussage wohl “den Nagel auf den Kopf”… haha. Spaß beiseite, das Wochenende in Quarteira hat vor allem richtig Spaß gemacht und es ist natürlich ein Traum, mit meinem ersten internationalen Podium die Saison zu beenden. Neben dem erfolgreichen Rennen, waren aber auch einfach all die Dinge mit dabei, die den Sport so besonders machen.

Was meine ich damit? Dass ich den Sport so ausüben kann wie ich das aktuell tue, sehe ich erst einmal als ein unglaubliches Privileg. Trotzdem ist das ganze Profidasein natürlich neben seinen Höhen, auch mit vielen Tiefen und Momenten des Zweifelns verbunden. Diesen Prozess und manche Dinge, die viele Leute vielleicht als Opfer oder Verzicht sehen würden, genieße ich an den meisten Tagen oder kann sie zumindest gut aushalten. Aber ohne solche Momente wie am Wochenende würde ich vermutlich nicht mit derselben Intensität für den Sport brennen. Damit meine ich jetzt auch nicht nur das erfolgreiche Rennen! Das ist aus meiner Position jetzt zwar sehr einfach zu sagen, aber ganz unabhängig vom Ergebnis, hatte ich auch schon vor dem Wettkampf diese Momente.

Da war zum Beispiel die Radausfahrt am Donnerstag. Ich bin alleine gereist und habe die ganze Zeit Musik und Podcast gehört oder Netflix geschaut. Als ich in Quarteira ankam, hatte ich gerade noch genug Zeit um mein Rad aufzubauen und noch eine kleine Runde zu drehen bevor es dunkel wurde. Wenn ich alleine mit dem Rad unterwegs bin höre ich oft Musik, aber nach dem ganzen Tag Beschallung, hatte ich darauf überhaupt keine Lust und fuhr einfach los. Die ersten Meter Bewegung sind an so einem Reisetag mit viel Sitzen immer die Hölle. Die Beine sind schwer und der Kreislauf total im Keller. Aber nach 15 Minuten fand ich einen guten Rhythmus und genoss die Ruhe und die untergehende Sonne. Ich konnte mich einfach voll in die Bewegung vertiefen, dachte an nichts anderes und fühlte mich enorm klar. Genau solche Momente finde ich aber auch einfach nur dann, wenn man sich davor überwindet und bewusst auf die Aufgabe einlässt.

Insgesamt waren wir zu sechst in einem Air BnB untergebracht, also war der Freitag vor dem Rennen auch sehr unterhaltsam. Wir machten gemeinsam unsere Rennvorbereitung und verbrachten die meiste Zeit mit dem typischen Vorwettkampf – Gequatsche, bei dem man sich eigentlich nur gegenseitig aufzieht, um die eigene Nervosität zu überspielen;) Diese Momente in guter Gesellschaft machen auch einfach Spaß und gehören zu einem typischen Wettkampfwochenende dazu.

Doch jetzt zum Rennen an sich. Ich hatte Startnummer vier und zählte damit das erste Mal dieses Jahr zum erweiterten Favoritenkreis. Es ist zwar nur eine Nummer, aber ich verspürte dadurch auch mehr Druck von Außen als sonst. Zum Verständnis: Die Nummern bilden die Rangfolge der Athleten in der Weltrangliste ab. Ich war also der Viertbestplatzierte im Ranking der am Samstag am Start war. Das Rennen ging über die olympische Distanz und auch wenn ich mir hauptsächlich einen versöhnlichen Saisonabschluss vorgenommen hatte, wollte ich doch insgeheim das Podium angreifen.

Das Start war zunächst einmal ziemlich ruppig und der Wellengang erleichterte die Orientierung im großen Starterfeld nicht gerade. Nach der ersten von zwei Schwimmrunden, befand ich mich im vorderen Drittel, sah aber dass sich ganz Vorne niemand lösen konnte. Ich machte auf der zweiten Runde ein paar Plätze gut und stieg in einer guten Ausgangslage (20sek Rückstand auf Position eins) aus dem Wasser.

Auf der ersten von sechs Radrunden konnte ich die Lücke nach Vorne gleich schließen, nahm dabei aber auch einige andere Athleten mit nach Vorne. So fand ich mich in einer 21 Mann starken Spitzengruppe wieder und versuchte zwar das Tempo hochzuhalten, gleichzeitig aber auch nicht zu viel zu investieren. in Runde drei und vier konnte ich mich mich ein paar Mal vom Hauptfeld lösen, wurde aber nach ein paar Kilometern immer wieder eingeholt. Danach entschied ich mich aufs Laufen zu warten und auch wenn ich mich nicht endgültig lösen konnte, hatte es einigen Athleten Kräfte gekostet meine Attacken wieder zu neutralisieren. In der letzten Runde attackierte dann ein Niederländer, aber ich entschied mich dagegen, alleine nachzufahren und hielt es für nicht sehr sinnvoll, gerade unmittelbar vor dem anstehenden 10km Lauf noch einmal so hart zu fahren.

Ich stieg als dritter vom Rad und hatte eigentlich die perfekte Ausgangslage, ganz Vorne mit auf die Laufstrecke zu gehen. Dann passierte mir etwas, was ich davor noch nie erlebt hatte. Ich blieb mit meinem Fuß beim Anziehen des rechten Schuhs hängen und musste ihn mit viel Kraft nach vorne in den Schuh drücken. Das löste, warum auch immer, einen ziemlich starken Krampf im rechten Oberschenkel aus, was es nicht gerade einfacher machte den linken Schuh anzuziehen 😉 Der Krampf löste sich zwar beim Loslaufen wieder, aber ich lief dadurch als Letzter aus der Wechselzone was mich enorm ärgerte. Meine Beine fühlten sich aber sehr gut an und nach dem ersten Kilometer hatte ich die meisten Athleten wieder überholt und lief an Position fünf, mit einem Rückstand von ca. fünf Sekunden, zu Platz zwei bis vier. Der Niederländer war immer noch alleine an der Spitze.

Nach meinem schnellen Anlaufen merkte ich, dass ich es zu dem Trio vor mir (mit dabei die Favoriten Anthony Pujades & David Castro) nicht ganz schaffen würde und nahm etwas Tempo raus. Ich fand aber einen guten Schritt und schon nach einer Runde musste der Brite bei Pujades und Castro abreißen lassen und ich arbeitete mich an Position vier vor. In der zweiten Runde holten die beiden den Niederländer ein und vor mir bildete sich wieder ein Trio. Ich lief jetzt ca. zehn Sekunden dahinter, verlor kaum, aber kam auch nicht näher. Ich blieb die ganze Zeit fokussiert und war mir sicher, dass der Niederländer auch noch abreißen lassen würde. Ich wollte unbedingt diesen dritten Platz! Mitte der dritten Runde trat dann genau das ein und Anfang der vierten Runde stellte ich den Kontakt zu Platz drei her. Ich lief aber nicht viel schneller und reihte mich erst einmal hinter dem Niederländer ein und nutze den Windschatten um mich etwas zu erholen. ich hatte ihn auch etwas unterschätzt, denn bei Kilometer acht beschleunigte er zwei-, dreimal und versuchte mich loszuwerden. Auch vor dem Wendepunkt hielt er dagegen und ließ mich nicht vorbei. Ich beschloss es auf einen Zielsprint ankommen zu lassen, aber testete ihn noch einmal ca. 400 Meter vor dem Ziel. Dieses Mal erhöhte ich das Tempo deutlich und er hielt nur kurz dagegen und musste mich dann aber vorbeilassen. Ich biss auf die Zähne und hielt das Tempo weiter hoch und merkte wie ich mich lösen konnte! Platz eins und zwei hatte ich dabei die Ganze Zeit im Blick und kam auch hier nochmal näher, aber am Ende fehlten hier doch ein paar Sekunden um noch weiter vorne zu landen. Kurz vor dem Ziel nahm ich dann etwas Tempo raus um den Zieleinlauf zu genießen! Der Niederländer kam zehn Sekunden danach ins Ziel und hatte mir wirklich einen guten Kampf geliefert.

Abschließend lässt sich sagen, dass ich sehr zufrieden mit dem letzten Rennen der Saison bin und dass der dritte Platz am Abend auch mit ein paar Bier gut gefeiert wurde;) In den nächsten Tagen lasse ich die Saison erst einmal sacken und genieße die Saisonpause so gut es geht (hier beim Bundeswehrlehrgang in Warendorf). Die Tage wird auf jeden Fall auch ein Podcast zum Wochenende rauskommen, den ihr euch gerne anhören könnt.

Bis dahin… Over and Out

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Runners High in Barcelona

Schnell und undankbar. Diese zwei Worte fallen mir direkt ein, wenn ich an den Europacup am vergangenen Sonntag denke. Schnell daher, da es beim Sprintrennen in Barcelona von Anfang an direkt zur Sache ging und vor allem der Kurs ein unglaublich schnelles Rennen ermöglichte. Undankbar, da es auf diesem Niveau einfach sehr viele schnelle Läufer gibt und nur Sekunden den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage bedeuten.

Das ganze Set up des Wettkampfes war zunächst einmal sehr angenehm und entspannt. Zwar bot die Uferpromenade von Barcelona keine sehr malerische Szenerie, sondern eher triste und graue Häuserfronten, dafür war aber die Stimmung unter den Athleten umso angenehmer und fast schon ausgelassen. Man merkte auf jeden Fall, dass es für viele das letzte Rennen der Saison und das letzte Hindernis für die lang erwartete Offseason war. Die Urlaubsstimmung lag definitiv in der Luft. Für mich bestand die Schwierigkeit eher darin, den Switch von der Trainingslagerstimmung aus Girona, zu einer richtigen Wettkampfstimmung vor Ort hinzubekommen. Wenn man hier einfach so ohne Spannung an der Startlinie steht und sich nicht selbst ordentlich pusht, hat man auf den umkämpften ersten Metern eigentlich schon verloren.

