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Sportblog Simon Henseleit: Weltmeisterschaft Platz 10

Besser spät als nie! In letzter Zeit bin ich nicht zum Block schreiben gekommen, weil ich einfach zu viel unterwegs war. Nach der WM noch ein paar Tage Lausanne, dann den Rest der Woche nach Hause ins Allgäu und jetzt endlich wieder in Nürnberg. Der Alltag kann also wieder beginnen und ich bin echt froh darüber, wieder den normalen Trainingsrythmus aufzunehmen. Es stehen nämlich noch ein paar Rennen diese Saison an! Doch zuerst einmal zur Junioren WM in Lausanne vor zwei Wochen.

Wenn mir vor dem Rennen jemand mein späteres Ergebnis verraten hätte, wäre ich vermutlich sehr zufrieden gewesen und entspannt an den Start gegangen! Ich war sehr gut vorbereitet und das Training hätte in den letzten Wochen nicht besser laufen können. Auch beim Aufwärmen und Einschwimmen fühlte ich mich gut und stand mit wohl dosierter Anspannung auf dem Startpantoon, bereit ins Wasser zu springen. Ich erwischte einen guten Start und erreichte ohne viel Geprügel die erste Boje.

Hier verlor ich zwar ein paar Plätze weil ich an einer Schnur hängen blieb, sah aber bei meiner Orientierung nach vorne, dass ich noch Kontakt zur Spitze hatte. Ich stieg mit 23sek als 19. aus dem Wasser und konnte mit einem guten Wechsel und einer schnellen ersten Radrunde, den Kontakt zur Spitzengruppe herstellen. Soweit so gut. Ich wusste, dass die Radstrecke es in sich haben würde (vier Radrunden mit jeweils einem Berg) und als guter Radfahrer würde mir das normalerweise auch in die Karten spielen, aber bereits am ersten Berg merkte ich, dass ich heute nicht die besten Beine hatte und oben an der Kuppe, spürte ich das Laktat sogar bis in die Armen kribbeln!

Die folgenden drei Radrunden waren mehr als zäh und die erste Gruppe wuchs auf 44 Mann an. Bald war klar es würde mal wieder eine Laufentscheidung geben und nachdem ich auf dem Rad absolut nichts zu geben hatte, setzte ich auf einen guten Wechsel und hoffte auf schnellere Beine beim Laufen. Mir gelang es auch, mich vor der Wechselzone gut zu platzieren und als erster auf die Laufstrecke zu gehen. Doch leider war ich auch hier von Anfang an ziemlich müde und kraftlos. Ich versteckte mich so gut es ging in der Führungsgruppe, die bei dem enorm starken Feld bis zu Kilometer zwei, aus 15 Athleten bestand.

Dann wurde das Tempo allerdings vom späteren Sieger Ricardo Batista erhöht und die Gruppe zeriss! Ich konnte dem Tempo ebenfalls nicht mehr folgen und lief auf Position zwölf weiter. Ich wusste, wenn ich in die Top 10 kommen würde, würde ich mich für den Perspektivkader (zweithöchster Nationalkader nach Olympiakder) qualifizieren und hätte in den nächsten Jahren schonmal sicher eine Förderung der Sporthilfe.

Dadurch motiviert, kämpfte ich mich Platz für Platz nach vorne und kämpfte auf den Letzten Metern genau um diesen Platz 10! Zum Glück konnte ich am Ende noch einmal alle Kräfte mobilisieren und mein Ziel erreichen! Völlig erschöpft musste ich mich im Ziel dann auch übergeben und später im Hotel noch zweimal und am Abend merkte ich schon wie ich Halsweh und Schnupfen bekam… wahrscheinlich war ich beim Rennen also schon angeschlagen. Mit dem zehnten Platz bin ich aber trotzdem mehr als zufrieden auch wenn ich durch die Krankheit leider die Team Relay am Sonntag nicht starten konnte.

Jetzt stehen die letzten Rennen der Saison an, beginnend mit dem Kaiserstuhl-Triathlon am Sonntag bei Freiburg, anschließend der Super League in Jersey und zum Abschluss noch zwei Elite Europacups in Alanya und Funchal!

