Ballern in Berlin

Wie schon 2019 und 2021 wurde die Deutsche Meisterschaft im Rahmen der “Finals” in Berlin ausgetragen. Das Ganze ist nicht nur wegen der Sendezeit im ZDF so besonders, sondern auch, weil es das einzige Rennen im Jahr ist, bei welchem ausnahmslos alle deutschen Athleten der Kurzdistanz am Start stehen. Hier wird also die interne Hackordnung der Saison festgelegt, aber vorne geht es eigentlich nur darum, wer das Rennen gewinnt. International geht es auf den Platzierungen dahinter auch noch um wertvolle Weltcup Punkte, aber hier gibt es außer der Ehre sonst wenig zu holen. Ich hatte daher auch eine klare Aufgabe für das Rennen…

Aktuell bin ich sicher noch nicht in der Lage, ein solches Rennen in einer Laufentscheidung zu gewinnen und so gab mir mein Coach die Aufgabe, am Ende des Radfahrens zu attackieren. Die Chance damit durchzukommen war ziemlich gering, aber wir wollten es auf jeden Fall probieren.

2. Stopp der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga am 25. bzw 26. Juni 2022 in Berlin © DTU/Petko Beier

Um ehrlich zu sein, fühlte ich mich vor dem Rennen nicht optimal. Mein Beamter Körper war müde und schon beim einlaufen hatte ich leichte Magenprobleme, was ich sonst gar nicht kannte. Ich versuchte aber das Ganze wegzuschieben und optimistisch zu bleiben. Manchmal fällt der Startschuss und durch das Adrenalin und die schnellen ersten Meter, wacht der Körper auf und es geht wie von allein.

2. Stopp der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga am 25. bzw 26. Juni 2022 in Berlin © DTU/Petko Beier

So ganz wollte der Körper dann gestern leider nicht aufwachen… Mein Start war nicht optimal und ich kam zusammen mit dem Hautfeld an der ersten Boje an. Hier ging es auch ganz schön unfair zur Sache und ich stand kurz Mal komplett auf der Stelle und wurde ziemlich lange unter Wasser gedrückt! Ich verstehe ja wenn man ausversehen mal jemanden an der Schulter beim Schwimmen erwischt und nach hinten drückt, aber am Anzug festhalten und am Kopf unter Wasser drücken muss echt nicht sein. Nachdem ich mich wieder etwas sortiert hatte, konnte ich mich am Rückweg frei schwimmen und noch etwas nach Vorne arbeiten. Durch einen schnellen ersten Wechsel befand ich mich dann auch gleich Vorne und musste nicht zu viel beim Anfahren investieren.

Auf dem Weg ihn die Stadt hinein versuchten vereinzelt Athleten wegzufahren, aber ich wollte erst bis zum letzten Berg abwarten. Kurz vorher verlor ich dann aber etwas die Ruhe und fuhr hinter einer Attacke von Jonas Schomburg, Henry Graf und Rico Bogen her. Mein Antritt war aber nicht hart genug und ich fuhr nicht alleine nach Vorne, sondern nahm die gesamte Gruppe mit… Sorry Jungs.

Nachdem wir aber dann auf der Runde um das Olympiastadion angekommen waren erhöhte ich das Tempo auf dem Kopfsteinpflaster und versuchte nach den Kurven alleine wegzufahren. Ich machte dadurch zwar allen die letzten Kilometer schwerer, aber so richtig konnte ich mich nie lösen. Das machte natürlich müde und auch wenn ich so als Erster auf die Laufstrecke ging, war dann nach einem Kilometer in der Spitzengruppe der Ofen aus. Mein Bauch machte mir beim Laufen auch von Anfang an Probleme und ich konnte nie richtig befreit laufen.

2. Stopp der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga am 25. bzw 26. Juni 2022 in Berlin © DTU/Petko Beier
2. Stopp der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga am 25. bzw 26. Juni 2022 in Berlin © DTU/Petko Beier

Nach einem ziemlich langsamen zweiten und dritten Kilometer fing ich mich allerdings wieder etwas und konnte das Tempo wieder erhöhen. Ich überholte noch drei Jungs und lief als 10ter Deutscher ins Ziel. In der U23 reichte es hinter Henry und Tim Hellwig noch für Platz drei und so war es zumindest ein solides Ergebnis. Ich hatte definitiv nicht den Tag um ganz vorne mitzumischen, aber die Beine wären sicher frischer gewesen, wenn ich mich beim Rad mehr zurückgehalten hätte. So hat es aber zumindest ziemlich Spaß gemacht und ich bin wieder um ein paar Erfahrungen reicher 😉

2. Stopp der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga am 25. bzw 26. Juni 2022 in Berlin © DTU/Petko Beier

Insgesamt bin ich gerade ziemlich platt und freue mich auf eine etwas ruhigere Woche. Nach sechs Rennen in drei Wochen (2x Sprint, 4x Supersprint) wird es aber mal wieder Zeit für eine solide Trainingsphase!

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