Durch den kurzen Weg, reisten wir erst am Samstag morgen aus Girona an und verbrachten auch nicht viel Zeit mit den Streckenbesichtigungen. Das Meer war so unruhig, dass es einen nur müde machte zu schwimmen und viel Gefühl baut man hier im Salzwasser sowieso nicht auf. Auch der Radkurs war ziemlich stupide an der Küste entlang und nicht einmal die Wendepunkte waren kritisch, sondern wurden durch eine doppelte 90 Grad Kurve entschärft. Die Zeichen standen vor dem Rennen also eigentlich alle auf einer schnellen Laufentscheidung. Bei so einem flachen Kurs ist es immer schwer für Spitzengruppen durchzukommen, da die Verfolger die Ausreißer immer vor Augen haben und durch den Windschatten, ab einer bestimmten Distanz angesogen werden. Allerdings waren ein paar Athleten am Start, die das Rennen entscheidend beeinflussen konnten (z.B. Jonas Breinlinger aka Tyler oder Dylan McCullough). Diese Athleten haben vor allem eine sehr gute Schwimm/ Rad Kombo und versuchen eigentlich immer von Anfang eine kleine Spitzengruppe zu etablieren. Ihre Chancen für eine vordere Platzierung stehen so einfach deutlich besser, als wenn es auf eine Laufentscheidung mit allen Athleten ankommt.

Mir geht es da natürlich genauso und die Startliste war vor allem mit sehr guten Läufern besetzt. Daher war mein Ziel auch, wenn möglich ganz vorne aus dem Wasser zu kommen und am Rad auch gleich zur Führungsarbeit beitragen zu können und nicht erst viel Energie in eine Aufholjagd zu verschwenden.

Doch jetzt zum Rennen: die erwartete Laufentscheidung blieb aus… naja fast zumindest. Mit meinem Schwimmen bin ich relativ zufrieden, aber ich verlor am Rückweg im hohen Wellengang etwas die Orientierung und machte unnötige Meter. Ich kam ca. an 20ter Position aus dem Wasser mit 18sek Rückstand auf die Spitze. Doch das waren ein paar Sekunden zu viel. Irgendwo vor mir ging die Lücke am Anfang des Radfahrens auf und als ich mich vorgearbeitet hatte, sah ich ca. 100 Meter vor mir eine 12-köpfige Spitzengruppe. Der Nachteil an so einem technisch einfachen und flachen Kurs ist die gesamte Geschwindigkeit des Rennens. Man sieht als Verfolger zwar die Führenden vor sich, kann aber aufgrund der bereits hohen Geschwindigkeit wenig Unterschied machen. Die erste Runde fuhr ich einen 47km/h Schnitt und verlor zwar nicht auf die Führenden aber konnte eben auch keine Sekunden gut machen. Vorne waren auch genau die üblichen Verdächtigen und waren sich einig, dass sie vorne auch weiter unter sich bleiben wollten 😉 Als dann noch die dritte Radgruppe zu meiner bereits großen Gruppe aufschloss, wurde es fast unmöglich, gut zusammenzuarbeiten und der Vorsprung der Ausreißer wuchs bis auf 35sek an.

Daher beschloss ich ab Kilometer 10, mich taktisch klug zu verhalten und möglichst viele Körner fürs laufen zu sparen. Ich positionierte mich auch bei der Anfahrt auf die Wechselzone gut und stieg als Erster vom Rad. Schon auf den ersten Laufmetern fühlte ich mich sehr gut und reihte mich hinter den ersten Läufern auf meiner Gruppe ein und fokussierte mich einfach nur auf den Athleten vor mir.

Das Tempo war wie immer zu Beginn des Laufens sehr hoch, aber dieses Mal konnte ich meinen Schritt gut finden und fühlte mich nicht direkt komplett am Anschlag. Ich merkte aber dass wir sehr schnell unterwegs waren und beim ersten Wendepunkt hatten wir den Rückstand auf die langsameren Läufer aus der Spitzengruppe bereits halbiert. Auch meine Gruppe dünnte sich immer mehr aus und nach einer von zwei Laufrunden waren wir noch acht von anfangs über 40 Athleten. Ich merkte richtig wie ich mich im Windschatten etwas erholen konnte und blieb immer an Position drei bis vier um möglichst viel Energie zu sparen. Bei Kilometer drei verschärfte dann ein Spanier abrupt das Tempo und ich musste kurz Zeit richtig auf die Zähne beißen. Motivierte mich aber mit dem Gedanken, dass es einfacher war in der Gruppe als alleine zu laufen und konnte den Kontakt wieder herstellen. Danach überholten wir noch ein zwei weitere Athleten und ich lag jetzt an Position 14. Auf den letzten Metern ging mir dann aber doch etwas die Luft aus und ich konnte nicht mehr mit um die Top 10 sprinten und lief zufrieden ins Ziel.

Am Ende stand eine Laufzeit von 14:38min und ein 14ter Platz in der Ergebnisliste. Vor dem Rennen hätte ich mir diese Zeit niemals zugetraut und auch wenn ich beim Schwimmen mein Ziel nicht ganz erreicht habe, macht das der sehr gute Lauf wieder wett und ich kann definitiv Selbstvertrauen für die letzten Rennen der Saison mitnehmen.

Gerade sitze ich am Flughafen in Barcelona und warte auf meinen Flug nach Mallorca. Das nächste Rennen findet am Samstag statt und wird definitiv ein Abenteuer: Challenge Peguera über die Mitteldistanz. Mal sehen was mich hier erwarten wird!

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Bundesligafinale in Saarbrücken

Bundesligarennen sind immer richtig cool. Vor allem dieses Jahr wurden hier ein paar neue und erfrischende Formate ausprobiert, die auch mir als Athlet sehr viel Spaß gemacht haben. Das Rennen am vergangenen Samstag war ebenfalls ein besonderes Format: Jedes Team stellte vier Athleten an den Start. Die ersten drei Athleten mussten zunächst nacheinander 600m im Becken schwimmen und warteten anschließend vor der Wechselzone auf den vierten Athleten. Der Schlussschwimmer der Staffel musste dann nach 650m direkt aus dem Wasser zum Rad laufen und zusammen mit den wartenden Athleten aus seinem Team auf die Radstrecke gehen. Rangefahren wurden 20km, wobei Windschatten fahren im Team erlaubt, aber zusammen mit anderen Teams verboten war. Zum Abschluss wurden dann noch fünf Kilometer auf einer welligen Strecke gelaufen und im Ziel zählte die Zeit des dritten Athleten. Man durfte also einen Athleten im Laufe des Rennens “verlieren”.

Das Optimum wären also vier sehr starke – und in den Disziplinen – ausgeglichene Athleten, die sich gegenseitig in der Führung abwechseln können und so möglichst schnell das Ziel erreichen würden. Vor allem durfte aber kein Athlet eine starke Schwäche im Schwimmen haben, da die Schwimmstrecke mit addiert 2450m, überproportional lang war (im Verhältnis zum Radfahren und Laufen). In unserem Fall hatten wir vier sehr unterschiedliche Athletentypen, die sich aber in einem Teamrennen sehr gut ergänzen konnten. Ich zähle mal kurz unsere Aufstellung in Startreihenfolge auf:

  1. Timo Hackenjos: sehr guter Schwimmer, übergibt vermutlich in Führung; kann auf dem Rad das Backup machen und als großer Athlet unserem kleinen Franzosen Arnaud viel Windschatten geben 😉 hat im Laufen wahrscheinlich nicht ganz die schnellen Beine um mitzulaufen aber kann bis zum Radabstieg möglichst viel Arbeit übernehmen und uns einen Vorteil im Schwimmen verschaffen
  2. Ich: guter Schwimmer; versuche den Vorsprung von Timo zu halten und an Eric zu übergeben; kann erholt aufs Rad steigen und hier viel arbeiten; wenn nötig Arnaud im Laufen schieben
  3. Eric Diener: Schwimmt etwas schwächer als ich aber wird nicht entscheidend viel im Wasser verlieren; ebenfalls stark auf dem Rad und kann sich mit mir in der Führung abwechseln; hat im Laufen auch keine Schwierigkeiten mitzulaufen oder mal Arnaud zu schieben
  4. Arnaud des Boscs: ähnlich wie Timo sehr guter Schwimmer; muss aber direkt aufs Rad steigen und dann versuchen dranzubleiben; hatte im Laufen eine verletzungsbedingte Pause, kann aber auch gut laufen

Wir rechneten vor dem Wettkampf unsere Chancen durch und kamen im Optimalfall auf Rang drei, da Buschhütten das Team Saar auf jeden Fall stärker einzuschätzen waren, aber auch das Team aus Süßen und Darmstadt eine gute Mannschaft am Start hatten. Ich persönlich hatte aber einfach nur mega Bock auf den Wettkampf und vor allem die Radstrecke sah vor dem Rennen mit zwei Anstiegen pro Runde und vielen technischen Passagen sehr vielversprechend aus.

Langer Vorbericht, kurzer Rennbericht. Unser Plan ging auf! Im Schwimmen hatte ich zwar nicht so gute Arme wie erhofft, aber wir kamen zusammen mit Buschhütten und Darmstadt, aber bereits 25sek hinter Team Saar aus dem Wasser. Auf dem Rad fühlte ich mich dafür richtig gut und wechselte mit ca. 50/50 mit Eric ab und wir konnten Darmstadt distanzieren und an den Vorjahressiegern aus Buschhütten dranbleiben. ich merkte allerdings schon, dass Arnaud hier ganz schön zu kämpfen hatte und musste hier dosiert um die Kurven und in die Anstiege fahren, um ihn hier nicht zu verlieren.