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Triathlonblog Simon Henseleit: Junioren Europacup Tiszaujvaros

Was für ein Wochenende! Nach ein paar ruhigen Tagen nach der Deutschen Junioren Meisterschaft, stand der nächste Wettkampf an – einer der berühmtesten und ältesten Triathlons der Welt. Auch wenn ich noch nicht den Elite Weltcup, sondern „nur“ den Junioren Europacup starten durfte, kann ich den Hype um das Rennen auf jeden Fall verstehen!

Los gings am Donnerstag mit dem Flugzeug von Nürnberg nach Budapest um 10:40 Uhr. Die Reise war ziemlich entspannt und mit insgesamt 5 Stunden inkl. Shuttle nach Tiszaujvaros, auch ziemlich kurz. Nach den standartmäßigen Streckenbesichtigungen und dem Wettkampf-Briefing am Freitag, stieg langsam auch die Anspannung. Das besondere in Tiszy ist, dass es am Samstag erst einmal die Halbfinalrunden gibt, bevor man ins Finale vorrücken darf. Dafür qualifizieren sich aus jedem der drei Semifinals die besten neun und die drei Zeitschnellsten, sodass 30 Athleten im Finale am Start stehen.

Aufgrund einer Unwetterwarnung wurde die Distanz dann unerwartet auf 250m Schwimmen, 6km Radfahren und 1,6km Laufen verkürzt. Dadurch erfolgte der Start aller fünf Startgruppen (3*Männer+2*Frauen) innerhalb einer halben Stunde, was für uns Athleten enormen Stress bedeutete. Ich befand mich in der zweit-letzten Startgruppe und rechnete mir gute Chancen auf das Finale aus. Kurz vor dem Start wurde der Himmel allerdings schon schwarz und der Donner kam immer näher. Doch dann ertönte schon das Startsignal und ich machte mir erst einmal keine Gedanken mehr über das Wetter, sondern das Rennen rückte in den Vordergrund. Ich konnte mich gleich vom Feld lösen und kam als Vierter aus dem Wasser. Auf dem Rad formierte sich schnell eine kleine Spitzengruppe und wir arbeiteten gut zusammen und fuhren einen kleinen Vorsprung auf die Verfolger heraus. Nach einem Kilometer auf dem Rad fing es aber so stark zu regnen und hageln an, dass man fast die Hand vor Augen nicht sehen konnte und wir äußerst vorsichtig fahren mussten. Unseren Vorsprung konnten wir aber ausbauen und so musste ich beim Laufen nicht viel investieren um Platz acht zu verteidigen und konnte meine Beine für den nächsten Tag schonen.

Die Distanz im Finale war auch kürzer als eine normale Sprintdistanz (500m/12km/3,5km), allerdings aus Tradition. Ich fühlte mich schon beim aufwärmen sehr gut und wusste, dass ich es in der Hand hatte, ein gutes Rennen abzuliefern. Das Schwimmen lief dann aber alles andere als gut und ich fand mich mitten im Geprügel an der ersten Boje wieder und verlor wertvolle Sekunden auf die Führenden. Auf der zweiten Schwimmrunde konnte ich dann noch ein paar Platze gutmachen und so kam ich mit 25sek Rückstand an Position 20 aus dem Wasser. Beim Wechsel und den ersten Radmetern konnte ich meine Stärke ausspielen und wieder aufholen. In der zweiten von fünf Runden gelang es mir dann, Kontakt zur Spitze herzustellen. Von da an hielt ich das Tempo hoch und konnte ein paar Athleten loswerden, bis wir uns schließlich nur noch zu acht in der ersten Gruppe befanden. Auf den letzten Metern fuhr ich dann eine Attacke und ging mit fünf Sekunden Vorsprung auf die Laufstrecke.

Ich fand schnell meinen Laufrythmus und verteidigte meinen kleinen Vorsprung bis ins Ziel! Mit dem Sieg bin ich mehr als zufrieden, da auch viele Athleten, gegen die ich bei der Junioren WM starten werde am Start standen und vor allem mit den Wattwerten und der Laufzeit, blicke ich zuversichtlich auf die Deutsche Elite Meisterschaft in Berlin, am 03./04. August.

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Es hat mich auch sehr für Chris Ziehmer gefreut, dass er den Sprint um den dritten Platz gewonnen hat und wir für Deutschland ordentlich abgeräumt haben!

Die nächsten zwei Wochen bin ich in Saarbrücken zur Vorbereitung auf die JWM und um nochmal Grundlagenkilometer zu sammeln. Danach stehen bereits wie erwähnt, die Finals in Berlin an. Diese könnt ihr sogar live im ARD/ZDF mitverfolgen! Also nicht verpassen!

