Michelle Braun Triathlon-Blog: Phantomkurs 2

Nach viel zu kurzen Semesterferien ging es am 11. September wieder mit der Uni los, genauer gesagt mit dem Phantomkurs 2. Im dritten Semester hatte ich ja bereits den Phantomkurs 1 erfolgreich bestanden, das bedeutet, ich wurde für den letzten vorklinischen Kurs vor dem Physikum zugelassen. Der Inhalt des Kurses brachte uns zum ersten Mal an einen echten Patienten, zum Glück wurden wir aber nur aufeinander losgelassen. Die Aufgaben bestanden darin, eine Zahnschiene für einen Kommilitonen, genauer gesagt eine Äquilibrierungsschiene, herzustellen und zwar von Anamnese bis zum fertigem Endprodukt. Da es mir schon letztes Semester sehr gut gefallen hatte klinisch zu arbeiten, freute ich mich auf die Herausforderung. Der erste Schritt war die Anamnese. Hierbei wurde der Gesundheitszustand des Gebisses, sowie eventuelle muskuläre Beschwerden in Nacken- und Kopfbereich gecheckt. Anschließend mussten die Abdrücke zum Erstellen der Schiene genommen werden. Das stellte sich schon als erste Herausforderung dar, denn Herbert, unser Plastikphantomkopf, hatte sich nie über herabtropfendes Alginat, Würgereiz oder zu starken Zug beschwert. Bei einem echten Patienten muss genau auf Hygiene und korrektes Arbeiten geachtet werden. Nach mehreren Anläufen klappte es dann aber ganz gut und die Abdrücke waren bereit für das Erstellen der Gipsmodelle. Im nächten Schritt wird ein sogenanntes Stützstiftregistrat erstellt, um die Bewegungen des Unterkiefers aufzuzeichnen und so die genaue persönliche Relation des Kiefers im Gesicht zu bestimmen. Dabei wird eine Art lockere Zahnspange modelliert und im Oberkieferteil der Zahnspange, der Schreibstift und im Unterkieferteil, die Schreibplatte befestigt. Dies ist nötig, um die Schiene im Zahntechniklabor perfekt für den Träger anzupassen. Erst nach diesem Schritt wird dann die eigentliche Schiene erstellt. Ziel ist es, das der Patient mit allen Backenzähnen Kontakt mit der Schiene hat. Beim Vorschieben des Unterkiefers sollte er jedoch nur Kontakt mit den Schneidezähnen und bei dem seitlichen Verschieben mit den Eckzähnen haben. Diese Vorraussetztungen zu erfüllen ist nicht so einfach und ich habe einige Stunden damit verbracht, die Schiene so einzuschleifen, dass sie passend war. Anschließend wird poliert, im Patientenmund eingepasst und erneut poliert. Circa 2 Wochen haben wir für den ganzen Prozess gebraucht, aber am Ende war ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

fertige Äquilibrierungsschiene
Gipsmodell zum Erstellen der Schiene

Da jeder praktische Kurs auch Theorie beinhaltet, gab es für jeden noch eine müdliche und eine schriftliche Abschlussprüfung, sowie ein wissenschaftliches Referat zu meistern. Heute habe ich die Ergebnisse des Kurses erhalten und kann mit besandenem Phantom 2 Kurs und gutem Gefühl, in das eigentliche vierte Semester starten.

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