Saarbruecken, Deutschland – August 28: Henseleit Simon (42), Eric Diener (43), hep Team NSU, Triathlon Bundesliga 2021 in Saarbruecken. (Photo by JoKleindl)

Team Saar spielte hier voll seinen Heimvorteil aus und fuhr neben der reinen Wattleistung, vor allem auch die technischen Passagen richtig stark. Wir stiegen zusammen mit Buschhütten ca. 55sek hinter den Führenden aus dem Saarland vom Rad und gingen nun auf die Laufstrecke.

Saarbruecken, Deutschland – August 28: Simon Henseleit (42), Eric Diener (43), Arnaud Des Boscs (44), Timo Hackenjos (41), hep Team NSU, Triathlon Bundesliga 2021 in Saarbruecken. (Photo by JoKleindl)

Timo konnte am Anfang unserem Tempo leider nicht mehr ganz folgen, aber Arnaud hielt sich mit ein bisschen Anschieben gut. Wir hatten auch nicht den riesigen Stress, denn wir hatten uns auf dem Rad gut absetzen können und vor dem vierten Team aus Süßen ca. 1min Vorsprung. Ziemlich geärgert hat mich aber dann doch die 10sek Zeitstrafe die wir wegen “Blockig” auf dem Rad bekommen haben und beim Laufen absitzen mussten. Fast schon typisch für ein solches Rennen mit Windschattenverbot. Hier muss ich aber wirklich unsere Unschuld beteuern, denn Buschhütten hat uns in der zweiten Runde an einem sehr ungünstigen Zeitpunkt überholt (Am Ende des Uniberges vor einer Abfahrt mit ein paar Kurven) und nur zwei von vier Athleten kamen an unserer Gruppe vor der Kurve vorbei. Das legten die Kampfrichter so aus, als hätten wir nicht alle überholen lassen, aber dafür war einfach zu wenig Platz vor der Kurve… aber halb so schlimm, hat uns keine Platzierung gekostet und mir eigentlich auch wenig ausgemacht.

Saarbruecken, Deutschland – August 28: Simon Henseleit (42), Eric Diener (43), Arnaud Des Boscs (44), hep Team NSU, Triathlon Bundesliga 2021 in Saarbruecken. (Photo by JoKleindl)
Saarbruecken, Deutschland – August 28: Simon Henseleit (42), Eric Diener (43), Arnaud Des Boscs (44), hep Team NSU, Triathlon Bundesliga 2021 in Saarbruecken. (Photo by JoKleindl)

Am Ende landeten wir also auf Platz drei und konnten uns in der Saisongesamtwertung noch auf Rang vier vorarbeiten. Ein Bonus war noch mein zweiter Platz in der Einzel-Gesamtwertung der Bundesliga, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet hatte!

Saarbruecken, Deutschland – August 28: Simon Henseleit, Lasse Nygaard Priester, Jannik Schaufler, Triathlon Bundesliga 2021 in Saarbruecken. (Photo by JoKleindl)

Ein gelungener Abschluss also für das letzte Rennen der Bundesliga!

Diese Woche steht dann vor allem wieder etwas Grundlagentraining an und am Wochenende bin ich mit meinem Hauptsponsor “hep” bei der Challenge Roth als Zuschauer unterwegs. Also mal etwas Zeit um nach den letzten Wochen in Kanada und dem direkt folgenden Rennen in Saarbrücken etwas runterzukommen und sich mental zu erholen…

Bis nächste Woche!

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U23 WM Edmonton

Neun Tage Kanada, drei Tage Quarantäne, meine erste olympische Distanz im ITU Bereich und mein zweiter 10. Platz bei einer Weltmeisterschaft.

Das erste Mal, dass ich bei einer WM gestartet bin war vor knapp zwei Jahren, in Lausanne in der Schweiz. Wenn man das Rennen von damals, mit dem jetzigen WM – Rennen vergleicht, sieht man ganz gut wie unterschiedlich ein Triathlon auf der Kurzdistanz ablaufen kann. Bei den Junioren wird die WM immer über die Sprintdistanz ausgetragen, ab der U23 gehts auf der olympischen Distanz zur Sache. Vor zwei Jahren fuhr das gesamte Feld auf dem Rad zusammen und ich ging zusammen mit rund 40 Mann auf die Laufstrecke. Hier war die erste Runde enorm taktisch und keiner traute sich das Tempo zu machen und erst in der zweiten und letzten Laufrunde wurde das Rennen richtig schnell. Am Samstag war ich vom Start, bis Kilometer 20 auf dem Rad komplett am Anschlag!

Schon vor dem Wettkampf am Samstag war klar, dass das Schwimmen enorm schnell werden würde, da einige der schnellsten Schwimmer ( auch im Vergleich zur Elite ) am Start waren. Für mich bedeutete das, schnell anzuschwimmen, mich anschließend taktisch klug zu verhalten und im Wasserschatten vorne mitzuschwimmen. Der Kurs bestand aus zwei Runden a 750m, mit einem kurzen Landgang als Unterbrechung. Ich erwischte einen guten Start und konnte mich gleich vor der ersten Boje vorne etablieren. Danach ging es ordentlich zur Sache, da es einfach sehr viele schnelle Schwimmer gab und es sich vorne überhaupt nicht separierte. Was normalerweise in der Mitte des Feldes passierte, war hier einfach aufgrund der hohen Leistungsdichte ganz vorne der Fall: Es wurde sie mich eng um die Bojen herum und wir bremsten uns alle eher gegenseitig aus, als dass wir voneinander profitierten. Am Ende der ersten Runde stieg ich ungefähr an Position 15 aus dem Wasser, allerdings mit Kontakt zur Spitze und vielleicht mit fünf bis zehn Sekunden Rückstand. Alles nach Plan soweit. 

Was mir aber dann wichtige Sekunden kostete war der Landgang vor der zweiten Schwimmrunde. Als ich wieder ins Wasser sprang, schoss mir richtig das Laktat in die Arme und ich musste ein paar Meter rausnehmen, um wieder meinen Rhythmus zu finden. Danach schwamm ich wieder gut im Feld mit und stieg mit 22 Sekunden Rückstand aus dem Wasser, ohne komplett am Anschlag zu sein. Als ich in die Wechselzone lief konnte ich die ersten Jungs noch aufs Rad springen sehen und war eigentlich zuversichtlich, dass ich die wenigen Sekunden Rückstand schnell zufahren könnte.

Schwimmausstieg // Quelle: Tommy Zaferes

Ich fuhr dementsprechend hart an und sammelte ein paar Athleten von vorne ein aber sah gleich, dass die Spitzengruppe sich vorne schnell organisiert hatte und gut zusammenarbeitete. Nach dem längeren Anstieg auf der ersten von sechs Runden, blickte ich mich um und hatte nur noch vier Leute am Hinterrad. Einer davon hatte leider einen richtig schlechten Tag und konnte keinen Führungsanteil übernehmen. Die restlichen drei und ich versuchten mit allen Mitteln die Lücke nach vorne zu schließen. Es waren nur 20sek Rückstand und die 11 Mann starke Führungsgruppe schien zum Greifen nahe, aber auf der langen Abfahrt und den Geraden die leicht bergab gingen, verloren wir gegen die gut zusammenarbeitende, größere Gruppe einfach immer wieder Zeit. Hinter uns fuhren zwei weitere Radgruppen, welche auch immer mehr Zeit auf uns verloren, aber nach drei Runden musste ich etwas rausnehmen. Die Jungs in meiner Gruppe waren auch schon ziemlich platt und jeder wusste, dass wir nicht mehr zur Führungsgruppe aufschließen würden. Das war das erste Mal, dass ich mich etwas erholen und verpflegen konnte. Nach den Gels hatte ich auch wieder deutlich mehr Energie und war langsam zuversichtlich auch den abschließenden 10km Lauf zu überleben. 

Ende der zweiten Radrunde // Quelle: Tommy Zaferes

Ich stieg mit einem Rückstand von 1:10min auf die Spitze vom Rad und motivierte mich mit dem Gedanken, dass es auch für die vorderen Athleten auf dem Rad hart gewesen sein musste und 10km sehr lang sein können. Ich lief kontrolliert aber zügig los und fand einen guten Rhythmus. Es war ziemlich windig auf der Strecke und zwei Jungs aus meiner Gruppe liefen in meinem Windschatten mit. Wir verloren zwar etwas auf Rang eins bis vier auf der ersten Laufrunde, liefen aber schneller als der Rest des Feldes. Nach fünf Kilometern konnte ich die ersten Athleten aus der vorderen Gruppe sehen und der Ungar und Japaner lösten mich in der Führung ab und ich konnte mich im Windschatten etwas erholen. Es war faszinierend zu sehen, wie viel mir der Windschatten gebracht hat und ich konnte meine Atmung deutlich runterbringen und mich voll auf meinen Laufschritt konzentrieren.

