Michelle Braun Triathlon-Blog: Semesterende und Bundesligasaison

Lange gab es nichts von mir zu hören doch jetzt melde ich mich mit guten Nachrichten zurück. Das dritte Semester ist für mich erfolgreich zu Ende gegangen und alle Prüfungen sind bestanden. Zudem habe ich seit April mein erstes Staatsexamen in der Tasche, das Vorphysikum, zugegeben auch das leichteste. Trotzdem hatte ich sehr viel zu lernen und viele Stunden Uni. Das dritte Semester ist eines mit dem meisten Uni Pflichtstunden (um die 37h) plus ca. alle 4 Wochen eine Prüfung. Das bedeutet jede freie Minute muss zum Lernen genutzt werden. Der Fokus lag in diesem Semster auf dem Präperierkurs und damit der topographischen Anatomie sowie dem Phantom 1 Kurs, einem zahntechnischen Kurs. Die Arbeiten im Kurs umfassten diesmal eine Brücke mit Kunststoffverblendung, mehrere Provisorien und das Präparieren von Kunststoffzähnen als Vorbereitung für Kronen oder Brücken. Zum ersten Mal ging es dafür in voller zahnmedizinischer Montour in die Klinik. Das „Opfer“ unserer ersten Versuche wurde „Herbert“- unser Phantomplastikkopf. Er war ein sehr dankbarer Patient, hielt immer brav den Mund offen und verzieh großzügig die Anfängerfehler. Nach einigen Zähnen hatte man dann den Dreh raus und es fing an Spaß zu machen. Vor der abschließenden praktischen Prüfung hatte ich dann allerdings doch ganz schön Bammel, doch dank meiner guten Assistentin Kathi, die mich immer überzeugte, dass ich eine ordentliche Leistung ablieferte, ging alles glatt und ich konnte einen weiteren Haken setzten. Im Studium arbeitet man meist in zweier Teams, ein Student arbeitet und einer assistiert. Auf dem Foto sind also Kathi und ich bei einer von Herberts vielen Behandlungen zu sehen.

Doch nicht nur das dritte Semester ging im Frühjahr wieder los, auch die Bundesligasaison 2019. Da ich mein Training auf Grund des Studiums stark zurück fahren musste (von ca. 23h auf 9h), musste ich auch meine Erwartungen an meine Leistungsfähigkeit anpassen. Es ist nicht leicht zu akzeptieren das man nun nicht mehr so gut sein wird, wie man es unter normalen Trainingsbedingungen wäre und man muss sich selbst immer daran erinnern, das man diese Entscheidung bewusst getroffen hat. Doch ich wollte trotz meiner Umstände mein Team, TuS Neukölln Berlin, dieses Jahr in der ersten Bundesliga unterstützen und so gehe ich alle vier Rennen an den Start. Drei sind bereits Geschichte, Kraichgau, Düsseldorf und Tübingen. Bei allen drei Reannen konnte ich solide Leistungen bringen, mit denen ich, den Umständen entsprechend, zufrieden bin. In Kraichgau wurde es für mich Platz 20, da hatte ich noch gute Trainingsreserven, weil das Semester noch nicht so weit fortgeschritten war. Mit zunehmendem Prüfungsstress, hieß es für mich sogar auch am Wettkampftag für die Uni zu lernen. Das hilft zumindest gegen die Vorstartnervosität, jedoch nicht umbedingt für konzentrierte Stoffaufnahme. Das spiegelte sich auch in meinen Leistungen wieder, Platz 22 und 25, mit denen ich immernoch sehr zufrieden bin. Das letzte Rennen der Bundesligasaison findet dieses Jahr im Rahmen der „Finals“ in Berlin statt. Ein Wochenende ganz im Zeichen des Deutschen Spitzensports, mit Deutschen Meisterschaften in 10 Sportarten. Mit dabei sind Leichtathletik, Schwimmen und neben Triathlon noch viele weitere spannende Sportarten. Das Rennen wird am Samstag den 03.08 um 10:15 live in der ARD übertragen. Ich freue mich, Teil dieses Großereignisses zu sein und hoffe eine möglichst gute Leistung zeigen zu können, denn für meinen Verein ist das schließlich das Heimrennen. Ich würde mich freuen wenn einige zusehen und nach der Nummer 18 Ausschau halten werden.

Suche nach Konzentration trotz Prüfungsstress in Düsseldorf, Foto: Joerg Schueler

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