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Triathlonblog Simon Henseleit: JEM Weert Platz 7!

Was für ein Wochenende! Wie angekündigt fanden am Samstag und Sonntag die Europameisterschaften der Junioren und Elite in Weert (NL) statt. Wir reisten bereits am Mittwoch an, um uns optimal auf die Rennen vorzubereiten. Der erste Programmpunkt war am Donnerstag: die bike und swim-familiarization. Hier besichtigen alle Starter zusammen die Strecken und der Anlass eignet sich auch immer hervorragend, sich mit den anderen Athleten zu unterhalten und auszutauschen.

Am Abend fand dann noch das Wettkampf breefing statt, in welchem alle Information über Zeitabläufe, Strecken oder sonstigen Besonderheiten des Rennens präsentiert wurden. Im Grunde ist es aber sowieso immer das Gleiche aber zum Glück gab es Donuts für alle ;-).

Am Freitag wurde es dann bereits ernst für unsere Mädels. Wie bei den Jungs hatten sich vier Athletinnen für das Rennen qualifiziert und ich legte mein Training so, dass ich das Juniorinnen- und Eliterennen mitverfolgen konnte. Meine Schwester erreichte hier einen starken achten Platz! Am Samstag stieg dann meine Anspannung im Laufe des Vormittags an, denn der Start war erst um 16:00 Uhr und es wurde immer heißer. Es war meine erste internationale Meisterschaft und so wusste ich noch nicht genau, wie meine Konkurrenten in Form waren und wie meine Chancen standen. Mein Ziel war es auf jeden Fall unter die Top10 zu laufen und mir ein Ticket für die JWM in Lausanne zu sichern.

Nachdem ich dann aber am Wettkampfort angekommen war und die übliche Vorbereitung (einchecken, Anzugcheck, einlaufen etc.) beendet hatte, konnte ich mich noch einmal entspannen und auf das bevorstende Rennen konzentrieren. Um 15:50 startete dann der line up und wir reihten uns der Startnummer nach am Strand in unseren Startboxen auf.

Als das Startsignal ertönte, war ich sofort unterwegs und konnte mich gleich zu Beginn an die Spitze des Feldes setzten. Das ganze Schwimmen über konnte ich mich aus dem Geprügel heraushalten und so kam ich an Position sechs, mit nur knapp fünf Sekunden Rückstand auf den ersten Athleten, aus dem Wasser.

Die folgende Radstrecken war komplett flach und nach den ersten Metern merkte ich schnell, dass keiner besonderes Interesse hatte, Führungsarbeit zu leisten und so kam es auf eine Laufentscheidung, mit dem Großteil des Feldes, an. Ich schonte mich ebenfalls auf dem Rad und versuchte mich vorne in der Gruppe aufzuhalten, um nicht in Stürzte verwickelt zu werden und setzte mich schließlich in der letzten Radrunde an die Spitze, um mir eine gute Ausgangslage für das Laufen zu verschaffen.

Der Wechsel in die Laufschuhe klappte auch hervorragend und so ging ich mit einem kleinen Vorsprung auf die restlichen ca. 50 Mann auf die Laufstrecke.

Das Laufen war in der Hitze brutal hart und die Franzosen und Portugiesen legten gleich ein hartes Tempo vor, welchem ich nicht ganz folgen konnte. Von Kilometer zwei bis vier lief ich dann an Position sieben und versuchte zum sechsten Platz Kontakt herzustellen.

Ich war bereits komplett am Anschlag und es war unglaublich hart das Tempo zu halten, doch ich schaffte es schließlich den Spanier zu überholen. Doch auf den letzten 200m hörte ich wie sich von hinten noch ein Russe immer näher an mich heranarbeitete und ich versuchte ihn in einem langen Zielsprint abzuhängen. Leider verlor ich diesen am Ende um ein paar Hundertstel und so verpasste ich mit einem siebten Platz die Perspektivkaderquali (ein Bundeskader unter Olympiakader) haarscharf!

Dennoch bin ich mehr als zufrieden mit meinem Rennen und schaffte als bester Deutscher auch die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Lausanne! Außerdem durfte ich durch meine Leistung, am Sonntag in der Team Relay starten und dort gelang uns ein unfassbar starkes Rennen! Der Blog dazu folgt in Kürze:)

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