Kilometer 1/10 // Quelle: Tommy Zaferes

Nach 6,5km übernahm ich wieder die Führung und wir wir überholten den ersten Athleten aus der Spitzengruppe. Ich lag nun an Position elf, die zwei Jungs immer noch im Nacken. Als ich auf die letzte Laufrunde ging, hatten wir noch 15sek Rückstand zum Neuseeländer, der auf Platz 10 lag und ich fokussierte mich nur darauf, diese Lücke langsam zu schließen. Am Wendepunkt hinten, hatte ich den Rückstand nochmal halbiert und wusste, dass es sehr knapp werden würde wenn ich das gleiche Tempo einfach nur weiterlaufen würde. Gleichzeitig musste ich aber auch noch die Jungs in meinem Windschatten loswerden. Ich erhöhte langsam das Tempo, aber die beiden konnten noch mitgehen. Ich nahm wieder etwas heraus um zu sehen, ob sie die Luft hatten vorbeizugehen aber es folgte keine Attacke und ich war mir relativ sicher, dass ich der Stärkste in unseren kleinen Duell war. Bei ungefähr einem Kilometer to go, entschloss ich mich all in zu gehen. Wir hatten den Neuseeländer immer noch nicht eingeholt, denn der gab hetzt auch noch einmal alles, um die Top 10 zu verteidigen. Meine Tempoverschärfung zeigte aber Wirkung und ich wurde den Ungar los und schloss die Lücke nach vorne. Die letzten 200 Meter waren entscheidend, denn hier wurde die Strecke nach einer 90 Grad Kurve kurzzeitig sehr schmal und öffnete sich erst nach einer weiteren 90 Grad Kurve zur Zielgeraden hin. Bereits vor dem Rennen hatten wir besprochen (im Falle eines Zielsprints) vor der ersten Kurve zu attackieren und die Entscheidung von vorne zu versuchen. Es ging zwar nicht um das Podium, aber mir gibt ein Zielsprint immer noch einmal enorm viel Motivation, um noch einmal alles zu mobilisieren und den Sprint zu gewinnen!

Für Ruhm und Ehre

Am Ende war es also Platz 10 und den nehme ich für diesen Tag gerne! Im Schwimmen hat es einfach nicht ganz gereicht und auf dem Rad fehlte mir das gewisse Etwas um vielleicht die Lücke alleine zufahren zu können. Mit dem abschließenden Lauf bin ich aber top zufrieden und auf diesem Niveau in den Top 10 zu landen macht mich auf jeden Fall stolz. Finanziell hat sich das Ganze allerdings nicht wirklich gelohnt, da das U23 Grand Final kein Preisgeld gibt 🙁 sonderlich viel Weltcup Punkte gibt es auch nicht… bleibt nur die gewonnene Erfahrung und natürlich Ruhm und Ehre was auch sonst?!

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U23 WM Edmonton

Hier in Kanada ist es gerade noch Montag, bei euch wahrscheinlich schon Dienstag Nacht bis dieser Blog online geht;) Letzte Woche war einfach mal wieder so viel los, dass ich nicht zum Blockschreiben gekommen bin! Deshalb jetzt hier die Zusammenfassung der letzten zwei Wochen:

Part 1: Bundesliga Nürnberg

Es kommt mir vor wie eine Ewigkeit, aber das Heimrennen in Nürnberg war tatsächlich erst letzte Woche! Die Strecke und die Atmosphäre war richtig gut und seit langem hat sich ein Wettkampf mal wieder so richtig nach Triathlon angefühlt. Zuschauer, Anfeuerungsrufe auf der gesamten Strecke und – was natürlich auch zu einem typischen Triathlon gehört – dass nicht alles nach Plan läuft…

Aber alles der Reihe nach: der Start lief nicht ganz optimal und ich wurde nach ein paar Zügen an der Schulter zurückgezogen (nicht mit Absicht aber der Schwimmer neben mir hat mich einfach bei seinem Zug voll erwischt und nach hinten gedrückt). Ich hatte aber richtig gute Arme und konnte mich wieder nach vorne arbeiten und vor allem am Rückweg noch die Lücke zu ein paar Athleten schließen, die sich vom Feld abgesetzt hatten.

Der Whörder See war mit 16,5 Grad relativ kalt, daher galt Neoprenpflicht // Quelle: Theo Bettin

Durch einen guten Wechsel und einer schnellen ersten Runde konnte ich mit zwei weiteren Jungs zur vier-köpfigen Spitzengruppe aufschließen. Ich investierte hier sehr viel und versuchte das Tempo in unserer Gruppe hochzuhalten. Leider konnten nicht alle Athleten mitarbeiten und so verloren wir langsam aber stetig unseren 15-sekündigen Vorsprung auf die 20 Mann große Verfolgergruppe.

Wendepunkt nach einer von fünf Runden // Quelle: Theo Bettin

Am Ende der vierten Radrunde gab es den Gruppenzusammenschluss. Ich wollte hier auf keinen Fall Positionen verlieren und fuhr weiter vorne. Bis zum Abstieg investierte ich so zwar einiges mehr, konnte aber als Zweiter in die Wechselzone laufen und so – eigentlich – etwas Vorsprung mit auf die Laufstrecke nehmen. Ich verschätzte mich aber ordentlich und war kurz vor meinem Wechselplatz noch viel zu schnell für den nassen Teppich. Als ich dann abbremste zog es mir einfach die Füße weg und ich landete mit voller Wucht auf den Speichen meines Vorderrads.

Das wars mit der guten Ausgangsposition 😉 // Quelle: Triathlon-Bundesliga

Meinem Oberschenkel ging’s zum Glück ganz gut, aber die Carbonspeichen meines Vorderrads sind leider gebrochen… An letzter Position ging ich mit ordentlich Wut im Bauch auf die Laufstrecke. Die erste Kilometer ging es an der Pegnitz entlang bergab Richtung Hauptmarkt und ich versuchte sehr schnell anzulaufen und die verlorenen Plätze wieder gutzumachen. Ich arbeitete mich auch kontinuierlich nach vorne, aber auf Position acht liegend musste ich dann doch etwas rausnehmen und mich wieder etwas erholen. Hier war die Aufholjagd dann eigentlich auch zu Ende und ich kam nicht mehr näher an die Führenden heran. Somit lief ich am Ende auf Platz acht, einigermaßen zufrieden ins Ziel.

Kein optimales Rennen aber eine gute Vorbereitung für die anstehende WM // Quelle: Triathlon-Bundesliga

Ich hoffe auf jeden Fall, dass die Bundesliga nächstes Jahr wieder nach Nürnberg kommt und sich langfristig als Rennen etabliert und den Kurzdistanz Triathlon hier in der Region etwas bekannter macht. Das Feedback war durchweg positiv und auch von den Athleten hab ich nur Gutes gehört. Es sollte dem nächsten Jahr also nichts im Weg stehen;)

Part 2: Edmonton

Jetzt aber zu der aktuellen Situation! Gerade befinde ich mich meinen zweiten Tag in Quarantäne in Edmonton. Nicht schlimm, alles so geplant 😉 die dreitägige strenge Zimmerquarantäne ist von der ITU (international Triathlon Union) so eingeplant um jegliche Risiken einer Infektion mit COVID zu minimieren. Anschließend sind wir allerdings auch nicht wirklich frei, sondern werden nur für unsere Trainingseinheiten zum Wettkampfgelände geshuttelt und anschließend wieder ins Hotel gebracht. Nicht schön, aber in den aktuellen Zeiten einfach notwendig. Ich komme aber eigentlich ganz gut damit klar und bin viel auf der Rolle, simuliere das Schwimmen mit Zugseil und Athletikübungen und freu mich dann umso mehr auf den Wettkampf am Sonntag.

Den heutigen Tag teile ich in den Stories auf Social Media also wer interessiert ist, kann hier gerne mal reinschauen. Für Details, meine Ambitionen für Samstag und sonnige Insights geht dann am Donnerstag ein neuer Podcast online!

Ansonsten euch noch eine erfolgreiche, erholsame oder einfach auch nur schöne Woche!

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Heimrennen Bundesliga Nürnberg

Zurück aus der kurzen Blogpause 😉 Letzte Woche gab es einfach nicht viel zu berichten und ich wollte hier niemanden mit meinem Alltag langweilen. Das Training lief auf jeden Fall sehr gut und ich habe nach einer ruhigen Woche nach den Wettkämpfen in Tiszaujvaros, wieder gut in den Rhythmus gefunden.

Quelle: 1. Triathlon Bundesliga

Diese Woche gehts aber wieder rund! Das Heimrennen der 1. Bundesliga in Nürnberg steht an und ich freue mich schon, hier auf bekannten Straßen – mit hoffentlich vielen bekannten Gesichtern am Streckenrand – an den Start zu gehen. Geschwommen wird im Whörder See, Radfahren geht Richtung Süden und das Highlight ist die Laufstrecke ins Stadtzentrum mit Zieleinlauf am Hauptmarkt. Scharfer Start ist am Sonntag um 12 Uhr mittag.

blau: Schwimmen / grün: Rad / rot: Lauf // Quelle: 1. Triathlon Bundesliga

Vor allem auf das Radfahren bin ich sehr gespannt, da die Strecke mit einigen Kurven, insgesamt fünf Runden und auf ein paar Wendepunkten, technisch anspruchsvoller ist als auf den ersten Blick. Der Favorit Buschhütten hat auf jeden Fall fünf starke Schwimmer aufgestellt und pokert darauf, dass eine kleine Spitzengruppe am Rad durchkommen wird. Mein Ziel ist es, da auf jeden Fall dabei zu sein und das Radfahren möglichst schnell zu gestalten. Falls das gesamte Feld am Rad zusammenfährt (was bei Bundesligarennen auch schon häufiger der Fall war) kann ich mich aber hoffentlich auf meine aktuell gute Laufform verlassen 😉

Eine direkte Kampfansage kann ich aber noch nicht rausgeben, da ich erstmal abwarten muss wie frisch ich ins Rennen gehen werde. Höhepunkt ist ganz klar die U23 WM in Edmonton am 22.08. und daher mache ich den Wettkampf am Sonntag noch komplett aus dem Training heraus. Das hat bei mir schon öfter ganz gut geklappt, aber diese Woche wird wirklich sehr umfangreich und auch intensiv.

Also mal sehen was der Sonntag bringt! Ich würde mich auf jeden Fall über jeden Supporter an der Strecke freuen und da Triathlon eine Outdoorsportart ist und das Wettkampfgelände sehr weitläufig ist, bieten sich ja auch genügend Möglichkeiten, coronafreundlich zuzuschauen.

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U23 WM Quali!

Was für ein Wochenende! Zwei Sprintdistanzen innerhalb von 25h, beide Male über 34 Grad und ein Ticket für die U23 Weltmeisterschaft in Kanada… Tizzy hat mal wieder nicht enttäuscht!

Gerade bin ich ganz schön geschlaucht und auf dem Rückweg von Ungarn. Ich bin bereits gute fünf Stunden Auto gefahren und Rico übernimmt gerade die zweite Schicht und bringt uns hoffentlich innerhalb der nächsten fünf Stunden sicher nach Nürnberg. Je weiter wir Richtung Heimat kommen, desto kälter und nasser wird es. Aber zum ersten Mal seit den letzten Wochen freue ich mich über die Abkühlung. Als wir am Donnerstag in Ungarn ankamen, hatte es schwüle 30 Grad und am Samstag und Sonntag jeweils über 34 Grad. Sogar der Tümpel in dem wir geschwommen sind, hatte mit 30 Grad eher Badewannen- als Schwimmbad-Atmosphäre.

Jetzt aber zu den Rennen: Samstag stand das Semifinale an. Hier ging mein Plan voll auf und ich befand mich nach einem schnellen Schwimmen in einer achtköpfigen Spitzengruppe am Rad.

Schwimmausstieg Halbfinale, die Brille ist mir durch einem Ellebogenschlag 30m nach dem Start gebrochen. War zwar nicht so angenehm aber zum Glück erwischte ich die erste Radgruppe gerade noch so // Quelle: Triathlon Klub Tiszaujvaros

Da sich die ersten neun Athleten direkt für das Finale am nächsten Tag qualifizierten, hatten wir alle dasselbe Ziel und arbeiteten sehr gut auf dem Rad zusammen. Ich fühlte mich auch richtig gut, übernahm immer etwas längere Anteile in der Führung und organisierte die Gruppe zusammen mit einem Athleten von den Bermudas. (Drei Athleten waren schon ziemlich am Anschlag und konnten keine Führung übernehmen und wir schickten sie ans Ende der Gruppe, damit sie den Fluss unserer kleinen Ausreißergruppe nicht stören konnten. Mir war es sogar Recht, dass wir diese drei ins Finale mitzogen. Dadurch kamen weniger laufstarke Athleten, die in der Verfolgergruppe saßen, unter die Top 9 und somit ins Finale).

Unsere kleine aber effektive Gruppe aus dem Halbfinale // Quelle: Triathlon Klub Tiszaujvaros

Wir stiegen mit 50 Sekunden Vorsprung vom Rad und ich konnte kontrolliert und ohne große Anstrengung zu Ende laufen. Am Ende qualifizierte ich mich mit Platz vier fürs Finale und musst nicht zu viel investieren. Die Hitze spürte ich trotzdem schon enorm und ich war froh über die vielen Wasserstationen auf der Laufstrecke.

Finalqualifikation – Erstes Ziel somit erreicht. Für Sonntag stand dann nicht nur das Finale des Europacups an, gleichzeitig wurde auch das letzte (von insgesamt zwei) Ticket(s) für die U23 WM in Edmonton (Kanada) vergeben. Insgesamt waren am Samstag acht deutsche Athleten am Start, von welchen sich – inklusive mir – vier für den nächsten Tag qualifizierten. Valentin Wernz, Chris Ziehmer und Eric Diener. Vale ist schon zu alt für den U23 Bereich, spielte also für unser kleines “Rennen im Rennen” um das Ticket keine Rolle. Ich stellte mich schon am Samstag darauf ein, dass das Rennen am Sonntag komplett anders verlaufen würde als die Semifinals. Einerseits war die Rad- und Laufstrecke anders (mit jeweils acht Runden auf dem Rad und vier im Laufen deutlich zuschauerfreundlicher und spannender als im Halbfinale) und andererseits war die Konkurrenz nun deutlich höher.

Direkt vor dem Rennen war ich auch ziemlich angespannt, da der Schwimmstart in Tizzy sehr hektisch und vor allem auch rennentscheidend ist. Es werden drei Runden a 250m geschwommen. Das bedeutet die erste Boje kommt sehr früh und es gibt sehr viele Richtungsänderungen. Die Position die man an der ersten Boje hat, ist also schon die halbe Miete und wenn man danach immer ganz innen an den Bojen schwimmt, spart man sich enorm viel Weg. Im Umkehrschluss kann das aber auch bedeuten, dass man auf der restlichen Schwimmstrecke kaum Positionen gutmachen kann…

Gleiche Nummer (11) aber neue Brille // Quelle: PeterSportsPics

Im Vergleich zum Vortag kam ich hier nicht perfekt weg und war zwar im vorderen Drittel an der ersten Boje aber wurde dann an der zweiten Boje einmal so stark nach unten gedrückt, dass ich eine gefühlte Ewigkeit unter Wasser war und nur mit einem Brustzug wieder nach oben kam. Hier verlor ich einige Positionen und fing mich danach auch nicht wirklich wieder. Ich beschloss bewusst nicht zu viel zu investieren und einfach den Kontakt zur großen Gruppe zu halten. Ich stieg dann auch fast ganz hinten, aber mit Kontakt zur Gruppe aus dem Wasser und hatte auf jeden Fall einige Körner gespart. Nach einer kurzen Aufholjagd auf dem Rad befand ich mich auch in der Radgruppe und nur zwei Athleten waren gute 15 Sekunden vorne weg. Drei Runden lang hielt ich mich ganz hinten auf, beobachtete die Gruppendynamik, kühlte und verpflege mich etwas und testete aus wie schnell man die Kurven und Kreisverkehre durchfahren konnte.

In der fünften Runde arbeitete ich mich in der Gruppe vor und versuchte von da an meine Radstärke auszuspielen und das Radfahren für die Anderen schwer zu machen. Ich fuhr die technischen Passagen enorm schnell und hielt die Geschwindigkeit auf den Geraden hoch. ich ließ mich nie weiter als an Position vier zurückfallen und versuchte eine paar andere Athleten zu animieren ebenfalls gut mitzuarbeiten. Wir holten daraufhin schnell zu den zwei Ausreißern auf und vor der letzten Runde attackierte ich aus der Kurve heraus und sprang alleine zu den zwei nach Vorne. Es kostete zwar schon einige Körner aber mir waren es die paar Sekunden Vorsprung wert und ich ging nach einem guten Wechsel als erster auf die Laufstrecke. Die abschließenden fünf Kilometer waren zwar enorm zäh, aber ich merkte, dass jeder um mich herum mit der Hitze zu kämpfen hatten und nach zwei von vier Runden lief ich immer noch an Position fünf. In der dritten Runde hatte ich mal ein kurzes Tief und wurde von drei Athleten überholt. ich fing mich aber wieder und quälte mich weiter das Tempo zu halten. Auf der Zielgeraden litt ich zwar schon ganz schön aber versuchte noch einmal alles herauszuholen und gewann auch tatsächlich noch den Zielsprint gegen die zwei Athleten vor mir.

Platz sechs und bester Deutscher am Ende! Dass es dann natürlich auch noch für die Qualifikation für Edmonton gereicht hat macht es umso besser. Sicher kein perfektes Rennen, vor allem mit dem wirklich schlechten Schwimmen, aber die From ist definitiv da und ich bin enorm happy mit dem Ausgang des Rennens!

Mal sehen wie es weitergeht und ob ich noch spontan ein Trainingslager im Hinblick auf die WM einlege, aber allzu viel Vorbereitungszeit gibt es nicht mehr. Am 08.08 steht dann schon das Bundesligarennen in Nürnberg an und am 14.08. werden wir schon nach Kanada fliegen.

Euch allen eine schöne Woche!

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Acht Tage Schwarzwald

Gerade befinde ich mich im Schwarzwald, genauer gesagt in der Casa Männer in Zell im Wiesental. Magnus war so nett und hat ein paar Jungs aus Nürnberg und mich zu sich nach Hause eingeladen – ein mini Trainingslager sozusagen. Dementsprechend kurz wird der heutige Beitrag, da die Tage ganz schön vollgepackt mit Training sind!

Fokus ist hier ganz klar das Radfahren, da man hier in der Gegend einfach die traumhaft schönen und langen Anstiege ausnutzen muss! Die ersten paar Tage waren auch ein ganz schöner Schock für’s System, da es nach zehn Minuten im Flachen, meistens direkt bergauf geht. Und zwar nicht so wie in Nürnberg, sondern auch meistens länger als 30 Minuten. Der Anfang ist mit den müden Beinen vom Vortag zwar meistens ziemlich zäh, aber nach ein paar Minuten findet man seinen Rhythmus. Vor allem der gestrige Anstieg über 50 Minuten und 800 Höhenmetern hat richtig Spaß gemacht und hatte definitiv etwas meditatives an sich!

Diese Woche stehen aber auch wieder schnellere Einheiten auf dem Trainingsplan, denn das nächste wichtige Rennen ist schon in zwei Wochen. Am Wochenende vom 17. und 18.06. wird in Ungarn, im Rahmen eines Europacups, das letzte Ticket für die U23 WM in Edmonton vergeben. Das ist auf jeden Fall das größte Ziel in dieser Saison und ich hoffe, ich kann den Aufwärtstrend der letzten Rennen mitnehmen und mir in Ungarn das Ticket sichern!

Bis dahin genieße ich aber noch die Zeit hier im Schwarzwald, sammle ein paar Kilometer auf dem Rad und versuche, auch der Laufform noch den letzten Schliff zu verpassen. Für die letzte wichtige Einheit am Wochenende geht’s aber dann schon wieder zurück nach Nürnberg, damit die unter den Augen von Coach Roland auch perfekt läuft 😉

Bis nächste Woche!

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Bundesligaspektakel in Potsdam

Was für ein Wochenende in Potsdam! Ein super cooles und spannendes Rennformat und endlich kann hier auch mal zufrieden über ein Rennwochenende berichten. Dritter Platz im Einzel und ebenfalls ein dritter Platz im Team, bei einer heiß umkämpften Staffel!

zusammen mit den Jungs vom hep Team in Führung liegend nach dem Einzelrennen // Quelle: Theo Bettin

Zweite Impfung check

Nach meiner zweiten Impfung am Dienstag, beschlossen Roland und ich dieses Mal vorsichtiger mit dem Training zu sein und bis Freitag komplett Ruhe zu geben. Das war definitiv die richtige Entscheidung und nach dem Ausbleiben jeglicher Nebenwirkungen und drei Tage Trainingspause, fühlte ich mich am Freitag so frisch und erholt wie schon lange nicht mehr! Perfekt für die zwei kurzen und schnellen Rennformate am Sonntag in der 1. Bundesliga. Der Umgang mit Impfungen wird uns wahrscheinlich alle in der nächsten Zeit weiter begleiten und hier haben wir jetzt wichtige Erfahrungswerte gesammelt. Ein paar Tagen Ruhe und erste Intensitäten im Training nach knapp fünf Tagen, haben bei mir jedenfalls sehr gut funktioniert

Erstes Bundesliga Podium

Das erste Mal diese Saison hatte ich so richtig Lust auf den Wettkampf! Das Gefühl war gut und die Rennformate versprachen Spannung pur. Los ging’s mit dem Einzelrennen am Sonntag Vormittag. 250m Schwimmen, 2,8km Radfahren und 1,1km Laufen im Einzelstart mit Windschattenverbot. Ich startetet als sechster Athlet ins Rennen (jeweils 30sek Startabstand zwischen jedem Athleten). Bei diesen ultrakurzen Strecken durfte man sich keinen Fehler erlauben und musste von Anfang bis Ende enorm aufs Tempo drücken. Der Radkurs war außerdem technisch sehr anspruchsvoll, was mir definitiv in die Karten spielte. Am Ende erlaubte ich mir zwar zwei kleinere Fehler bei den Wechseln, kam aber ansonsten sehr gut durch und landete im Ziel knapp hinter Lasse Lührs und Lasse Priester auf Rang drei. Da wusste ich noch nicht ganz was meine Zeit wert war, aber von den folgenden 60 Athleten konnte mich keiner mehr vom Podium stoßen. Das Rennen war Stress pur, denn man musste sich die ganze Zeit am oberen Limit bewegen, durfte aber auch nicht zu viel investieren um nicht hochzugehen. Meinen Teamkollegen vom hep Team Neckarsulm gelang dies ebenfalls gut und so führten wir nach Addition unserer vier Einzelzeiten, das Rennen knapp vor dem Favoriten Buschhütten an!

Voller Fokus auf den bevorstehenden Wendepunkt // Quelle: Jörg Elias

Jetzt hieß es taktieren. Wir hatten nur drei Sekunden Vorsprung auf Platz zwei (Buschhütten) und weitere zwölf Sekunden auf Rang drei (Team Saar). In der kommenden Team Relay (250m S/ 5,6km R/ 1,1km L) mussten wir die bestmögliche Aufstellung finden, um das Podium oder sogar den Sieg zu verteidigen. Nur die vier Athleten, die am Vormittag im Einzel gestartet waren, durften jetzt in der Relay starten. Also kein Ersatz oder Tausch erlaubt. Entscheidend auch: Hier war jetzt das Windschattenfahren erlaubt, somit also wichtig für Aufstellung, an welchen Positionen sich Gruppen bilden könnten. Wir entschieden und für folgende Taktik:

  • Position 1: Eric Diener / kann sich von Buschhütten im Wasser überholen lassen und dann am Rad zusammenarbeiten und mit Kontakt zur Spitze übergeben
  • Position 2: Jan Diener / kann wenn nötig kleine Lücken nach vorne im Wasser schließen und ebenfalls mit Buschhütten zusammenarbeiten
  • Position 3: Ich / Plan war ein aggressives Rennen von Anfang an zu machen und wenn möglich eine Lücke herauszufahren
  • Position 4: Arnaud Des Boscs / Starker Schwimmer und Läufer, der in einer Laufentscheidung seine stärken hat, aber auch einen Vorsprung ins Ziel retten könnte

Die Relay

Die Stimmung vor der Staffel war schon sehr cool. Vor allem die Teamleiter der anderen Teams motivierten uns noch einmal, denn beim Kampf David (wir) gegen Goliath (Buschhütten) ist natürlich David der Sympathieträger. Wir wussten, dass das eine enorme Aufgabe werden würde, aber wir wollten einen guten Kampf liefern. Und unsere Taktik ging nahezu perfekt auf. Eric übergab an Jan mit knapp drei Sekunden Rückstand auf Buschhütten und hielt das Team Saar auf Distanz, Jan schloss im Wasser auf und übergab wiederum an mich mit zwei Sekunden Rückstand auf Buschhütten. ich konnte gleich im Wasser an Felix Duschampt vorbeischwimmen und mich auch etwas lösen und mit ein paar Sekunden Vorsprung aufs Rad springen. Hier fuhr ich die erste Runde am Anschlag um Buschhütten weiter zu distanzieren. Felix Duschampt wurde daraufhin auch von Gregor Pate vom Team Saar überholt und abgehängt. In der zweiten Runde konnte ich auch den Vorsprung auf Gregor ein paar Sekunden vergrößern und stieg mit 15sek Vorsprung vom Rad. Beim Laufen hatte ich schon ziemlich schwere Beine, pushte mich aber immer weiter und übergab an unseren vierten Mann mit 22sek Vorsprung auf Buschhütten und Team Saar, die zusammen abklatschten.

Ausstieg bei der Relay // Quelle: Theo Bettin

Arnaud hatte jetzt den schwersten Job. Alleine gegen Lasse Lührs und Lasse Priester, die von Anfang an zusammenarbeiten konnten und natürlich auch erstmal die Lücke schließen wollten, bevor sie sich gegenseitig bekämpften. Leider gelang Ihnen auch der Zusammenschluss auf den letzten Metern am Rad und die drei gingen gemeinsam auf die Laufstrecke. Natürlich für alle Zuschauer mega spannend, aber wir hätten gerne ein paar Sekunden Polster gehabt… Die beiden Lasses taktierten beim abschließenden Lauf auch nicht lange und leider konnte Arnaud dem hohen Tempo nicht ganz folgen. Mit Platz drei sind wir trotzdem sehr zufrieden und ich denke wir haben das bestmögliche herausgeholt und am Ende verdient verloren;) bzw. Platz drei gewonnen!

Ein echt cooler Sonntag und hoffentlich gibt es solche Formate in der Bundesliga öfter! Super spannend für alle Beteiligten und vor allem übersichtlich für die Zuschauer. Das erste Team im Ziel, gewinnt auch den Wettkamp (keine Rechnerei mit Platzziffern). Ich persönlich nehme auch einige positive Dinge mit und blicke zuversichtlich auf die zweite Saisonhälte. Heute fahre ich noch nach Zell im Wiesental für ein 10-tägiges Trainingslager mit Magnus Männer, Rico Bogen, Thomas Ott und Fred Funk.

Bis nächste Woche!

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Rückblick EM Kitzbühel

Die letzten fünf Tage in Kitzbühel gingen vorbei wie im Flug! Vor allem die letzten drei Tage waren vollgepackt mit Rennaction und einigen Gänsehaut-Momenten, aber auch totaler Niedergeschlagenheit und völliger Erschöpfung. Hier meine Eindrücke von der EM:

Anreisetag war Mittwoch, der 16. Juni im Camper von Roland, zusammen mit Franca und Anabel. Dieses Jahr hatten wir bis jetzt wirklich Glück und konnten immer entspannt mit dem Auto zu den Wettkämpfen reisen. Flüge sind zwar oft kürzer, aber trotzdem immer mit mehr Stress und organisatorischem Aufwand verbunden. Daher finde ich eine Anreise mit dem Auto – neben den ökologischen Gründen natürlich – immer deutlich praktischer. Am Abend bin ich dann noch mit ein paar anderen Jungs und Mädels aus dem deutschen Team, eine lockere Runde um den See gejoggt.

Der Donnerstag war dann wie immer, der große “Streckencheck-Tag”. Kleines Frühstück und danach 40min auf der 4km langen Radrunde, um sich mit dem Anstieg und vor allem dem U-Turn nach der kurzen Abfahrt vertraut zu machen.

Entspanntes Pedalieren mit dem einzig wahren Henry Graf // Quelle: Tom Meyer

Danach wieder zurück ins Hotel, um möglichst wenig Zeit in der heißen Sonne zu verbringen und für das Rennen frisch zu bleiben. Am Nachmittag ging es dann mit dem gesamten Team wieder zum See und zum Streckencheck im Wasser. Am Wettkampfvortag reichen mir meistens 1500m mit ein paar Sprints, um ein gutes Gefühl mitzunehmen und aktiviert für den nächsten Tag zu sein.

Ich muss auch wirklich sagen, dass die Stimmung im Team richtig gut war! Triathlon ist nunmal ein Einzelsport und auch wenn wir sonst über die verschiedenen Stützpunkte im Land verteilt trainieren und wir in den Wettkämpfen Konkurrenten sind, kam dieses Wochenende definitiv ein Gefühl der Gemeinschaft und starken Teams auf! Auch mein eigenes Gefühl war für die kommenden Rennen sehr positiv. Das Niveau in der Elite ist zur Zeit einfach richtig hoch und ich wusste, dass es nicht leicht werden würde, mich für das A Finale zu qualifizieren (Anforderung: Top 9 in meinem Semifinale).

Am Freitag morgen stand nur noch eine kleine Laufaktivierung (15min mit zwei Steigerungen am Ende) auf dem Programm und dann hieß es nur noch warten… Mein Start war um 16:25 Uhr. Genau wie vorhergesagt war es drückend heiß und sogar der See hatte 26 Grad. Trotzdem war das Einschwimmen eine willkommene Abkühlung und ich fühlte mich bereit für die bevorstehende Aufgabe.

Ich erwischte einen guten Start, konnte mich zwar nicht vom Feld lösen, aber fand einen guten Rhythmus und kam unbehelligt um die beiden Bojen. Am Rückweg fand ich auch einen guten Wasserschatten bei dem ich bis zum Ende mitschwimmen konnte. Trotzdem kostete das Schwimmen schon enorm viel Kraft und ich musste sehr viel investieren, um meine Position zu halten (Position 14). Die ersten Meter auf dem Rad wurden ziemlich hart gefahren, aber durch die kurze Schwimmstrecke separierte sich das Feld kaum und nach einer von vier Runden, fand ich mich in einer 16-köpfigen Spitzengruppe wieder. Bei dieser Gruppengröße ist das Radfahren immer sehr chaotisch, da der Kurs zu eng und technisch, für eine geordnete Zusammenarbeit war. Dadurch wurde der Anstieg und die Antritte nach den Kurven sehr hart gefahren und auf den längeren Wegen dazwischen nicht wirklich Druck gemacht. Leider fühlte ich mich genau wie in Berlin kraftlos und immer gleich im roten Bereich, wenn ich mal länger in der Führung fuhr. Auch die Anfahrt auf die Wechselzone war sehr hektisch und ziemlich gefährlich und ich schaffte es zum Glück als Erster abzusteigen und mit einem passablen Wechsel, an Position vier auf die Laufstrecke zu gehen. Das Tempo war von Anfang an enorm hoch (1. Km in 3:02min trotz einem Anstieg und einem kurzen steilen Bergabstück auf Schotter). Nach einer Runde lief ich auf Position sieben, mit knapp 10sek Rückstand auf die Spitze und versuchte meinen Rhythmus zu finden. Von da an war es einfach nur noch unglaublich hart und ich war komplett am Anschlag. Ich merkte zwar wie ich langsamer wurde, konnte aber nicht mehr mobilisieren und musste mich am Ende mit Platz 11 begnügen. Im Ziel übergab ich mich erstmal mehrmals und konnte längere Zeit nicht aufstehen weil meine Hüftbeuger auf beiden Seiten krampften und ich komplett erschöpft war.

Erst eine Stunde später konnte ich wieder etwas klarer denken und war natürlich komplett niedergeschlagen, da ich die Finalqualifikation verpasst und ich für mich wieder keine zufrieden stellende Leistung zeigen konnte. In solchen Momenten bricht einfach alles für einen zusammen und man stellt alles in Frage… auch wenn es bei mir wahrscheinlich aktuell nur an ein paar Kleinigkeiten hakt. Trotzdem mache ich diese Woche mal einen größeren Check (Blutbild etc.) um abzuklären ob es einen klaren Grund für mein schlechtes Gefühl in den letzten Wochen gibt.

Irgendwie schaffte ich es dann mich noch einmal halbwegs zu motivieren um am Samstag im B Finale an der Startlinie zu stehen! Obwohl es mir wirklich schlecht ging und ich im Halbfinale am Freitag gelitten habe wie selten zuvor, war es für mich komischerweise keine Option nicht an den Start zu gehen. Immerhin ist es eine Europameisterschaft und viele Topathleten und auch einige Olympiakandidaten hatten es nicht ins A Finale geschafft. Ich wollte auch einen versöhnlichen Abschluss für das Wochenende finden und einfach mal wieder etwas Selbstvertrauen für die nächsten Wettkämpfe mitnehmen. Das gelang mir dann den Umständen entsprechend auch! Schwimmen und Radfahren lief ähnlich wie am Vortag ab (dieses Mal einen 20 Mann Gruppe am Rad) aber ich lief bewusst etwas kontrollierter los. Mit der Laufzeit, die ich dann hinlegte, hätte ich mich am Vortag auch locker fürs Finale qualifiziert. Aber das brachte mir in dem Moment wenig… am Ende konnte ich noch einen Zielsprint gewinnen und lief als Vierter ins Ziel. Insgesamt also 32. bei der EM und 13. in der U23 Wertung.

Natürlich hatte ich mir mehr erhofft, muss aber jetzt das mitnehmen was es geworden ist und es das nächste Mal besser machen… Der Sport ist auf diesem Niveau einfach knallhart und neben den Höhen muss es einfach auch die Tiefen geben. Jetzt lege ich auf jeden Fall die Beine hoch und erhole mich erst einmal komplett und analysiere noch zusammen mit meinem Team, was wir das nächste Mal besser machen können und woran es aktuell hakt. Am Sonntag starte ich in Potsdam beim zweiten Bundesligarennen der Saison, das wird dann der erste Reiz nach meiner ruhigen Woche. Mal sehen ob das funktioniert, aber ich bin optimistisch!

Bis nächste Woche

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Die Finals Berlin: Ein Drama in fünf Akten

Die Deutschen Meisterschaften sind Geschichte und der erste Saisonhöhepunkt hinterlässt bei mir – neben ein paar positiven Aspekten – vor allem einige Fragezeichen. In der Jahresplanung war Berlin ganz klar das erste große Ziel. So wie vor zwei Jahren hatte die Elite DM große Bedeutung. Fast alle deutschen Top-Athleten waren an der Startlinie und das öffentliche Fernsehen gab dem Ganzen eine große Bühne. Für mich persönlich endete der Tag mit einer großen Enttäuschung.

Fist-bump mit Maggi Männer nach dem Einschwimmen // Quelle: Petko Beier

Akt 1: Das Schwimmen

Showtime // Quelle: Petko Beier

Wie zu erwarten, war das “Schwimmen” in erster Linie pures Chaos und Prügelei. Nach einem schlechten Start landete ich mitten im Feld, fühlte mich aber auch total kraftlos und konnte mich nicht freischwimmen. Vor allem an den ersten zwei Bojen habe ich einige Ellbogen abbekommen und legte den ein oder anderen, unfreiwilligen Tauchgang ein. Das erste Mal in meinem Leben musste ich Brust um eine Boje Schwimmen, weil um mich herum nur noch Körper waren und ich keinen einzigen Zug mehr machen konnte, kein schönes Erlebnis… Das liegt meiner Meinung nach aber weniger an mutwillig unfairen Verhalten der anderen Athleten, sondern vor allem an der Schwimmstreckengestaltung in Berlin.

  • Das Feld ist mit 90 Athleten ziemlich groß
  • Da ein Neoprenanzug erlaubt war, gehen kaum Lücken im Feld auf
  • Der See ist so flach, dass man die ersten ca. 80 Meter der Schwimmstrecke laufen kann
  • Dadurch separiert sich das Feld auf dem Weg zur ersten Boje kaum und es dort kommen viel zu viele Athleten gleichzeitig an

Nach der letzten Boje hatte ich dann plötzlich etwas Platz und konnte frei schwimmen. Hier arbeitete ich mich zumindest noch unter die ersten 25 Athleten nach vorne und stieg mit 20sek Rückstand aus dem Wasser.

Akt 2: Der erste Wechsel

Der Weg in die Wechselzone ist am Wannsee sehr speziell. Nach dem Schwimmen rennt man erst einmal 100 Meter durchs Wasser und über den Strand, anschließend rund 100 Treppenstufen nach oben und dann noch ca. 100 Meter bergauf zum Rad. Der Weg tat wie schon vor zwei Jahren enorm weh aber dieses Jahr musste ich mich enorm quälen und überwinden hier das Tempo hochzuhalten. Durch einen schnellen Wechsel verbesserte ich mich aber direkt um 10 Positionen und stieg knapp hinter der Spitze aufs Rad. Dafür das ich mein Rennen im Schwimmen schon fast abgeschrieben hätte, war diese Ausgangslage überraschend gut.

Akt 3: Das Radfahren

1. Bitburger 0,0% Triathlon Bundesliga Maenner Berlin, 1. Wettkampf, 06.06.2021

Normalerweise kann ich vor allem am Anfang des Radfahrens gleich gut Druck machen, aber gestern verlor ich sogar direkt ein paar Hinterräder und war froh, dass ich nicht komplett aus der Gruppe fiel. Ich konnte auch überhaupt keinen Beitrag zur Führungsarbeit leisten und fuhr nur im Windschatten mit. Das reichte mir völlig! Am Ende des Radfahrens versuchte ich mich dann noch einmal mental neu einzustellen und das schlechte Schwimmen und Radfahren möglichst zu vergessen.

Akt 4: Der zweite Wechsel

RUN! // Quelle: Petko Beier

Ich konzentrierte mich auf die Anfahrt zur Wechselzone und schaffte es auch als Erster vom Rad zu steigen. Wie im ersten Wechsel auch schaffte ich es hier eher durch Taktik als durch gute Leistung mich gut zu positionieren und ging an Position vier auf die Laufstrecke.

Akt 5: Der Lauf

Um ehrlich zu sein merkte ich auch hier gleich, dass das Tempo für mich viel zu hoch war aber ich versuchte trotzdem erst einmal bei den Führenden mitzulaufen. Die ersten 500 Meter fühlten sich so an, wie normalerweise die letzten 500 Meter im Triathlon und nach knapp einem Kilometer musste ich komplett rausnehmen um nicht zu kollabieren. Ich verlor direkt den Kontakt zur Spitze und konnte danach nicht schneller als 3:20min/km laufen. Selbst dieses Tempo fühlte sich hart an, aber so konnte ich mir zumindest vorstellen ins Ziel zu kommen. Nach drei Kilometer schloss ich zu Lasse Lührs auf, der auch einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte und lieferten uns so eine Art “Not gegen Elend” Duell. Zumindest das konnte ich am Ende noch gewinnen!

Zugabe

Mit dem 14. Platz bin ich am Ende noch mit einem blauen Auge davongekommen, da ich in der Spitzengruppe saß und wir mit 25sek Vorsprung auf die große Verfolgergruppe auf die Laufstrecke gingen. Ansonsten hätte es auch gleich ganz anders ausgesehen. Um ehrlich zu sein habe ich mich die ganze Woche schon ziemlich erschöpft und kraftlos gefühlt. Ich habe einfach gehofft, dass ich durch die Wettkampfanspannung und meine aktuelle, eigentlich sehr gute Form, meine Leistung abrufen könnte… leider war das nicht so und ich brauche jetzt erst einmal ein paar ruhigere Tage um wieder frisch zu werden. An was es genau liegt kann ich auch nicht genau sagen, aber auffällig ist, dass unsere gesamte Trainingsgruppe keine gute Leistung gezeigt hat und seit der ersten Impfung vor zwei Wochen, nicht mehr so richtig performen kann. Im Grundlagentraining und Alltag war das zwar kein Problem, aber vermutlich haben wir zu früh wieder mit der ersten harten Einheit begonnen. Bei der nächsten Impfung werde ich auf jeden Fall erst einmal länger die Beine hochlegen und nur ein bisschen Bewegungstherapie betreiben.

Nächste Woche stehen dann auch schon die Europameisterschaften an und ich hoffe, dass ich mich bis dahin wieder komplett erhole!

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Nächster Halt: Europacup Caorle

Yeehaa! Endlich ist es wieder so weit und die Triathlonsaison beginnt. Dieses Mal kein halbseidener Testwettkampf, sondern richtige Rennaction mit Massenstart und internationalen Konkurrenten. Dafür gehts ab nach bella Italia -genauer gesagt nach Caorle (in der Nähe von Venedig).

Die Vorbereitung

Ich habe ja versucht, euch ein bisschen bei meiner Vorbereitung auf diese Saison mitzunehmen und hoffe auch, dass an dieser Stelle zumindest ein paar Leute gespannt auf das kommende Wochenende blicken. Denn Trainingsergebnisse sind schön und gut, aber letztendlich zählt die Performance im Wettkampf. Hier geht es ehrlich Mann gegen Mann, (oder natürlich Frau gegen Frau;)) und hier muss man zeigen, für was man den Winter über gearbeitet hat. Meine Vorbereitung lief auch wirklich sehr gut und ich halte es hier jetzt schonmal schriftlich fest, dass bei mir Ausreden wie zum Beispiel Trainingsrückstand im Laufen, nicht zählen können. Natürlich wird sich erst am Samstag zeigen, ob ich mein Potential gleich im ersten Rennen abrufen kann oder ob ich enttäuscht wieder nach Hause fahren muss. Der erste Wettkampf ist einfach immer eine Gleichung mit sehr vielen Unbekannten, aber ich werde alles geben diese zu lösen;)

Start vom letzten harten Vorbereitungstraining am Samstag, nächste Woche gleiche Uhrzeit, nur dann hoffentlich mit ein paar weniger Schichten an der Startlinie // Bild: Tom Meyer

Das Rennen

Normalerweise melden sich für einen Elite Europacup um die 100 Athleten. Diejenigen mit den meisten Weltranglistenpunkten landen dann zuerst auf der Startliste und je nachdem wie groß das Starterfeld ist (meistens um die 65 Athleten) wird dann von vorne nach hinten aufgefüllt. So gehen am Ende natürlich auch einige Athleten leer aus. Meistens ändert sich die Startliste allerdings noch hunderte Male (durch Absagen von Athleten auf der Liste) und irgendwie landen dann auch immer Athleten mit sehr wenigen Punkten am Start. Schwerer wird es dann im Weltcup oder bei den WTCS (World Triathlon Championships Series) auf die Liste zu kommen. Wenn Continentalcups – zu denen auch der Europacup zählt, die dritte Liga wäre, könnte man den Weltcup als die zweite und die WTCS Rennen als die erste Liga des Triathlons bezeichnen. Hier gibt es einfach mehr Preisgeld und Punkte zu gewinnen und dadurch steigt die Leistungsdichte des Starterfeldes. Zurück zu meinem Wettkampf. Dadurch dass es letztes Jahr durch die Pandemie, insgesamt sehr wenige Wettkämpfe gab und außerdem keine Punkte vergeben wurden, will jetzt natürlich jeder an den Start und sich beweisen. So haben sich für den EC in Caorle um die 200 Männer gemeldet und die Leistungsdichte ähnelte anfangs eher einem Welt-, als einem Europacup. Dadurch war es für mich als junger Athlet mit sehr wenigen Punkten unmöglich, es aus eigener Kraft auf die Startliste zu schaffen und ich landetet zunächst auf der Warteliste. Zum Glück gibt es für solche Situationen eine Ausnahmeregelung die es ermöglicht, Athleten innerhalb der gleichen Nation zu “tauschen”. Das bedeutet konkret, dass die Deutsche Triathlon Union drei sehr gute Athleten gemeldet hat, die den Wettkampf aber gar nicht starten wollten. Die landeten natürlich auf der Liste und wurden dann gegen zwei weitere Nachwuchsathleten und mich eingetauscht.

Das bedeutet also, der EC in Caorle ist sehr gut besetzt, alle sind heiß sich zu beweisen und ich habe auch ein bisschen extra Druck, da ich den Startplatz vom Verband zugesprochen bekommen habe… Ich hoffe das war jetzt nicht zu langweilig, aber ich denke mal ganz interessant zu sehen, wie der Wettkampf für mich am Samstag so einzuordnen ist.

Das Fazit

Ich bin auf jeden Fall super heiß auf das Rennen und freue mich auch einfach, den Sport halbwegs normal ausüben zu können. Natürlich wird es keine Zuschauer geben und der Papieraufwand im Vorfeld des Rennens war auch schonmal weniger, aber das nehme ich gerne in Kauf! Aktuell weiß ich leider noch nicht ob es einen Livestream geben wird, aber der Startschuss fällt definitiv am Samstag um 16:00 Uhr und falls man das Rennen verfolgen kann, schreibe ich noch einen kurzen Beitrag dazu am Freitag.

Bis nächsten Montag und drückt mir die Daumen

Euer Simon

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Erste “Race Week” der Saison

Es ist endlich soweit und das monatelange Warten hat ein Ende: Das erste Rennen der Saison steht vor der Tür 😉 Nicht ganz ernst nehmen, natürlich bin ich heiß auf ein Rennen, aber so richtig Triathlon ist es dann am Wochenende doch noch nicht…

Dezentraler Kadertest (800m Swim + 5000m Lauf)

Im Frühjahr findet jedes Jahr eine Leistungsüberprüfung über 800m im Schwimmen und 5000m Laufen auf der Bahn statt. Teilnehmer sind meistens alle Nachwuchs- und Eliteathleten auf der Kurzdistanz in Deutschland. Der Test soll als Baseline für den Athleten selbst, aber auch als Vergleich zwischen den Athleten dienen. Offensichtlich fehlen hier ein paar wichtige Parameter wie Schwimmen im Freiwasser, das Radfahren und auch die Kombination Radfahren-Laufen, um den Test mit einem Triathlon zu vergleichen. Man sollte die Ergebnisse also für den weiteren Saisonverlauf nicht überbewerten. Es ist aber definitiv ein guter Indikator für die persönliche Entwicklung über die Jahre hinweg. Vor Corona hat der Wettkampf immer an einem zentralen Ort stattgefunden (Potsdam, Saarbrücken oder einmal auch schon in Nürnberg). Dieses Jahr wird er aber dezentral an den jeweiligen Bundesstützpunkten in Eigenregie durchgeführt. Man kann sich also leider nicht mit allen Athleten, sondern nur mit seiner eigenen Trainingsgruppe messen. Aber halb so schlimm, da wir inzwischen in Nürnberg einige konkurrenzfähige Athleten sind und uns sicher ein gutes Battle liefern werden!

Review 2016-2020

Dieses Jahr werde ich zum sechsten Mal am Test teilnehmen und ich habe mal ein bisschen in meiner Erinnerung gekramt. Die Zeiten stimmen höchstwahrscheinlich nicht auf die Sekunde, da es nie offizielle Ergebnislisten gibt, aber +/- 5sek ist denke ich alles korrekt. Zahlen konnte ich mir schon immer gut merken;)

  1. Potsdam 2016: Erstes Jahr Jugend A (16 Jahre alt), Swim: 9:29min & Run: 15:38min
  2. Potsdam 2017: 9:20min & 15:24min
  3. Saarbrücken 2018: 9:29min & im Laufen nicht gestartet (Verletzung)
  4. Nürnberg 2019: 9:31min & 15:40min (schlimmster Wettkampf meines Lebens, nach zwei Wochen ohne Training wegen Krankheit)
  5. Nürnberg 2020: 9:25min & 14:46min

In meinem nächsten Podcast, der hoffentlich noch vor Samstag rauskommt, gehe ich dann noch ein bisschen genauer auf die Hintergrundstories der Zeiten ein. Wen das also interessiert, sollte die nächste Folge der Muskelmeisterei nicht verpassen!

Auf jeden Fall hoffe ich am Samstag auf ein bisschen Wettkampf Feeling! Wahrscheinlicher ist es aber, dass sich der Test einfach wie ein hartes Training anfühlen wird. Dafür sind die Trainingsstätten einfach zu gewohnt und meine Konkurrenten, werden meine Kumpels sein, mit denen ich jeden Tag trainiere. Ich bin aber trotzdem mega gespannt was an dem Tag möglich sein wird und hoffe ich konnte euch auch ein bisschen heiß auf das Wochenende machen;)

Drückt mir die Daumen und habt einen guten Start in die Woche

Euer Simon

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